Frust im Kindergottesdienst – zu wenig Mitarbeiter

Frust im Kindergottesdienst – zu wenig Mitarbeiter

„Wer macht sie diesmal, diese Ansage im Gottesdienst, dass wir mehr Mitarbeiter in der Kinderkirche brauchen?“

Alle Kindergottesdienst-Mitarbeiter schauen bedröppelt auf den Boden. Unangenehm diese Aufgabe. Du weißt schon, wie sich das anfühlt, wenn du den Gang nach vorne gehst und alle Gottesdienstbesucher wissen:

  • Da kommt sie wieder.
  • Bettelt wieder rum.
  • Macht wieder ein schlechtes Gewissen.
  • Redet von: „Es ist die Zukunft unserer Gemeinde.“
  • Appelliert an die Eltern: „Es sind eure Kids.“

Nervig. Doch scheinbar der einzige Weg, um eventuell an neue Mitarbeiter ranzukommen.

Der Frust unter den Mitarbeitern ist groß. Theoretisch wäre man jede Woche „dran“, damit die Kindergottesdienst-Gruppen nicht unterbesetzt sind. Oder man schmeißt die Kids wieder zusammen. Das hat dann natürlich nichts mehr mit Kleingruppe zu tun. Gespräch ist nicht möglich und die Großen sind genervt, weil es wieder nur „Kindergartenkacke“ ist. Tja, und schon bist auch du als Mitarbeiter genervt, denn du machst zu viel oder die Gruppe ist zu groß oder die die Altersspanne zu groß. Und so sind alle genervt.

Es scheint ein Kreislauf zu sein.

Kindergottesdienst Frust zu wenig Mitarbeiter

Was wäre, wenn ihr als Kindergottesdienst-Mitarbeiter diesen Frust-Kreislauf durchbrechen könntet?

Hervorragend wäre das, oder?

Also los geht’s.

Du möchtest, dass es anders läuft? Dann musst du bei dir anfangen. Nirgends anders ist der Punkt, wo sich etwas ändern kann. Du kannst nicht verlangen, dass auf einmal aus dem Nichts Menschen motiviert sind und neu da sind.
Es werden nicht auf einmal weniger Kids da sein oder auf einmal nur noch Kids in einer Altersspanne von 2-3 Jahren. Klar kannst du für neue Mitarbeiter beten und sicher gibt es das, dass auf einmal eine Familie in deinen Ort zieht und beide motivierte Kindergottesdienst-Mitarbeiter sind. Natürlich mit Erfahrung und sie passen super in euer Team. Plötzlich ist alles ganz anders. Aber sind wir ehrlich. An ein Wunder dürfen wir glauben und hoffen, aber vielleicht geht’s auch anders.

Um deinen Frust, dein Genervtsein als Kindergottesdienst-Mitarbeiter loszuwerden, ist der einzige Weg bei dir anzufangen.

Erster Schritt: Verstehe, warum Bettelei nicht zieht.

Eigentlich weißt du, dass bei diesen Ansagen im Gottesdienst oder auch durch den Artikel im Gemeindebrief nicht wirklich Mitarbeiter gefunden werden. Wenn da nicht so ein kleiner Funken Hoffnung wäre.

Hier die 3 Gründe, warum dadurch keine neuen Mitarbeiter gefunden werden und dadurch der Frust noch größer wird:

  • Durch Betteln wird das schlechte Gewissen angesprochen und das schlechte Gewissen war noch nie ein guter Motivator. Du machst die Aufgabe mürrisch, weil sie getan werden muss. Soll so ein Kindergottesdienst-Mitarbeiter sein? Nein. Wenn du einen motivierten Mitarbeiter siehst, dann strahlt er, klatscht in die Hände, sagt: „Hier bin ich, was kann ich tun.“ und ist mit Feuereifer dabei.
  • Durch Betteln demütigst du die gesamte Kindergottesdienst-Arbeit. Das ist hart ausgedrückt, aber so empfinde ich das wirklich. Als ob wir es nötig haben zu betteln. Ist das das Bild, was du vom Kindergottesdienst vermitteln möchtest? Also ganz ehrlich, ich nicht. Ich will das nicht nötig haben. Schon allein das motiviert mich ;).
  • Durch das Betteln werden nur negative Dinge hervorgehoben. Achte mal darauf, wie die Ansage dann läuft. Du erzählst nicht, wie toll die Arbeit ist und wenn, dann wirkt es gestelzt und unnatürlich. Denn wenn die Arbeit so toll wäre, wieso musst du da vorne stehen und um Mitarbeiter betteln?! Die anderen sind ja nicht doof. Sprich, entweder du redest von den Missständen und das sind dann negative Assoziationen oder die Gottesdienst-Besucher fühlen sich leicht veräppelt oder angelogen. Wenn du davon sprichst, wie toll es ist, warum ist dann diese permanente Unterbesetzung?

