Disziplin im Kindergottesdienst – Wenn Kids nicht wie du wollen

Disziplin im Kindergottesdienst – Wenn Kids nicht wie du wollen

 

Vorletzten Sonntag war es mal wieder soweit, ich hab ein Kind rausgeschickt: „Ab in den Gottesdienst zu deinen Eltern!“ Ganz ehrlich, ich hasse das. Ja – ein ganz schlimmes Wort, aber es ist so – für mich ist das „zu den Eltern schicken“ wirklich die letzte Lösung, aber manchmal hab ich das Gefühl, es geht nicht anders.

Bei uns ist es meist einer der älteren Jungs, der dann Schimpfwörter durch die Gegend schießt, der rülpst, der Furzgeräusche macht – wenn es um die Arche geht, die ganze Zeit Arsch sagt usw.

Man ejh.

Wenn ich dann unterbreche, zu ihm hingehe, meine Hände auf seine Schultern lege, passiert es manchmal dass er wirklich guckt und es dann wieder 10 Minuten geht. Aber manchmal eben nicht, dann guckt er nach oben und macht erst recht noch weiter.

Ich mag ihn. Wirklich. Er ist clever, das weiß ich. Ich hab schon tolle Gespräche mit ihm geführt. Aber er weiß, wie er von den anderen Kids – insbesondere den jüngeren Jungs – die Aufmerksamkeit bekommt und das genießt er.

Hey, jeder möchte Aufmerksamkeit, jeder möchte besonders sein. Aber ja, es ärgert besonders, wenn man weiß „Der hat das doch gar nicht nötig. Er könnte doch durch andere Sachen glänzen – besonders sein.“ Doch er hat verankert, dass diese Schiene funktioniert, um im Mittelpunkt zu stehen. Und ganz ehrlich wir als Kindergottesdienstmitarbeiter wissen auch, dass wir nicht diejenigen sind, die diesen Automatismus unterbrechen können. Vielleicht können wir so ein winziges Schräubchen stellen, vielleicht kleine lichte Momente schenken – aber jetzt in dem Moment… nicht wirklich.

Doch wie kann ich – wie kannst du – damit umgehen?

Finde heraus, warum es dich so ärgert

Du hast alles so gut vorbereitet. Du hast einen Zielgedanken, du hast meinen roten Faden und dann kommt dieses Kind und du kannst dein tolles Programm nicht durchziehen. Das ist doch Mist. Das kann doch jeder verstehen, dass es dich ärgert.

Manchmal geht es einfach nicht um dich und dein Konzept. Das kann toll sein doch, du arbeitest mit Menschen und da hat jeder sein eigenes Konzept. Du musst damit leben, dass du dein Konzept nicht durchziehen kannst.

Ich weiß, das ist hart. Es wirkt so unbefriedigend. Aber es ist nur so unbefriedigend, weil du für dich in deinem Konzept nur diesen einen Weg siehst.

Wer mit Menschen arbeitet, muss wissen, dass es immer viele Wege gibt.

Zumindest scheint es so. Du hast dir Zeit genommen. Du hast dir Mühe gegeben. Du investierst und nun soll das umsonst gewesen sein? Ärgerlich. Höchst ärgerlich.

Es war nicht umsonst. Ja – es kommen wahrscheinlich nicht die 100% an, die du dir beim Vorbereiten überlegt hast. Aber sorry, da müssen wir auch echt von wegkommen, dass alles genauso oder noch besser läuft, als wir es uns überlegt haben. Auch nicht mit Gott an deiner Seite. Gerade im Kindergottesdienst gibt es nicht nur schwarz weiß. Es war nicht alles Sch… Überlege dir, warum deine Vorbereitung nicht ganz umsonst war.

Die Nuancen im Kindergottesdienst sind es, die die Zeit bunt machen.

Das ist das, wo ich mich am meisten ärgere und ich frage mich oft, warum genau da – genau da, an dem Punkt, der mir am wichtigsten ist, ich gestört werde. Ich schaffe es sogar immer mal wieder die Kurve zu bekommen, aber innen drin, man ärgere ich mich da.

Und ganz ehrlich, weil es mich so getroffen hat, bin ich unbarmherziger. Wenn ich jetzt im Nachhinein raufgucke, weiß ich, dass ich nur so streng war, weil mein Höhepunkt gestört wurde.

Ich muss mir da immer sagen:

Mein Höhepunkt im Kindergottesdienst ist nicht für alle der Höhepunkt.

