Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 4 – WAS

Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 4 – WAS

Jetzt kommt der spannende Moment. Jetzt ist er endlich da.

Jetzt ist der Moment, wo die meisten eigentlich schon durch sind, schon alles erledigt haben, obwohl noch gar nicht klar war, wer das WER war und was das WARUM war und ob das WIE optimal ist. Es geht um das WAS.

Du weißt nicht, was mit Wer, Warum und Wie gemeint ist – dann lies erst diese Artikel:

Es geht um das: „Was machen wir heute konkret im Kindergottesdienst?“

Vieles bei dem „Was“ hängt davon ab, wie ihr Kindergottesdienste plant. Ich unterscheide einfach mal grob in 2 Richtungen.

  1. Ihr habt einen Plan und geht nach einem Heft oder Buch und du bist mit einer bestimmten Lektion dran
  2. Ihr sitzt alle paar Wochen zusammen oder du allein mit dir und überlegt, was denn so die nächsten Male oder das nächste Mal im Kigo laufen kann.

Hier ist natürlich der Vorteil, dass meist sehr kreative und auch kompetente Menschen vorgedacht haben. Doch so ein vorgefertigter Plan verleitet auch, nicht so tief in die Materie einzutauchen und natürlich ist es auch Quatsch alles neu zu erfinden. Dennoch, schau, ob das Warum wirklich für dich passt, denn wenn du den Zielgedanken um wirfst, passt meist der ganze Rest auch nicht mehr und du darfst dich auf das „Was mache ich denn nun wirklich im Kindergottesdienst stürzen.

Mir persönlich fällt es schwer nach einem Plan, den sich wer anderes überlegt hat, zu arbeiten. Aber ich genieße die vielen Sachen im INternet oder auch in Büchern, die es gibt, um mich inspirieren zu lassen. Doch das frisst oft sehr viel Zeit.

Doch wie gehst du nun am besten vor, wenn du schon ein vorgefertigtes Programm hast?  

1. Schau, inwieweit für dich die biblische Geschichte mit dem Zielgedanken übereinstimmt.

  • Was hat der Schreiber sich dabei gedacht?
  • Wo genau kommt denn in der Geschichte der Zielgedanke vor?
  • Erzähl nicht einfach die Geschichte, sondern fühl dich rein in das Warum. Erst, wenn du das hast, dann mach weiter.
  • Solltest du den Zusammenhang zwischen der Geschichte und dem Zielgedanken nicht finden, dann such dir entweder eine andere Geschichte oder einen Zielgedanken, der zur Geschichte passt und der deine Kindergottesdienst-Kinder trifft.

Mir ist es so wichtig, dass wir davon wegkommen, als höchstes Ziel in der Kinderkirche das „Kindersollen Geschichten der Bibel kennenlernen“, zu haben. Gott ist ein persönlicher Gott. Also lasst uns die Geschichten persönlich werden lassen. Das geht nur, wenn der Zielgedanke klar ist.

2. Zielgedanke und Geschichte passt?

Super. Weiter geht’s mit den nächsten vorgeschlagenen Programmpunkten.

  • Sind sie zielgedanken-passend?
  • Kannst du damit was anfangen? Nutze sie.
  • Etwas passt nicht? Schmeiß es raus.

3. Orientiere dich an deinem „Wie-Ablauf“ und setze die Bausteine, die du hast zusammen.

Was du dann noch tun kannst, um dir dein eigenes Ding zu erarbeiten erfährst du unter „Kindergottesdienstplanung zusammen im Team“.

Ich liebe es im Team zusammen zu überlegen, was denn so als nächstes für die Kids und uns dran ist. Dabei starte ich gern, dass ich davor schon mit Mitarbeitern ins Gespräch komme. Auch durch die Gespräche mit den Eltern kommen Ideen, was denn so „dran“ ist. So ist uns meistens, wenn wir uns treffen schon klar, was so das Oberthema sein wird. Derzeit ist das bei uns das Thema „Freundschaft“. Eltern kamen zu mir und sagten, dass ihre Kids nicht wirklich Freunde haben, sie deswegen nicht so gerne kommen.

Und jetzt wieder – an dem Punkt startet man oft, was für Geschichten kennen wir denn aus der Bibel zum Thema Freundschaft. Doch da heißt es auszuhalten und erst zu überlegen, was wollen wir denn den Kids sagen. Und so formulieren wir erst die „Warums“ die Zielgedanken. Wir legen da einen roten Faden von Zielgedanken, der in sich schlüssig ist. Beim Thema Freundschaft war uns klar, dass es halt erst einmal darum geht, sich selbst anzunehmen, denn nur wenn ich mich selbst mag, kann ich auch drauf vertrauen, dass andere mich mögen und so bin ich für Freundschaften offener.