Es gibt in den seltensten Fällen eine positive Wirkung beim Betteln. Also schmeißen wir diesen Punkt aus unserem Kreislauf heraus und schauen, ob wir etwas anderes finden.

Zweiter Schritt: Aktiviere deine Motivation?

Um nicht ins Betteln zu verfallen, ist die einzige Möglichkeit, um aus dem Bettelmodus herauskommen, wieder zu einem motivierten Mitarbeiter zu werden.
Ich gehe einfach davon aus, dass du das mal warst. Dass du mit viel Motivation und ohne Frust im Kindergottesdienst angefangen hast.

Wenn du das nicht genau weißt, dann lies doch nochmal den Artikel: „Kindergottesdienst – bist du da richtig? Was ist deine Motivation?“ (KLICK HIER)
In diesem Artikel stelle ich dir konkret die Frage, was deine Motivation ist und wie du dahinter kommst, was dich motiviert. Dort hinterfrage ich dich, wofür wirklich dein Herz schlägt. Lies den Artikel, damit dieser Frust aufhört. Denn nur wenn du motiviert bist, wirst du eine andere Taktik, um neue Mitarbeiter zu gewinnen, leben können.

Dennoch möchte ich dir auch noch einmal kleine Hilfen geben, damit du wieder zu deiner Motivation findest und aus deinem Frust herausfindest.

Es gibt 5 Bereiche, die du abchecken kannst, um zu schauen, ob du dort, wo du bist, richtig bist. Je mehr du davon im Kindergottesdienst ausleben kannst, umso motivierter bist du.
Natürlich können sich die 5 Bereiche überschneiden und man kann sie nicht exakt voneinander trennen.

Die 5 Motviationsbereiche – 1. Deine Fähigkeiten

Jeder Mensch auch du, hast Fähigkeiten. Ich bin mir sicher, du findest 10 Fähigkeiten. Denke dabei nicht an den Kindergottesdienst. Wenn du sie hast, schau, wie viele davon du in deiner Arbeit im Kindergottesdienst einsetzen kannst.

Du brauchst Inspiration für Fähigkeiten?
Eine Liste von Begabungen findest du zum Beispiel HIER.
Wer an diesem Punkt noch detaillierter rangehen möchte, dem empfehle ich dieses pdf.[

2. Deine Geistesgaben

Dazu mal 2 Bibelstellen – Korinther 12:4-11 und Römer 12:6-8. Lies mal nach, dort wird einiges genannt, wie zum Beispiel:

  • Weisheit
  • Erkenntnis
  • Glaube
  • Heilung
  • Wunder
  • Prophetie
  • Geisterunterscheidung
  • Zungenrede
  • Auslegung der Zungenrede
  • Hirtendienst
  • Lehre
  • Evangelisation

Ich möchte das Thema gar nicht weiter vertiefen, es gibt genug Predigten, Tests, Podcasts zu diesem Thema. Die Frage ist wieder, welche Geistesgabe(n) hast du und was davon kannst du im Kindergottesdienst einsetzen.

3. Deine Persönlichkeitsstärken

Da geht es darum, wie du etwas tust und ob du die Dinge auch im Kindergottesdienst leben kannst. Auch hier ein paar Anregungen:

  • stetig
  • zuverlässig
  • aufgeschlossen
  • kontaktfreudig
  • verantwortungsbewusst
  • mutig
  • optimistisch
  • risikobereit
  • aktiv
  • zielstrebig
  • Organisationstalent
  • Sinn für Humor
  • neugierig
  • feinfühlig
  • gewissenhaft
  • flexibel
  • treu
  • beziehungsorientiert

4. Deine Umgebung

Das klingt vielleicht ein bisschen doof bezüglich Kindergottesdienst, aber es ist wichtig. Bist du gern in deinem Raum? Ist er so gestaltet, dass DU dich wohlfühlst? Oder gruselst du dich vorher schon vor dem engen, dunklen, ungemütlichen, kalten Raum.

