Gott, der Vater – ein Liebesbrief an sein Kind

Gott, der Vater – ein Liebesbrief an sein Kind

Kennst du das? Du möchtest es richtig machen. Ich habe im Laufe meines Christseins viele Phasen durchlebt. Meine Gottesbilder haben sich verändert, obwohl Gott immer der Selbe ist. Und manchmal beschleicht mich die Angst:

Was ist, wenn ich den Kids ein falsches Bild von unserem großartigen Gott vermittle?

Ich habe heute eine Zusammenstellung von Bibelstellen gefunden, die ich dir gerne weitergeben möchte.

Es sind Bibelstellen, die erzählen,

  • wie Gott ist
  • was Gott sich für seine Kinder vorgestellt hat
  • wie er liebt
  • was er sich für seine Kinder wünscht
  • worauf wir vertrauen können
  • usw.

Mir ist bewusst geworden, wenn ich mir immer wieder vor Augen führe, was die Bibel über Gott in Bezug auf seine Kinder sagt, brauche ich keine Angst haben.

Die Bibel ein Liebesbrief Gottes. Gott liebt uns. Jeden Menschen.

Ich möchte das nicht als Selbstverständlichkeit sehen, sondern mir diese Großartigkeit immer wieder neu vor Augen führen. Ich muss ihn dafür nicht ganz begreifen, ich darf es einfach annehmen.

Gott kann jedem Menschen anders begegnen, und er begegnet auch den Kids in deinem Kindergottesdienst auf unterschiedliche Art und Weise. Und du darfst da dabei sein und Hilfestellung geben. Doch dafür ist es wichtig, was du für ein Bild von Gott hast. Ist er

  • heilig
  • mächtig
  • distanziert
  • liebevoll
  • gerecht
  • weit weg
  • ganz nah
  • voller Zorn
  • voller Liebe
  • geduldig
  • wie eine Mutter, ein Fels, eine Burg?

Ja. Ja, das alles ist er. Und so können wir ihn in uns entdecken. Du Frage ist, was möchtest du, dass die Kids in dir entdecken und somit Gott?

Ich möchte dich heute ermutigen, darüber nachzudenken, wie und wer Gott für DICH ist. Und dann gehe in den Sonntag zu deinen Kids und erzähle von IHM, was und wer ER für dich ist.

Denn so kommt ER dir und den Kids ganz nah.

Der Liebesbrief Gottes in Bibelstellen

Mein Kind,

Ich kenne dich durch und durch (Psalm 139,1)
Ich weiß, wann du dich hinsetzt und wann du aufstehst. (Psalm 139,2)
Dein ganzes Leben ist mir vertraut. (Psalm 139,3)
Selbst die Haare auf deinem Kopf sind alle gezählt. (Matthäus 10,29-31)
Du bist als mein Ebenbild geschaffen. (1. Mose 1,27)
Durch mich allein lebst und handelst du, ja, mir verdankst du alles, was du bist. (Apostelgeschichte 17,28)

Ich habe dich schon gekannt, ehe ich dich im Mutterleib bildete. (Jeremia 1,4-5)
Ich habe dich bereits im Augenblick der Schöpfung erwählt. (Epheser 1,11-12)
Du bist kein Zufallsprodukt. (Psalm 139,15)
Alle Tage deines Lebens habe ich in mein Buch geschrieben. (Psalm 139,16)
Ich habe bestimmt, wie lange und wo du leben sollst. (Apostelgeschichte 17,26)
Ich habe dich wunderbar geschaffen. (Psalm 139,14)
Ich habe dich im Leib deiner Mutter gebildet. (Psalm 139,13)
Von Geburt an bin ich dein Halt. (Psalm 71,6)


Mein Bild wurde durch Menschen verunstaltet, die mich nicht kennen. (Johannes 8,41-44)
Ich bin kein ferner und kein zorniger Gott. Ich bin die Liebe in Person. (1. Johannes 4,16)
Ich will dich mit meiner Vaterliebe beschenken. (1. Johannes 3,1)
Einfach, weil du mein Kind bist und ich dein Vater bin. (1. Johannes 3,1)
Ich gebe dir mehr, als dir dein irdischer Vater je geben könnte. (Matthäus 7,11)
Denn ich bin der vollkommene Vater. (Matthäus 5,48)
Alles Gute, was du empfängst, kommt eigentlich von mir. (Jakobus 1,17)
Denn ich sorge für alle deine Bedürfnisse. (Matthäus 6,31-33)
Ich meine es gut mit dir und gebe dir Hoffnung und Zukunft. (Jeremia 29,11)
Weil ich dich schon immer geliebt habe. (Jeremia 31,3)