Wir sind dann auch erst einmal in einen Austausch eingestiegen.

  • Wie kann man denn in der Gemeinde überhaupt Freundschaften pflegen?
  • Wie können wir im Kindergottesdienst da unterstützen?
  • Wie entstehen überhaupt Freundschaften?

Du siehst, alles noch gar nichts zum Thema des „WAS“. Klar hätte man auch schnell bei David und Jonathan landen können, doch dann wäre das „wie“ vor dem „warum“ und schon bist du nicht mehr bei den Kids – dem „wer“.

Wenn dein Zielgedanken-roter-Faden fertig ist, dann starten wir mit dem Brainstorming.

Alles ohne Wertung. Alles darf genannt werden. 

  • Geschichten die einfallen,
  • Spiele,
  • Bastelsachen,
  • Lieder,
  • andere Kreativideen.

Manchmal kristallisiert sich dann heraus, ob es z.B. eine Sache gibt, die sich durch die Themenreihe durchzieht. Z.B. beim Thema Freundschaft ist uns schnell klar geworden, dass wir mit jeder Gruppe irgendwie ein Haus bauen/basteln wollen, welches von Woche zu Woche mit den Themen vervollständigt wird – das Fundament, was sind die Stützen, wer ist in dem Haus, welche Räume usw.

Und dann geht es an den Feinschliff – wie soll welcher Kindergottesdienst konkret aussehen. Auch da haben wir immer das „wer“ im Blick. Wir haben z.B. 3 Teens die jeweils einen Charakter als Handpuppe spielen. Doch was bringt es, sich da eine Idee zusammenzuwurschteln, was den Zielgedanken trifft, wenn diese Person nicht da ist?

In dem Brainstorming kam bei uns heraus, dass wir uns näher mit den Jüngern beschäftigen wollen. Ich muss gestehen, davor habe ich null daran gedacht, aber das ist das, was sich dann im Brainstorming ergeben hat.

  • Sie waren unterschiedlich – wie wir.
  • Sie hatten ein Ziel – warum sind wir eigentlich hier.
  • Sie waren alle auf ihre Art und Weise liebenswert.
  • Sie haben gestritten, sie haben sich versöhnt.
  • Jesus nahm sie an.

Fundament im KindergottesdienstBei uns schreibt jeder mit. Dennoch ist es mir wichtig, dass das Ganze, was erzählt worden ist, in eine Form zu bringen. Ich nenne es Bausteine für den Kindergottesdienst.

Dabei:

  • surre ich den Zielgedanken noch einmal fest.
  • Benenne die Fokusworte.
  • Sammle die Liedvorschläge und gebe Impulse, wie man sie einleiten kann.
  • Zähle Spielmöglichkeiten, Interaktionsmöglichkeiten, Bastelmöglichkeiten auf, die auf den Zielgedanken zugeschnitten sind.
  • Erstelle einen Leitfaden für das Gespräch mit den Kids.
  • Schlage ein Startspiel vor und schließe mit einem Ende ab.

Natürlich klappt nicht alles immer so, wie man sich das vorstellt.

  • Es fallen Leute aus, auf einmal ist etwas länger oder kürzer als man dachte.
  • Jemand hat etwas vergessen, es kommen zu viele oder zu wenig Kids.
  • Der Gottesdienst geht kürzer als erwartet und Eltern stürmen rein.
  • Irgendwer hat einfach ’nen schlechten Tag.
  • Du hattest nicht so viel Zeit etwas vorzubereiten, wie du eigentlich wolltest.

So ist das nun mal, aber wir haben das für uns beste gegeben, um den Kids ganz nah zu sein, um sie für Gott zu begeistern.

Es geht nicht um das „was“ es geht um das „warum“. Doch wenn du das Warum vor Augen hast, dann ist das „was“ gar nicht mehr so schwer. Ich versprech’s dir :).

Du möchtest davon berichten, wo ihr mal ein ganz tolles „Was“ hattet? Dann immer ran und kommentiere unten. Ich freu mich.

 

Du und dein Kindergottesdienst profitierst von den Sachen die ich schreibe? Du möchtest, dass es weiter Artikel gibt von deinem Kindergottesdienst-Coach? Dann spende. Wieviel, ist ganz dir überlassen.