5. Deine Werte

Das ist die Frage nach dem „warum“. Jeder Mensch – auch du – hat sein eigenes Wertekonzept. Darum frage dich, welche Werte sind DIR wichtig? Werden diese Werte erfüllt?

Werte Kindergottesdienst-Mitarbeiter

Wie sieht es aus in deinen 5 Bereichen? Kannst du sie gut im Kindergottesdienst ausleben? Wo kannst du Bereiche aktiv selbst verändern? Du bist derjenige, der Dinge verändern kann.

Vielleicht tut sich sogar beim Lesen dieses Artikels in deinem Herzen etwas. Vielleicht bewegt sich etwas und du spürst neue Kraft und Motivation für deinen Kindergottesdienst und jetzt sind wir genau an dem Punkt, wo du den Frust-Kreislauf durchbrechen kannst.

Wenn du genug Motivation hast, ist der erste Durchbruch im Kreislauf geschafft. Du bist nicht mehr genervt.

Dritter Schritt: Ersetze die Bettelei

Ja, wie jetzt? Mit was denn? Mit deiner Ausstrahlung. Das klingt vielleicht banal, aber ich habe schon sooft die Erfahrung gemacht, dass allein die Ausstrahlung es ausmacht, um andere Menschen zu motivieren.

Wenn du von etwas begeistert bist, dann erzählst du auch begeistert davon. Dann bringst du ständig Stories an, die du erlebt hast und deine Augen leuchten und allein das ist ansteckend. Und nun stell dir vor, ihr – als gesamtes Kindergottesdienst-Team redet völlig begeistert von dem, was ihr tut, was ihr erlebt, lacht zusammen, freut euch aufeinander. Und zwar weil ihr wisst, wie eure 5 Motivationsbereiche gefüllt werden und gefüllt sind. Was wird passieren?

Andere wollen genau das, was ihr habt. So funktioniert der Mensch. Ihr seid ein Team, welches Freude ausstrahlt? Dann werden genau diese Strahlen andere erreichen. Aber ihr müsst strahlen und das schafft ihr nur, wenn ihr euren Motivationspegel oben haltet. Da müsst ihr ansetzen. Tief in euch drinnen.

Ja, das kann ein wenig dauern, aber auch nicht länger, als die Bettelei und im Endeffekt, wird die „Gewinnquote“ am Ende besser sein. Und dann habt ihr keinen Kreislauf mehr, sondern einen neuen Prozess.

Kindergottesdienst - MitarbeitergewinnungIch wünsche dir, dass ihr als Team oder du als Kindergottesdienst-Mitarbeiter diesen Frust-Kreislauf durchbrechen könnt und in einen neuen Prozess startet.

Buchempfehlung:

Werte… übrigens gibt es für die Arbeit im Kindergottesdienst (oder in der Familie) ein tolles Buch, wo das Thema Werte kreativ für Kids aufbereitet ist. Mehr dazu verrate ich dir in diesem Video.[/text_output][/vc_column][/vc_row][vc_row padding_top=“0px“ padding_bottom=“0px“ parallax=“true“ parallax_content=“parallax_content_value“ parallax_image=““][vc_column fade_animation_offset=“45px“ width=“1/3″][line][ultimate_icons align=“uavc-icons-center“][single_icon icon=“Defaults-play-circle-o“ icon_size=“75″ icon_margin=“5″ icon_color=“#336013″][/ultimate_icons][/vc_column][vc_column fade_animation_offset=“45px“ width=“1/3″][sbvcytc template=“6″ layout=“fitrows“ results_per_page=“1″ no_of_columns_desktop=“1″ no_of_columns_tablet=“1″ grid_thumbnail_size=“high“ wrapper_bg_color=“#3c7020″ enable_title=““ enable_description=““ enable_hd_tag=““ enable_video_views=““ enable_video_likes=““ enable_video_post_time=““ meta_color=“#2a6618″ pagination_type=“disabled“ preview_related=““ enable_carousel=““ user_id=“https://www.youtube.com/user/schnelli155″ channel_id=“https://www.youtube.com/channel/UCqcSyOzgVGEwWn_fM15UZCg“ playlist_id=“drB0jfWi7ZGVW9CvLczT53sgAX-7758Y“][/vc_column][vc_column fade_animation_offset=“45px“ width=“1/3″][line][ultimate_icons align=“uavc-icons-center“][single_icon icon=“Defaults-play-circle-o“ icon_size=“75″ icon_margin=“5″ icon_color=“#336013″][/ultimate_icons][line][/vc_column][/vc_row][vc_row padding_top=“0px“ padding_bottom=“0px“ parallax=“true“ parallax_content=“parallax_content_value“ seperator_enable=“seperator_enable_value“ seperator_type=“xlarge_triangle_left_seperator“ seperator_position=“bottom_seperator“ seperator_svg_height=“80″ bg_video=““ class=““ style=““][vc_column fade_animation_offset=“45px“ width=“1/1″][text_output]Werte für Kinder Buchvorstellung KindergottesdienstDu suchst