Meine Gedanken über dich sind zahlreicher als der Sand am Meer. (Psalm 139,17-18)
Wenn ich an dich denke, dann juble ich. (Zefanja 3,17)
Ich werde nie aufhören, dir Gutes zu tun. (Jeremia 32,40)
Du bist in besonderer Weise mein Eigentum. (2. Mose 19,5)
Ich will dir mein Land geben und alles, was darin ist. (Jeremia 32,41)
Ich will dir große und geheimnisvolle Dinge zeigen. (Jeremia 33,3)


Wenn du mich von ganzem Herzen suchst, wirst du mich finden. (5. Mose 4,29)
Freue dich über mich; ich werde dir alles geben, was du dir von Herzen wünschst. (Psalm 37,4)
Denn ich bin es, der beides in dir bewirkt: den Willen und die Kraft, zu tun, was mir gefällt. (Philipper 2,13)
Ich kann viel mehr tun, als du dir vorstellen kannst. (Epheser 3,20)
Ich tröste und ermutige dich, und ich gebe dir Kraft. (2. Thessalonicher 2,16-17)
Meine Barmherzigkeit ist grenzenlos.(2. Korinther 1,3)


Wenn du mich rufst, höre ich dich und rette dich aus jeder Not. (Psalm 34,18)
Wie ein Hirte für seine Schafe sorgt, so sorge ich für dich und leite dich. (Jesaja 40,11)
Eines Tages werde ich alle deine Tränen trocknen. (Offenbarung 21,3-4)
Ich werde jeden Schmerz wegnehmen, den du auf dieser Erde erlitten hast. (Offenbarung 21,4)


Ich bin dein Vater und ich liebe dich genauso, wie meinen Sohn Jesus. (Johannes 17,23)
Meine Liebe zu dir zeigt sich in Jesus. (Johannes 17,26)
Er ist ganz und gar mein Ebenbild. (Hebräer 1,3)
Er ist gekommen, um zu zeigen, dass ich für dich bin und nicht gegen dich. (Römer 8,31)
Und um dir zu sagen, dass ich dir deine Sünden nicht länger anrechne. (2. Korinther 5,18-19)
Jesus ist gestorben, damit du und ich versöhnt werden können. (2. Korinther 5,18-19)
Sein Tod ist der höchste Ausdruck meiner Liebe zu dir. (1. Johannes 4,10)
Ich habe alles aufgegeben, was ich liebe, um deine Liebe zu gewinnen. (Römer 8,32)
Wenn du meinen Sohn Jesus annimmst, nimmst du mich an. (1. Johannes 2,23)
Nichts kann dich von meiner Liebe trennen (Römer 8,38-39)


Komm nach Hause, und ich werde das größte Freudenfest ausrichten, das du je gesehen hast. (Lukas 15,7)
Ich bin immer dein Vater gewesen und werde immer dein Vater sein. (Epheser 3,14-15)
Ich frage dich: „Willst du mein Kind sein?“ (Johannes 1,12-13)
Ich erwarte dich. (Lukas 15,11-32)

In Liebe, dein Vater,

der allmächtige Gott

 

Die Ostergeschichte im Kindergottesdienst

Die Ostergeschichte im Kindergottesdienst

„Wir lassen das mit dem Kreuz und dem Sterben im Kindergottesdienst immer weg.“

Ich war auf einer Schulung und da ist mir dieser Satz, als es um die Kindergottesdienst-Vorbereitung für Ostern ging, hängengeblieben.

Was denkst du dazu? Ich gebe zu, als ich den Satz gehört habe, war ich kurzzeitig sprachlos. Wie weglassen… das ist doch das, worum es geht in unserem Christsein! Ich kann ja viel weglassen, aber die Sache mit dem Kreuz?