DANKE sagt Katrin Schneller, dein Kindergottesdienst-Coach

 

Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 3 – WIE

Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 3 – WIE

Nein, es geht immer noch nicht um die Inhalte. Ich weiß, du wartest darauf – auf diese „Wann kann ich endlich meiner kreativen Ader freien Lauf lassen. Doch nach dem WER und dem WARUM kommt erst noch das WIE. Klick auf die Wörter, um die jeweiligen Artiekl dazu zu lesen.

Doch keine Sorge, das „WIE“ muss nicht jeden Sonntag auf’s Neue großartig durchgekaut werden, aber es lohnt sich, da immer mal wieder genauer hinzuschauen.

Bei dem WIE geht es um den Ablauf.

Habt ihr einen bestimmten Ablauf? Wann habt ihr das letzte Mal darüber nachgedacht, ob diese Abfolge noch sinnvoll ist? Wenn es bei dir in der Kinderkirche nicht so läuft, wie du es dir vorstellst, kann es an dem „Wie“ liegen.

Wie sitzen die Kinder?

  • Hat jedes Kind genug Platz.
  • Sitzen sie bequem, aber nicht zu bequem.
  • Sind Störelemente entfernt – Jacken, Taschen usw. müssen nicht bei den Kids liegen.
  • Ist es hell genug und nicht zu warm oder kalt.
  • Kann jedes Kind gut sehen und auch hören.

Wie und wo sind die Mitarbeiter verteilt?

  • Haben sie Kontaktnähe zu den Kids. Manchmal reicht es aus, direkt hinter verhaltenskreativen Kindern zu sitzen. Die berühmte Hand auf der Schulter ist da manchmal Gold wert – aber die kann nur gelegt werden, wenn man da auch sitzt. Dann erst hinlaufen zu müssen oder aus der Entfernung „psst“ oder so machen zu müssen, stört meist noch mehr.
  • Sitzen sie gut verteilt.
  • Sitzen sie nicht privilegiert. Nichts ist ungerechter, wenn die Mitarbeiter auf Stühlen sitzen dürfen, nicht mitmachen, quatschen, sich anlehnen dürfen und Kids dürfen es nicht. Mitarbeiter die nur auf richtigen Stühlen sitzen können, auf Grund ihrer Gesundheit sind a natürlich ausgenommen.

Wie ist das Ankommen gestaltet?

  • Kids brauchen etwas zum Ankommen. Sei es ein Spiel oder ein Frage. Ich finde dabei wichtig, dass es etwas ist, wo man erst einmal mitmachen kann oder nicht. Auch wenn ein Kind erst einmal nicht mitsingt, ist das nicht schlimm. Lass es ankommen. Ich persönlich brauche das auch. Ich stehe bei der Ankommensphase auf ein Spiel. Meist von Vorne oder in 2 Gruppen, wo man mitmachen kann oder nicht. So einfache Spiele wie Montagsmaler, Jengaturm, Pantomime raten sind da ganz gute Richtwerte (und natürlich gleich in Verbindung zum Thema).

Wie ist die Abwechslung zwischen zur Ruhekommen und Austoben gestaltet?

  • Für mich kommt das Toben nicht zum Schluss, weil gerade die Jungs brauchen das mal. Dadurch entsteht leicht ein „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, das ist schade. Ich würde auch nie mit einem Spiel belohnen. Jeder Moment im Kindergottesdienst hat für die Kids einen Wert, wenn es in guter Balance ist. Wenn die Kids durch ein Lied z.B. richtig ausgepowert werden, dann freuen sie sich (und ich mich auch :)), wenn sie danach auch zur Ruhe kommen können. Meist mache ich das auch gleich im Lied. Ich ende nicht laut – ich ende leise. Aber davor ging es karachomäßig ab.
  • Auch in einer biblischen Geschichte kann es turbulent zugehen und ehrlich gesagt sind die meisten biblischen Geschichten sehr dramatisch. Koste es aus, dieses Austoben und zur Ruhekommen. Und wer dabei was macht – das habt ihr ja schon beim „WER“ geklärt.

Wie kann es persönlich werden?