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3 Ski – Gleichnisse zum neuen Jahr

3 Ski – Gleichnisse zum neuen Jahr

„Katrin, ich bekomme dieses Jahr richtig gut Weihnachtsgeld, und ich habe mir überlegt, dass ich dich gern einladen möchte und mit dir zwischen den Jahren in den Skiurlaub fahren möchte.“

Wouhw, was für ein Angebot. Ein Angebot, welches ich nicht ausschlagen konnte, und so war ich dieses Jahr Ende Dezember für eine Woche zu zweit in Obermaiselstein im Allgäu.

Das erste Mal Ski fahren. Ok, als Kind und Teenie war ich jedes Jahr mit meinen Eltern in Thüringen auf’m Rennsteig Ski fahren. Aber das war ja „nur“ Langlauf. Ehrlich gesagt, konnten mich meine Eltern für diesen Sport nie richtig gewinnen. Zum Glück gab es ab und zu einen Berg, an dem sie mich einfach „absetzten“. Da konnte ich dann den Berg raufjuckeln und glücklich wieder runtersausen. Meine Eltern und mein Bruder sind dann die Loipen durch den Winterwald abgefahren.

Gleichnisse SkiDa stand ich nun – 25 Jahre später (das ist ein Vierteljahrhundert – lass dir das mal auf der Zunge zergehen) wieder auf Skiern. Und, was soll ich sagen, es machte Spaß.

Warum schreib‘ ich das? Was hat das mit Kindergottesdienst zu tun?

3 Ski – Gleichnisse für den Kindergottesdienst

Ich könnte auch Ski-Metaphern sagen :). Es geht also um Geschichten, die ich erzähle und die ich dann auf den Kindergottesdienst übertrage. Die Spannung steigt.

1. Der sowjetische Fahnenstoff

Gleichnisse bibel SkiIch bin ja in der DDR großgeworden und wir waren Profis im kreativen Erfinden und Improvisieren. Meine Mutter ist mir da echt ein Vorbild. Damals in den 80er Jahren hatten wir halt keine super Thermo-Ski-Anzüge. Also fuhren wir in Jeans oder Jogginghose Ski. Tja und sehr schnell waren unsere Hosen in der Wadengegend klatschnass. Also nähte meine Mutter uns aus dem guten roten Fahnenstoff Beinstulpen oder auch Stutzen genannt. Oben und unten Gummizug, so hielten die Dinger auch. Schon aus der Ferne erkannte man Familie Schneller an ihrem leuchtendroten Beinschmuck. Aber, immerhin wurden nun unsere Waden nicht mehr so schnell nass.

Was dir das Gleichnis sagen kann

Oft erlebe ich murrende Kindergottesdienst-Mitarbeiter.

  • Wir haben nicht genügend Stifte, Papier, Scheren, Räume, Mikros
  • Wir haben nicht genügend Mitarbeiter
  • Ich habe nicht genügend Zeit zum Vorbereiten (Kennst du schon mein E-Paper „Die einfachste Strategie, wie du mit wenig Zeit einen TOP-Kindergottesdienst hinlegst“  – dann klick hier und lade es dir kostenlos herunter)

Und und und

Ja, ich weiß, manchmal nervt es dich, wenn du ständig improvisieren musst.

  • Aber macht es nicht auch Spaß?
  • Ist es nicht manchmal auch witzig?
  • Macht es dich nicht auch gerade deswegen besonders?

