Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 3 – WIE

Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 3 – WIE

Nein, es geht immer noch nicht um die Inhalte. Ich weiß, du wartest darauf – auf diese „Wann kann ich endlich meiner kreativen Ader freien Lauf lassen. Doch nach dem WER und dem WARUM kommt erst noch das WIE. Klick auf die Wörter, um die jeweiligen Artiekl dazu zu lesen.

Doch keine Sorge, das „WIE“ muss nicht jeden Sonntag auf’s Neue großartig durchgekaut werden, aber es lohnt sich, da immer mal wieder genauer hinzuschauen.

Bei dem WIE geht es um den Ablauf.

Habt ihr einen bestimmten Ablauf? Wann habt ihr das letzte Mal darüber nachgedacht, ob diese Abfolge noch sinnvoll ist? Wenn es bei dir in der Kinderkirche nicht so läuft, wie du es dir vorstellst, kann es an dem „Wie“ liegen.

Wie sitzen die Kinder?

  • Hat jedes Kind genug Platz.
  • Sitzen sie bequem, aber nicht zu bequem.
  • Sind Störelemente entfernt – Jacken, Taschen usw. müssen nicht bei den Kids liegen.
  • Ist es hell genug und nicht zu warm oder kalt.
  • Kann jedes Kind gut sehen und auch hören.

Wie und wo sind die Mitarbeiter verteilt?

  • Haben sie Kontaktnähe zu den Kids. Manchmal reicht es aus, direkt hinter verhaltenskreativen Kindern zu sitzen. Die berühmte Hand auf der Schulter ist da manchmal Gold wert – aber die kann nur gelegt werden, wenn man da auch sitzt. Dann erst hinlaufen zu müssen oder aus der Entfernung „psst“ oder so machen zu müssen, stört meist noch mehr.
  • Sitzen sie gut verteilt.
  • Sitzen sie nicht privilegiert. Nichts ist ungerechter, wenn die Mitarbeiter auf Stühlen sitzen dürfen, nicht mitmachen, quatschen, sich anlehnen dürfen und Kids dürfen es nicht. Mitarbeiter die nur auf richtigen Stühlen sitzen können, auf Grund ihrer Gesundheit sind a natürlich ausgenommen.

Wie ist das Ankommen gestaltet?

  • Kids brauchen etwas zum Ankommen. Sei es ein Spiel oder ein Frage. Ich finde dabei wichtig, dass es etwas ist, wo man erst einmal mitmachen kann oder nicht. Auch wenn ein Kind erst einmal nicht mitsingt, ist das nicht schlimm. Lass es ankommen. Ich persönlich brauche das auch. Ich stehe bei der Ankommensphase auf ein Spiel. Meist von Vorne oder in 2 Gruppen, wo man mitmachen kann oder nicht. So einfache Spiele wie Montagsmaler, Jengaturm, Pantomime raten sind da ganz gute Richtwerte (und natürlich gleich in Verbindung zum Thema).

Wie ist die Abwechslung zwischen zur Ruhekommen und Austoben gestaltet?

  • Für mich kommt das Toben nicht zum Schluss, weil gerade die Jungs brauchen das mal. Dadurch entsteht leicht ein „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, das ist schade. Ich würde auch nie mit einem Spiel belohnen. Jeder Moment im Kindergottesdienst hat für die Kids einen Wert, wenn es in guter Balance ist. Wenn die Kids durch ein Lied z.B. richtig ausgepowert werden, dann freuen sie sich (und ich mich auch :)), wenn sie danach auch zur Ruhe kommen können. Meist mache ich das auch gleich im Lied. Ich ende nicht laut – ich ende leise. Aber davor ging es karachomäßig ab.
  • Auch in einer biblischen Geschichte kann es turbulent zugehen und ehrlich gesagt sind die meisten biblischen Geschichten sehr dramatisch. Koste es aus, dieses Austoben und zur Ruhekommen. Und wer dabei was macht – das habt ihr ja schon beim „WER“ geklärt.