Blut Kreuzigung OstergeschichteWie sieht es bei dir aus? Lässt du das mit dem grausamen Tod von Jesus auch am liebsten weg, weil es so brutal ist? Oder kommt es immerhin in einem Nebensatz „Dann haben die Menschen Jesus an ein Kreuz gehängt, doch nach drei Tagen – jippieh – da ist er wieder auferstanden. Und nun können wir feiern.“ Und schwupps bist du im Gespräch mit den Kids, wie man so feiern kann und wie die Kids zu Hause Ostern feiern. Doch verstehen die Kids wirklich, was Ostern bedeutet?

Es gibt auch genau das Gegenteil. Gemeinden, Kindergottesdienst-Mitarbeiter, die von Jesus erzählen und die Sünde, die er am Kreuz für dich und dich und dich (spürst du den Zeigefinger auf dich gerichtet) auf sich genommen hat und gestorben ist und gelitten hat, für alles was du und du und du getan hast. Du schlechter, böser Mensch. Doch verstehen hier die Kids, was Ostern wirklich bedeutet?

Die Ostergeschichte ist in meinen Augen eine der herausforderndsten Geschichten im Kindergottesdienst. Du kannst einerseits das, was Jesus für uns getan hat, klein machen. Andererseits kann es passieren, dass du durch die Art, wie du die Ostergeschichte erzählst, den Kindern nur Angst machst.

Wie du beim Erzählen der Ostergeschichte keine Fehler machst.

1. Denke in gleichberechtigten Szenen.

Hast du schon einmal einen Ostergarten gesehen? Das Prinzip ist, dass du alle Stationen die mit Ostern zu tun haben in einem Bild szenisch darstellst. Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Die Martin Luther Schule in Zwickau hat da was Tolles gebaut. Schau mal hier! Auch die katholische Pfarrei St. Wehr war kreativ. Das kannst du dir hier anschauen.

In solchen Ostergärten wird jede Szene der Ostergeschichte gleichberechtigt behandelt. Jede Szene hat ihren Platz

  • der Einzug in JerusalemOstern_Weg
  • das Abendmahl
  • im Garten Gethsemane
  • Jesus vor Pilatus
  • der Gang nach Golgatha
  • die Kreuzigung
  • das Grab, der Grabstein
  • das leere Grab mit dem Engel oder Maria

Frage dich also, ob du die Kreuzigungsszene gleichberechtigt behandelst – an Zeit beim Erzählen, im Gespräch mit den Kindern, in der kreativen Vertiefung.

Natürlich kannst du mit den Kids auch einen Ostergarten basteln, so hast du wunderbar einen roten Faden durch die Geschichten um Ostern. Es kann dir eine Hilfe sein, jede Szene zu thematisieren und nicht über für dich schwierige Szene „rüberzuhuschen“.

2. Erkläre, was passiert ist.

Wenn du die Ostergeschichte nicht kennen würdest, würdest du wissen, was eine Kreuzigung ist? Könntest du mit dem Satz „Jesus ist gekreuzigt worden.“ etwas anfangen? Ich glaube nicht.
Vielleicht fühlt sich die Kreuzigungsgeschichte ein wenig an wie ein Aufklärungsgespräch mit deinem Sohn. Auch das ist etwas, wovor sich viele Eltern drücken. Und ja, das ist nicht einfach, aber notwendig und sinnvoll.

Ostern, Ostergeschichte, Kreuzigung im Kindergottesdienst erzählenJa, die Kreuzigung zu erzählen, braucht Übung. Und ich empfehle dir, wenn du diese Geschichte erzählen möchtest, dir Zeit zu nehmen und aufzuschreiben, was du erzählst. Und dann schau selbst, welche Worte verstehen die Kids, die vor dir sitzen. Erkläre dabei nicht Fremdwörter mit Fremdwörtern. Wenn du dir nicht sicher bist, dann gib jemand anderen den Text zum Lesen.

 

Hier eine Liste von Wörtern, die in der Ostergeschichte nichts zu suchen haben oder erklärt werden müssen.
Als Übung für dich kannst du genau diese Worte in 1-2 Sätzen kindgerecht erklären.