Ich glaube, es hat etwas mit entscheiden zu tun. Ob ich versuche, das Beste daraus zu machen oder ob ich darüber meckere, was ich nicht habe und was besser sein müsste.
Klar, wir hätten uns damals aufregen können, dass es keine Skiklamotten gibt. Aber ehrlich, was hätte es gebracht? Nur schlechte Laune. Und so peinlich, wie uns Kindern die selbstgenähten Stulpen unserer Mutter waren, so witzig war es auch wieder.

Also – du hast die Wahl. Du kannst dich entscheiden, ob du das Beste aus dem, was du hast, machst oder dich zum Opfer machst. Denn nichts anderes ist es. Entscheide dich.

2. Überholtes kann nicht überholen

]Kälte Skifahren GleichnisseTrotz des roten Fahnenstoffes ist eine Sache mir in grauseliger Erinnerung. Die Kälte. Ich hab echt sooo gefroren beim Skifahren. Oder geschwitzt. Ich dachte meistens, ich habe Eisklötzer als Füße. Ich war mir als 7-Jährige sicher, dass, wenn ich die Skischuhe und meine Socken ausziehe, ich kleine Eiswürfel zwischen meinen Zehen herauspopeln kann. Dem war nicht so.
Gleichnisse ski HalsschmuckDann dieses Gefummel, die Skibindung auf und zu zu machen. In den Skischuhen war hinten so eine Rille und da musste diese Metallbindung rein, die man vorher als Halsschmuck mit sich rumgetragen hat. Das ging natürlich nicht, wenn man Handschuhe anhatte – nein. Mit bloßen Händen hast du im Schnee diese Bindung reingefriemelt. Heute hast du die Skischuhe an und mit einem kräftigen Fersenkick bist du drin in den Skiern.
Das erste, was ich dachte, als meine Freundin die Einladung ausgesprochen hatte, war: „Ich friere jetzt schon.“ Bevor es diesmal – sagte ich bereits, dass seitdem 25 Jahre vergangen sind – in den Ski-Urlaub ging, wollte ich schauen, was es Neues auf dem Markt gibt und mich einkleiden. Frieren ist echt so furchtbar.

 

auf dem neuesten Stand Ski GleichnisseDa war ich also in meinem schicken neuen pinken Ski-Outfit. Darunter natürlich herrliche doppelt gefütterte Schweiß-aufsaugende lange Unterwäsche. Das Teuerste waren dann die Handschuhe. Dicke hohe Skistrümpfe machten meine Anzieh-Ausrüstung komplett.

Was soll ich sagen. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben nicht gefroren beim Skifahren. Ich war klatschnass geschwitzt, aber die Sachen saugten ja auf – wow… ich bin nicht kalt geworden.

Nie, nie wieder werde ich die Sachen von vor 25 Jahren zum Skifahren anziehen.

Was dir das Gleichnis sagen kann

In unserem Beruf, in unserer Freizeit gehen wir mit der Zeit. Es wird verbessert und optimiert. Es gibt den Geschirrspüler, wir machen Excel-Tabellen und und und. So sind wir Menschen. Warum tun wir das so wenig in unseren Gemeinden und im Kindergottesdienst? Die Frage ist ernst gemeint. Wir benutzen Material und Methoden von vor 25 oder 50 oder 100 Jahren und wundern uns, dass die Menschen nicht in unsere Gemeinden kommen. Wunderst du dich ehrlich, dass Kids dann den Kindergottesdienst langweilig finden, dass Menschen Gottesdienste als veraltet empfinden? Das ist so unlogisch.

Überall gehen wir doch mit der Zeit. Warum nicht in der Gemeinde? Das ist so wenig wertschätzend Gott gegenüber (und den Kids gegenüber).

Überall sind wir auf dem neuesten Stand, wollen das Neueste, warum nicht im Kindergottesdienst? Es gibt so coole Materialien. Es gibt so gute Schulungen.

Ich sage nicht, dass alles von vor 25 Jahren schlecht ist. Gar nicht. Und viele Lieder die damals in waren, sind es heute auch wieder. Aber vielleicht sollten wir auswählen, was mit der heutigen Zeit kompatibel ist und ansprechend. Vielleicht hätte mir damals das Skifahren mehr Spaß gemacht, wenn ich warme mollige Kleidung gehabt hätte. Trotzdem bleibt Skifahren Skifahren. Egal wie die Kleidung ist.