Wie kann es persönlich werden?

  • Dabei geht es nicht nur um die Kids, sondern auch um dich. Für mich sind das die heiligen Momente, wo es zwischen mir und den Kids privat wird. Ich schaue, immer, wo ist dieser Augenblick, wo irgendjemand von uns Mitarbeitern etwas von sich erzählen kann, was die Kids verstehen. Ich finde das wichtig, um den Kids zu signalisieren, ich bin wie du. Dabei geht es nicht um eine globale Aussage wie „ich hab auch manchmal Angst“, sondern denk nach, wo hast du genau das gefühlt, was der Zielgedanke (das Warum) aussagt.
  • Wenn du konkret und ehrlich von dir erzählst, werden die Kinder das auch tun. Als wir z.B. über das Thema lügen erzählt haben, haben unsere Kids am Anfang erzählt „ich lüge nie.“ Ah ja. Es ist halt das, was uns vermittelt wird, dass es richtig ist. Als ich dann von einer Lüge erzählt hab – von mir, wurde es still und dieser heilige Moment entstand, wo auch die Kids ehrlich von sich erzählt haben. Und dann wird nicht gewertet. Denn darum geht es nicht. Sondern wir nehmen wahr – vor Gott und hier können wir ehrlich sein.

Wie findet Interaktion statt?

  • Interaktion zwischen den Kids und Interaktion zwischen dir als Mitarbeiter und den Kindern. Dabei geht es nicht nur um das Gespräch. Wenn du bastelst, wenn ihr spielt, findet Interaktion statt. Doch die Frage liegt bei dir, wie diese Interaktion stattfindet.
  • Du kannst dein „Einfach spitze Lied“ von Vorne einfach runterrasseln, oder du kannst das interaktiv gestalten, indem du fragst: „Was wollen wir jetzt einsetzen? Was für eine Bewegung machen wir? Heute nehmen wir mal ganz andere Sachen als klatschen, stampfen, schnipsen, drehen und tanzen. Heute nehmen wir mal Sachen, die zum Aufstehen passen, denn da bin ich oft gar nicht liebenswert (wenn der Zielgedanke z.B. ich bin liebenswert ist).“ Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir denken, ach das läuft schon irgendwie, aber schau dir dein Programm an und realisiere wieviel Interaktion wirklich läuft. Die meisten Kids lieben Interkation

Wie kann das Kind positiv nach Hause gehen?

  • Das ist mein Anspruch, dass die Kids nicht mit der Moralkeule nach Hause gehen, so diese „Was du nun daraus lernen“ sollst, sondern mit freudigen Herzen.
  • Schau dabei nochmal auf deinen Zielgedanken. Ist er positiv formuliert? Manchmal machen da kleine Wortaustauschungen schon richtig viel aus. Es ist ein Unterschied ob ein Kind nach Hause geht mit „Du darfst ehrlich sein“ oder im Hirn mit „Du musst ehrlich sein.“
  • Endet ihr mit einem Spiel, gibt es vielleicht Gewinner und Verlierer. Manchmal kann das ein echt schlechter Abschluss sein. Macht den Sack zu am Ende.

Wie finden der Auf- und der Abbau statt und ist Zeit zum kurzen Austausch, Feedback.

  • Ja, auch das gehört dazu. Es ist ärgerlich, wenn es immer die gleichen sind und nicht darüber gesprochen wurde. Für mich z.B. ist es klar, dass ich eine Stunde vorher da bin. Ich brauch das, um mich zu finden, mir macht das nichts aus, aber das wurde vorher so abgesprochen. Ich freu mich, wenn die Teens dann ne halbe Stunde länger schlafen durften. Manche vertreten, dass gerade junge Mitarbeiter genauso das mitmachen müssen. Ja – aber es muss drüber geredet werden. Ich merke, ich habe mehr davon, es nicht so zu tun und freue mich über tatkräftige Unterstützung beim Abbau.