  • Kreuzigung
  • Sünde
  • für dich gestorben
  • Schwamm mit Essig
  • erlöse dich selbst
  • die Gräber taten sich auf
  • der Vorhang zerriss (erkläre diesen Hammer-Vorhang)
  • hinabgestiegen in das Reich der Toten
  • Auferstehung

3. Erzähle neutral.

Diese Geschichte hat keinen Platz zum Aufbauschen. Es ist eine dramatische Geschichte.

Vertraue darauf, dass sie einfach für sich stehen kann.

Ostergeschichte KreuzigungWenn du zum Beispiel erklärst, was eine Kreuzigung ist, lasse Attribute weg.  Furchtbare Hinrichtung, qualvoller Tod muss nicht sein. Es reicht für Kinder auch nur das Wort Tod oder Sterben. Wenn du ihnen erklärst, wie eine Kreuzigung passiert, wie Nägel durch die Hände geschlagen werden, erzähle es neutral. Kinder verstehen auch ohne deine Dramatik die Dramatik und fühlen den Schmerz.

4. Gib Raum für Fragen.

Kreuz2Hab keine Angst vor den Fragen der Kids. Es geschieht selten, dass die Kids wirklich Fragen zu der Geschichte stellen dürfen.

Wie ist es bei dir? Presst du die Geschichte in einen Zielgedanken, den du steuerst? Lass los. Gerade bei den älteren Kids, die die Geschichte schon 1000 Mal gehört haben. Fordere sie heraus Fragen zu stellen. Vielleicht lässt du sie auch anonym auf Zettel Fragen stellen. Gerade bei dieser Geschichte wünsche ich dir, dass du dem heiligen Geist vertraust. Du musst nicht in irgendeine Richtung pushen. Lass den Kids ihr Tempo.

5. Lies aus der Bibel.

Kinderbibel

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Wenn du dir das Erzählen der Geschichte nicht zutraust, dann lies die Geschichte aus der Bibel vor. Leider haben wir das Geschichten vorlesen schon fast verlernt. Du kannst dazu übrigens eine Kinderbibel nehmen. Besonders schön finde ich die Kinderbibel von Sarah Young. „Ich bin bei dir“. Die Ostergeschichte, wie sie dort beschrieben ist, lässt auch noch 8-Jährige zuhören. Lies langsam. Lass die Worte wirken. Lass Gottes Geschichte wirken.

Denn das, was Jesus für dich tat, wird die Kinder auch berühren, so wie es dich berührt hat. Darauf darfst du vertrauen. Und dann darfst du laut rufen:

„Der Herr ist auferstanden!“

Und die Kids schreien zurück:

„Er ist wahrhaftig auferstanden!“ und ich hoffe, du hast erklärt, was „wahrhaftig“ und was „auferstanden“ bedeutet, denn nur so können sie es wirklich verstehen.

Gott segne dich dabei.

Refugees welcome – Flüchtlinge willkommen – Menschen willkommen

Refugees welcome – Flüchtlinge willkommen – Menschen willkommen

Ich lebe voll gern in Deutschland. Ich mag die Sprache, ich mag die Jahreszeiten, ich mag die Ostsee, ich mag die Möwen, den Rhein, Berlin. Ich lebe einfach gern hier.
Früher habe ich oft gesagt, dass ich hoffe, dass Gott mich nicht ins Ausland in die Mission schickt. Gott liebt mich, er hat es (bisher) auch nicht getan und ich bin davon überzeugt, dass er das auch nicht tun wird, sondern, dass er mich genau hier in Deutschland zum Kindergottesdienst-Coach berufen hat.

Doch was wäre, wenn…

Was wäre, wenn ich, obwohl es mir hier in Deutschland gut geht, den Drang verspüre, nach Japan, Bulgarien, Island, Taiwan, Äthiopien oder Hawaii umziehen zu wollen. Einfach so. Ich würde wollen, dass ich das einfach kann. Dass ich das darf. Ok, der Papierkram, ok Geld für Visum und so. Aber ich möchte das dürfen können. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich es dürfte.

Ich möchte dorthin ziehen dürfen, einfach weil ich möchte.