Und so bleibt auch Evangelium Evangelium – nur die Verpackung geht mit der Zeit.

Mit Überholtem können wir nicht auf der Überholspur sein, aber das ist doch unsere Sehnsucht, dass wir andere mitreißen für Jesus.

3. Die ewige Eisplatte

Nachdem ich 5 Mal die eine blaue Piste runtergefahren bin (blau bedeutet leicht), wollte ich mich nun an der nächsten blauen Piste versuchen. Leider stieg ich in den falschen Lift.

Und da stand ich nun – eine rote Piste (mittelschwer) lag vor mir.

Ski_EisplatteDer Lift ist an dieser Piste langgeführt worden und ich wusste, was mich erwartet. Das erste Stück war hervorragend. Doch dann – dann kam er der Eisbuckel und dann der steile Hang. Dazu kam – kein Naturschnee. Aber ich musste doch irgendwie runter. Es gab keine Treppen, es gab kein Lift der runterfährt.

Und dann lag er vor mir dieser Abhang mit versteckten Eisplatten. Meter für Meter ging es nach unten. Halb schliddernd auf’m Hosenboden (danke für meine pinke Skikluft). Immer wieder hievte ich mich hoch. Zwischendurch ein paar Wuttränen. Doch irgendwann kam ich unten an.

Was dir das Gleichnis sagen kann

Zwei Sachen.

Erstens:
Ich stehe nicht für ein Wohlfühl-Evangelium: Gott liebt dich – alles ist erlaubt, dir wird vergeben. Nein, manchmal muss man sich auch durchbeißen.

Damals musste ich mich durch Kälte durchbeißen. Und durch die unendlich langen Kilometer bis zur Gaststätte (heutzutage Restaurant). Echt der verschneite Wald nahm kein Ende. 25 Jahre später musste ich mich über die Eisplatten kämpfen und die steilen Abhänge. Das bleibt.
Skifahren ist eine tolle Sache (besonders weil es Lifte gibt und ich nicht mehr den Berg im Grätschgang hochjuckeln muss und weil es warme Klamotten gibt). Dennoch gibt es schwierige Passagen, mit Eisplatten und Kunstschnee.

Das Evangelium ist die beste Sache der Welt. Aber es bewahrt uns nicht vor blauen Flecken.

Wir leben in der Welt und noch nicht bei Gott. Aber Gott hilft uns, dass wir am Ziel – bei IHM – ankommen. Er hilft dir durch Menschen, durch Gemeinde, durch deine Begabungen, deine Cleverness, durch die Bibel und Gebet und vieles mehr.
Das nächste Mal werde ich noch einmal die rote Piste probieren. Und dann werde ich diesen Eisbuckel besser bewältigen. Was ist dein Eisbuckel?

Zweitens:

Gleichnisse Ski dankbarIch bin so dankbar, dass ich damals als Kind die Grundlagen des Skifahrens erlernt hatte. Keine Ahnung, wie ich sonst runtergekommen wäre. Ich wusste, wie ich fallen muss, wenn ich falle. Ich wusste, wie ich die Skistöcke in das Eis rammen muss, um wieder hochzukommen. Ich hatte ein gutes Balance-Verhalten erlernt. Es war verinnerlicht und ich konnte es abrufen.

 

 

Genau so ist das auch mit unseren Kids. Wir legen die Grundlagen. Was für eine Aufgabe.

Und auch wenn manche Kinder irgendwann nicht mehr in die Gemeinde kommen, die Grundlagen sind da. Auch wenn wir es vielleicht nicht erleben, wir wissen nicht, wann sich ein Ohrwurm zu ihnen stiehlt und singt „Einfach spitze, dass du da bist.“
Wenn du einem Kind immer wieder sagst: „Gott liebt dich. Du bist wertvoll.“ sind das Grundlagen, die du in das Herz des Kindes pflanzt und die sind da ganz fest verankert.

Welche Grundlagen legst du? Was für einen Gott vermittelst du?

Ich wünsche uns, dass wir uns für dieses Jahr 2016 bewusst werden,

  • wir können dankbar sein, für das, was wir haben,
  • wir dürfen mit der Zeit gehen und Neues ausprobieren,
  • es gibt Eisplatten und jeder hat seine eigenen Eisplatten,
  • wir prägen unsere Kids und legen das Fundament in dem, an was für einen Gott sie glauben.

Eine großartige Aufgabe.