  • Dabei geht es nicht nur um die Kids, sondern auch um dich. Für mich sind das die heiligen Momente, wo es zwischen mir und den Kids privat wird. Ich schaue, immer, wo ist dieser Augenblick, wo irgendjemand von uns Mitarbeitern etwas von sich erzählen kann, was die Kids verstehen. Ich finde das wichtig, um den Kids zu signalisieren, ich bin wie du. Dabei geht es nicht um eine globale Aussage wie „ich hab auch manchmal Angst“, sondern denk nach, wo hast du genau das gefühlt, was der Zielgedanke (das Warum) aussagt.
  • Wenn du konkret und ehrlich von dir erzählst, werden die Kinder das auch tun. Als wir z.B. über das Thema lügen erzählt haben, haben unsere Kids am Anfang erzählt „ich lüge nie.“ Ah ja. Es ist halt das, was uns vermittelt wird, dass es richtig ist. Als ich dann von einer Lüge erzählt hab – von mir, wurde es still und dieser heilige Moment entstand, wo auch die Kids ehrlich von sich erzählt haben. Und dann wird nicht gewertet. Denn darum geht es nicht. Sondern wir nehmen wahr – vor Gott und hier können wir ehrlich sein.

Wie findet Interaktion statt?

  • Interaktion zwischen den Kids und Interaktion zwischen dir als Mitarbeiter und den Kindern. Dabei geht es nicht nur um das Gespräch. Wenn du bastelst, wenn ihr spielt, findet Interaktion statt. Doch die Frage liegt bei dir, wie diese Interaktion stattfindet.
  • Du kannst dein „Einfach spitze Lied“ von Vorne einfach runterrasseln, oder du kannst das interaktiv gestalten, indem du fragst: „Was wollen wir jetzt einsetzen? Was für eine Bewegung machen wir? Heute nehmen wir mal ganz andere Sachen als klatschen, stampfen, schnipsen, drehen und tanzen. Heute nehmen wir mal Sachen, die zum Aufstehen passen, denn da bin ich oft gar nicht liebenswert (wenn der Zielgedanke z.B. ich bin liebenswert ist).“ Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir denken, ach das läuft schon irgendwie, aber schau dir dein Programm an und realisiere wieviel Interaktion wirklich läuft. Die meisten Kids lieben Interkation

Wie kann das Kind positiv nach Hause gehen?

  • Das ist mein Anspruch, dass die Kids nicht mit der Moralkeule nach Hause gehen, so diese „Was du nun daraus lernen“ sollst, sondern mit freudigen Herzen.
  • Schau dabei nochmal auf deinen Zielgedanken. Ist er positiv formuliert? Manchmal machen da kleine Wortaustauschungen schon richtig viel aus. Es ist ein Unterschied ob ein Kind nach Hause geht mit „Du darfst ehrlich sein“ oder im Hirn mit „Du musst ehrlich sein.“
  • Endet ihr mit einem Spiel, gibt es vielleicht Gewinner und Verlierer. Manchmal kann das ein echt schlechter Abschluss sein. Macht den Sack zu am Ende.

Wie finden der Auf- und der Abbau statt und ist Zeit zum kurzen Austausch, Feedback.

  • Ja, auch das gehört dazu. Es ist ärgerlich, wenn es immer die gleichen sind und nicht darüber gesprochen wurde. Für mich z.B. ist es klar, dass ich eine Stunde vorher da bin. Ich brauch das, um mich zu finden, mir macht das nichts aus, aber das wurde vorher so abgesprochen. Ich freu mich, wenn die Teens dann ne halbe Stunde länger schlafen durften. Manche vertreten, dass gerade junge Mitarbeiter genauso das mitmachen müssen. Ja – aber es muss drüber geredet werden. Ich merke, ich habe mehr davon, es nicht so zu tun und freue mich über tatkräftige Unterstützung beim Abbau.

Des Weiteren darfst dich natürlich auch fragen:

  • Wie erfahren die Eltern heute, was wir im Kindergottesdienst erlebt haben?
  • Wie muss am günstigsten der Raum gestellt werden?
  • Wie setze ich unser Budget am vorteilhaftesten ein?
  • Wie erreiche ich die älteren Kids, wenn die Kleinen mal nicht hinterherkommen?
  • Wie verbessere ich meine kindgerechte Sprache?
  • Wie bekomme ich Emotionen rüber, dass die Geschichten lebendig werden?
  • Wie erkläre ich ein Spiel?
  • Wie integriere ich die Lieder, dass es passt und dass sie nicht ständig sich hinstellen und wieder hinsetzen müssen?
  • Und und und…

Doch du siehst schon, dass sind dann ganz konkrete Sachen, wo sich eine Schulung dann auch lohnt. Wann hattet ihr die? Schulungen sind wichtig. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, auch nicht im Kindergottesdienst.