Ich gebe zu, ich habe nicht viel Ahnung von Politik. Doch ich bin Mensch und habe eine genaue Vorstellung, wie mit mir umgegangen werden soll. Und ein Prinzip, egal ob Christ oder nicht, ist für mich da ganz logisch:

So, wie ich möchte, wie man mit mir umgehen soll, genau so habe ich den Anspruch an mich, möchte ich mit anderen Menschen umgehen.

In der Bibel wird das als die  Goldene Regel  bezeichnet. Sie steht in Matthäus 7,12.

„Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“

Sprich, das heißt für dich:
Alles, was du von anderen erwartest, das tu auch ihnen.

Was erwartest du?

Ich erwarte sogar, dass ich einfach nur, wenn ich Lust habe, woanders hinziehen kann. Ist das dreist? Nö. Ich finde diese Erwartung total in Ordnung.

Was passiert derzeit? Menschen machen sich auf den Weg, in ein anderes Land. Viele nach Europa. Ganz ehrlich, mir ist der Grund piepsegal. Aber diese Menschen haben den Grund, dass sie in ihrer alten Heimat:

  • nicht gewollt sind
  • vielleicht sterben würden, denn es ist Krieg
  • ihre Familie nicht ernähren können
  • keine Ausbildung machen können
  • ihre Lebensqualität dort einfach so dermaßen schlecht ist, wie wir hier in Deutschland es uns gar nicht mehr vorstellen können
  • leiden
  • Hunger haben
  • nicht sicher sind
  • Angst haben
  • ach und so viel mehr

Na, wenn das keine wirklichen Gründe sind.

Diese Menschen haben sich auf den Weg gemacht, sie kommen. Wir können sie nicht wegschicken, denn sie sind da. Hörst du? Sie sind da. Das ist die Situation.

Refugees Welcome - Fluechtlinge willkommenDu kannst dir jetzt überlegen, ob du sagst „ich will euch aber nicht“ und sie feindlich anstarrst, nichts machst oder sie gar blöd anmachst oder ob du diese Menschen so behandelst, wie du behandelt werden möchtest. Ich dachte, für uns – gerade als Christen – ist klar: „Jeder ist willkommen.“ In jedem Schaukasten unserer Kirchen steht ein „Herzlich willkommen“. Ja, was ist denn nun? Doch nicht, oder wie?!

Nochmal, sie sind da und sie kommen. Menschen kommen zu uns. Es liegt allein an dir und an uns als Gemeinde, wie wir damit umgehen.

Mir ist es egal, was für Menschen kommen – ob sie als Wirtschaftsflüchtlinge kommen oder als Kriegsflüchtlinge.

Die Frage ist doch, warum kommen sie? Und die Antwort ist: Sie kommen, weil sie eine neue Heimat suchen. Sie suchen ein neues zu Hause. Und wenn ich diesen Grund weiß, dann kann ich nichts anderes sagen, als „Herzlich willkommen“. Ja, ich möchte das „Warum“ dieser Menschen kennen. Vielleicht ist es blauäugig oder naiv von mir. Doch wenn es diese Sehnsucht von Menschen ist, die Sehnsucht nach „zuhause“, dann reicht mir das sowas von aus.

  • ein Dach über dem Kopf
  • spielen mit meinen Kindern
  • sehen, dass sie lachen
  • Ausbildung machen können
  • zur Schule gehen können
  • genug zu essen haben

Herzlich willkommen.

Ich möchte nicht schimpfen, auf das was blöd, falsch oder zu langsam läuft und nur darüber reden, was andere falsch machen. Das raubt doch nur Energie. Energie, Kraft und Zeit, welche ich anders verwenden kann und möchte.

Nein, ich möchte mit Verantwortung übernehmen, für das, was nun in unserem Land passiert. Ich, Katrin Schneller. Und ich möchte die Menschen so behandeln, wie ich behandelt werden möchte. Und du?

Und dabei ist wichtig – nicht Angst soll mein Motivator sein, sondern mein Menschsein.

Hey, es gibt überall die, die was kaputt machen – übrigens auch im Kindergottesdienst. Na und, gebe ich deswegen auf? Sage ich: „Ab heute gibt es keinen Kindergottesdienst mehr?“ Nein.
Angst hemmt. Angst versetzt in Starre und die beste Möglichkeit sie zu bekämpfen ist, sie konkret zu hinterfragen. Sich zu fragen, wovor genau habe ich Angst.