Des Weiteren darfst dich natürlich auch fragen:

  • Wie erfahren die Eltern heute, was wir im Kindergottesdienst erlebt haben?
  • Wie muss am günstigsten der Raum gestellt werden?
  • Wie setze ich unser Budget am vorteilhaftesten ein?
  • Wie erreiche ich die älteren Kids, wenn die Kleinen mal nicht hinterherkommen?
  • Wie verbessere ich meine kindgerechte Sprache?
  • Wie bekomme ich Emotionen rüber, dass die Geschichten lebendig werden?
  • Wie erkläre ich ein Spiel?
  • Wie integriere ich die Lieder, dass es passt und dass sie nicht ständig sich hinstellen und wieder hinsetzen müssen?
  • Und und und…

Doch du siehst schon, dass sind dann ganz konkrete Sachen, wo sich eine Schulung dann auch lohnt. Wann hattet ihr die? Schulungen sind wichtig. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, auch nicht im Kindergottesdienst.

 

Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 2 – WARUM

Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 2 – WARUM

Im letzten Artikel ging es um das „WER“. Ich habe euch erzählt, dass wir zwar ein tolles Konzept hatten, welches auch am Anfang funktioniert hat, aber dann aufgrund der Veränderungen nicht mehr. Also ging es darum die Struktur zu verändern und genau hinzuschauen, wer ist denn da als Mitarbeiter.

Doch um gemeinsam am gleichen Strang zu ziehen reicht es ja nun nicht zu wissen, wen wir als Mitarbeiter haben und zu wissen, was jeder gut kann.
Und jetzt kommt der wichtige Knackpunkt, der meines Erachtens nach viel zu oft falsch gemacht wird.
Das, was du jetzt liest, sollte, nachdem du weißt, wer denn als Mitarbeiter dabei ist, die allererste Frage sein, wenn die Kindergottesdienstplanung losgeht.

Es ist die Frage nach dem Warum – warum mache ich heute – und nächsten Sonntag den Kindergottesdienst. Diese Frage muss dein Konzept im Kindergottesdienstdienst beantworten können.

Dabei geht es hier nicht um deine Motivation als Kindergottesdienstmitarbeiter, dazu habe ich HIER schon einen Artikel geschrieben. Lies ihn, wenn du dir gar nicht sicher bist, ob du am richtigen Platz bist. Sondern es geht um das, warum mache ich jetzt am Sonntag Kindergottesdienst, warum müssen die Kids genau das hören sollen.

Tja und vielleicht merkst du jetzt schon, dass es nicht reicht, dass du weißt „Wer gestaltet den Kindergottesdienst?“ oder „Wer sitzt denn da?“. Sondern es geht um mein Lieblingsthema den Zielgedanken. Erst wenn du den hast, dann wirst du es schaffen klaren, strukturierten, Kindergottesdienst zu gestalten.

Die meisten Kindergottesdienste laufen so ab, dass es bestimmte Abläufe und Rituale gibt. Super. Dieser Ablauf beinhaltet in unterschiedlicher Abfolge:

  • Lieder
  • Gebet
  • Biblische Geschichte
  • Basteln
  • eventuell noch Spiel, Gespräch, Handpuppenstück

Alles gut – doch die Frage ist, richten sich ALLE diese Dinge aus nach dem „Warum“?

Wenn nicht, hast du sicher dennoch ein buntes tolles Programm:

  • das Basteln hat etwas mit der Geschichte zu tun,
  • die Lieder singt man, weil sie Spaß machen, auflockern, gute Botschaften haben
  • das Beten gehört halt dazu und ich kann noch kurz was zur Geschichte sagen, was ich davor nicht rüberbringen konnte
  • die Handpuppe – weil es toll ist, die Kids sich freuen und wir ja so kreativ sind
  • das Spiel – naja was Auflockerndes gehört dazu, die Jungs brauchen das, damit sie sich austoben können.

Doch vielleicht sehnst du dich nach mehr? Ich tu das. Mir ist das so zu langweilig, auch wenn es ein guter Weg ist. Ich sehne mich danach die Kids tiefer zu erreichen und ich habe für mich gemerkt, dass ich dann um die „Warum“-Frage nicht drum rum komme.

In vielen kreativen Ausführungen, die es in Büchern oder als pdfs gibt, wird das auch so getan. Ganz am Anfang steht immer ein Zielgedanke. Aber die Frage ist, hast du diesen Zielgedanken im Blick? Dieser Zielgedanke ist das, womit du die Woche vorher „schwanger gehen“ sollst. Und wenn der Zielgedanke in deinem Arbeitsmaterial für dich nicht passt, für deine Kids nicht passt – ja dann überlege dir DEINEN Zielgedanken. Wenn du mehr zum Thema Zielgedanken lesen möchtest, findest du hier in diesem Artikel etwas dazu.

Tja und dann geht es los. Automatisch wirst du z.B. wenn der Zachäus dran ist nicht mehr den Baum basteln, wo der Zachäus drin sitzt, sondern dir wird es wichtiger sein deinen Zielgedanken zu vertiefen. Bei uns war Sonntag Zachäus dran und der Zielgedanke war: Ich bin liebenswert! Sorry, was passt da eine Bastelei von Zachäus im Baum. Klar, kann man auch sagen, wenn ihr ihn seht, dann wisst ihr, dass Jesus ihn lieb gehabt hat… aber ich möchte so gern tiefer gehen. Und so ist die Postkarte entstanden.

Jedes Kind hat sie bekommen und wir sind im Gespräch all diese Eigenschaften durchgegangen und die Kids haben ihre Karte angekreuzt. Ich hatte die 7-9-Jährigen Mädels und bei den Begriffen „wundervoll“ wollte ein Kind den Smiley nicht ausmalen. Und ich fragte: „Wieso malst du den nicht aus?“ „Ja, bin ich das denn?“ „Natürlich!“ antwortete ich aus voller Überzeugung. „Ehrlich?“ „Aber sowas von.“ Und ein Strahlen ging über das Gesicht des Mädchens.

Wenn dir das Warum – der Zielgedanke im Herzen und im Hirn ist, dann wirst du versuchen deine gesamte Stundenplanung danach auszurichten.

Ebenso haben wir das Lied „Spar dir deine Sorgen“ von Mike Müllerbauer gesungen. Ja – ein cooles Lied, doch ich erzählte davor, dass ich mich gar nicht liebenswert gefühlt habe, als ich so 10 Jahre alt war, weil ein bestimmtes Mädchen aus meiner Klasse nicht meine Freundin sein wollte. Eine Stille im Raum der Kids „Kennt ihr das?“ Nicken im Raum. Spannung.
Warum? Ich erzähle von ihnen. Die Kids trifft mein „Warum“ mitten ins Herz. Das passiert leichter, wenn mein „Warum“ für mich klar formuliert ist. Und das kann ich nur, wenn ich weiß, „WER“ vor mir sitzt und was sie brauchen.

Im Übrigen werden bei uns bei der Planung erst die Zielgedanken gesucht und dann wird geschaut welche Geschichte genommen wird – aber ich weiß, dass das in den meisten Gemeinden nicht möglich ist, weil man nach einen bestimmten Plan arbeitet.

Die Frage nach dem Warum ist die, für die ich mir am meisten Zeit nehme bei der Vorbereitung des Kindergottesdienstes. Diesen Zielgedanken kurz, bündig und kindgerecht zu formulieren, ist für mich eine Kunst. Aber wenn ich ihn habe, dieses „Warum werde ich am Sonntag Zeit mir den Kids verbringen“, dann geht mir die Planung von Geschichte, welche Lieder wir singen, was gespielt und gebastelt wird viel leichter von der Hand und irgendwie macht das alles für mich dann viel mehr Sinn.

Probier es aus.