Vielleicht bist du jemand, der Angst hat. Vor dem was passiert, wenn so viele Menschen, die anders sind als du, eine andere Kultur haben als du, eine andere Religion haben als du plötzlich und unvorbereitet da sind.

Dann frage dich, was genau ist es, was in deinen Augen passieren kann? Ganz konkret. Dann frage dich, ob das, was du denkst, was passiert, wirklich passieren kann. Ob das wirklich wahr ist, was du dir da ausmalst. Sei konkret. Bleib nicht in deiner Angst stecken, sondern stell dich deiner Angst. Benenne sie.

Ja, jetzt. Nimm dir die Zeit.

Und nun ist es deine Entscheidung, ob du ängstlich und negativ auf das schaust oder positiv. Vielleicht birgt das Ganze ja auch eine riesen Chance für uns als Gemeinden?! Schon mal drüber nachgedacht?
Menschen kommen zu uns. Sie suchen hier bei uns eine neue Heimat.

Wie oft heulen wir als Gemeinde, da

  • keine „Fremden“ kommen,
  • wieder evangelistische Tage sind und nur Gemeinde-Leute da sind, oder Menschen aus anderen Gemeinden, die unser Programm cool finden,
  • kaum Kinder im Kindergottesdienst sind.

Was für eine Chance.

Ich kann sie förmlich riechen, was das heißen könnte. Ja, da kommt Neues, Anderes und Befremdliches auf uns zu. Doch wie blöd wären wir, diese Gelegenheit nicht beim Schopfe zu packen. Wir haben die Chance, Menschen zu zeigen, was es heißt Christ zu sein. Vielen Menschen. Wie cool ist das denn.

Nein, ich möchte nicht, dass Angst alles übertüncht. Angst, vor diesem einen Prozent Eventualität, dass sich ein „gefährlicher Mensch“ einschleicht und wir deswegen nein sagen zu dieser riesen Chance.
Es liegt an dir – an mir – an uns, was wir damit machen. Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten, dass Integration geschieht.

Für mich ist „Integration“ das Zauberwort.

Integration, wo jeder von uns mitwirken kann, indem er in Liebe den Menschen, die zu uns kommen, begegnet. Ich möchte meinem Gegenüber zuerst Vertrauen schenken, ich möchte positiv rangehen. Denn das ist das, was ich auch von meinem Gegenüber erwarte.

Ich möchte nicht erst beweisen müssen, dass ich „nett“ bin. Möchtest du das?

Ich glaube daran, dass Integration möglich ist, doch wir müssen das wollen. Du musst das wollen. Und dann fangen wir an.

Ich bin dabei ein Konzept zu entwickeln. Die „Sofa-Zeit“.

SOFA – Sei offen für alle.

Ein Konzept, wie ein Arbeitszweig mit Kids in der Gemeinde aussehen kann.

Ganz bewusst nenne ich es nicht eine Arbeit mit Flüchtlingskindern. Durch diese Wortwahl trenne ich die Flüchtlingskinder schon wieder von den Kindern aus unserer Gemeinde. Alle sind Sofa-Kinder. Kinder, die in der Gemeinde willkommen sind, die sich gegenseitig akzeptieren und Freunde werden. Ja und auch mal streiten. So sind wir halt. Menschen.

Sofa-Zeit. Eine Zeit, in der christliche Werte gelebt werden. Eine Zeit, wo man auf dem Sofa chillt. Sofa ist gemütlich, Sofa ist zu Hause. Bei der Sofa-Zeit ist jeder willkommen.

Refugees welcome – Flüchtlinge willkommen – Menschen willkommen.

Denn ich möchte auch als Mensch überall willkommen sein und auf dem Sofa Platz nehmen können – für immer zu Hause sein. Also möchte ich auch jeden, der ein Sofa sucht – ein zu Hause sucht – willkommen heißen, hier in Deutschland.

Du auch?

Du möchtest über die Entwicklung der Sofa-Zeit auf dem Laufenden bleiben? Dann trage dich hier ein.
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