Das tut mir manchmal weh, aber so ist es. Für viele Kids ist das Basteln der Höhepunkt oder das Gespräch in der Kleingruppe oder das Singen.[Kennst du das? Du hast dir was ganz Tolles überlegt und dann machen die Kids nur Mist damit oder finden es langweilig.

So sind wir – so sind Menschen. Das, was ich toll finde, finden nicht alle toll. So komisch, dass wir das im Kindergottesdienst nicht akzeptieren. Letzten Sonntag war das nämlich genau der Punkt. Wir haben aus Pfeifenputzern Spinnen und Schildkröten gebastelt. Die Kids waren begeistert. Tja, nur ein Kind nicht. Grrrr … Warum ärgert mich das so? Alle Kids bis auf einen fanden es klasse.

80 ist die neue 100.

Das ist ein Satz, den ich für mich annehmen möchte, den ich inhalieren möchte, leben möchte. Ich glaube, dass ich dadurch glücklicher und zufriedener werde – denn ich bin ein 110% Mensch. Wenn du das nicht bist, ist 80 ist die neue 100 nicht dein Satz.Ist das so? Ist das nicht nur dein Blickwinkel? Sie werden doch nur gestört in dem, was du denkst wie es laufen soll. Ich kann das auch nur ganz schwer aushalten, aber wenn ich von außen auf die Situation gucke – die Kids haben gelacht, sie haben sich sogar ausgeschüttet. Einige haben in dem Pupskonzert mitgemacht. Sie hatten Spaß. Tja, aber es war nicht DEIN Spaß.

Ich frage dich (und mich) – eigentlich ist es doch der Punkt da oben: Ich würde in dem, was ich sagen wollte, gestört. Meine Ansicht, dass das was ich über Gott und Jesus erzählen wollte, ist doch viel wichtiger und anständiger als jetzt hier rumzurülpsen. Es passt nicht in unser Bild, wie der Kindergottesdienst abzulaufen hat.

Stimmt dein Bild?

Wer legt das fest? Ja, ich finde auf jeden Fall, dass auch ich mich wohlfühlen muss. Denn wenn ich mich im Kindergottesdienst nicht wohlfühle, im Setting, wie es läuft, wie die Lautstärke ist, wird meine Motivation sinken. Auch du bist Teil der Kinderkirche. Auch du darfst gut behandelt werden. Die Kids dürfen nicht auf dir und deinen Gefühlen rumtrampeln. Doch wie ist das mit dem „sich Wohlfühlen beim Vater“, dem „ein Leben mit Jesus macht Spaß“.

Ich versuche immer mehr anzunehmen, dass mein Spaß nicht unbedingt der Spaß der Kids ist und dazu möchte ich dich auch anregen.

Ist der Spaß der Kids wirklich so unpassend im Kindergottesdienst? Wer legt das fest, was ok ist und was nicht ok ist?

Was danach geschah

Nach dem Kindergottesdienst bin ich zu dem Jungen hingegangen und habe das Gespräch gesucht. Ich finde das wichtig, das Gespräch mit den Menschen, mit denen es nicht so gut läuft, zu suchen. Warum sollte ich das nur mit Erwachsenen machen. Und ich habe von mir erzählt, dass ich mir Mühe gegeben habe. Ich habe ihn um Rat gefragt, was ich tun kann, damit es ihm mehr Spaß macht.

Nein – es kamen da keine glorreichen Ideen, aber ich glaube, er hat gemerkt, dass ich ihn ernst nehme und ihn nicht runtermache und beschimpfe und ich hoffe, dass das der richtige Weg ist.

Ebenso habe ich das Gespräch mit seiner Mutter gesucht. Ich habe ihr gesagt, dass ich mit ihrem Sohn gesprochen habe, dass es leider nicht so optimal lief, aber dass ich mich freue, wenn er da ist. Und ich habe sie gefragt, ob sie Lösungsvorschläge hat. Ich habe die Erleichterung gespürt, dass es keine Meckerei auf ihren Sohn gab. Auch das ist für mich mein Auftrag – zusammen mit den Eltern zu arbeiten. Niemandem bringt es etwas, wenn ich mich über die Kids aufrege. Denn wir haben das gleiche Ziel, dass unsere Kids gerne in die Gemeinde kommen und das sie Jesus als Freund und Gott als tollen Vater erleben.

Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 4 – WAS

Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 4 – WAS

Jetzt kommt der spannende Moment. Jetzt ist er endlich da.

Jetzt ist der Moment, wo die meisten eigentlich schon durch sind, schon alles erledigt haben, obwohl noch gar nicht klar war, wer das WER war und was das WARUM war und ob das WIE optimal ist. Es geht um das WAS.

Du weißt nicht, was mit Wer, Warum und Wie gemeint ist – dann lies erst diese Artikel:

Es geht um das: „Was machen wir heute konkret im Kindergottesdienst?“

Vieles bei dem „Was“ hängt davon ab, wie ihr Kindergottesdienste plant. Ich unterscheide einfach mal grob in 2 Richtungen.

  1. Ihr habt einen Plan und geht nach einem Heft oder Buch und du bist mit einer bestimmten Lektion dran
  2. Ihr sitzt alle paar Wochen zusammen oder du allein mit dir und überlegt, was denn so die nächsten Male oder das nächste Mal im Kigo laufen kann.

Hier ist natürlich der Vorteil, dass meist sehr kreative und auch kompetente Menschen vorgedacht haben. Doch so ein vorgefertigter Plan verleitet auch, nicht so tief in die Materie einzutauchen und natürlich ist es auch Quatsch alles neu zu erfinden. Dennoch, schau, ob das Warum wirklich für dich passt, denn wenn du den Zielgedanken um wirfst, passt meist der ganze Rest auch nicht mehr und du darfst dich auf das „Was mache ich denn nun wirklich im Kindergottesdienst stürzen.

Mir persönlich fällt es schwer nach einem Plan, den sich wer anderes überlegt hat, zu arbeiten. Aber ich genieße die vielen Sachen im INternet oder auch in Büchern, die es gibt, um mich inspirieren zu lassen. Doch das frisst oft sehr viel Zeit.

Doch wie gehst du nun am besten vor, wenn du schon ein vorgefertigtes Programm hast?  

1. Schau, inwieweit für dich die biblische Geschichte mit dem Zielgedanken übereinstimmt.

  • Was hat der Schreiber sich dabei gedacht?
  • Wo genau kommt denn in der Geschichte der Zielgedanke vor?
  • Erzähl nicht einfach die Geschichte, sondern fühl dich rein in das Warum. Erst, wenn du das hast, dann mach weiter.
  • Solltest du den Zusammenhang zwischen der Geschichte und dem Zielgedanken nicht finden, dann such dir entweder eine andere Geschichte oder einen Zielgedanken, der zur Geschichte passt und der deine Kindergottesdienst-Kinder trifft.

Mir ist es so wichtig, dass wir davon wegkommen, als höchstes Ziel in der Kinderkirche das „Kindersollen Geschichten der Bibel kennenlernen“, zu haben. Gott ist ein persönlicher Gott. Also lasst uns die Geschichten persönlich werden lassen. Das geht nur, wenn der Zielgedanke klar ist.

2. Zielgedanke und Geschichte passt?

Super. Weiter geht’s mit den nächsten vorgeschlagenen Programmpunkten.

  • Sind sie zielgedanken-passend?
  • Kannst du damit was anfangen? Nutze sie.
  • Etwas passt nicht? Schmeiß es raus.

3. Orientiere dich an deinem „Wie-Ablauf“ und setze die Bausteine, die du hast zusammen.

Was du dann noch tun kannst, um dir dein eigenes Ding zu erarbeiten erfährst du unter „Kindergottesdienstplanung zusammen im Team“.

Ich liebe es im Team zusammen zu überlegen, was denn so als nächstes für die Kids und uns dran ist. Dabei starte ich gern, dass ich davor schon mit Mitarbeitern ins Gespräch komme. Auch durch die Gespräche mit den Eltern kommen Ideen, was denn so „dran“ ist. So ist uns meistens, wenn wir uns treffen schon klar, was so das Oberthema sein wird. Derzeit ist das bei uns das Thema „Freundschaft“. Eltern kamen zu mir und sagten, dass ihre Kids nicht wirklich Freunde haben, sie deswegen nicht so gerne kommen.

Und jetzt wieder – an dem Punkt startet man oft, was für Geschichten kennen wir denn aus der Bibel zum Thema Freundschaft. Doch da heißt es auszuhalten und erst zu überlegen, was wollen wir denn den Kids sagen. Und so formulieren wir erst die „Warums“ die Zielgedanken. Wir legen da einen roten Faden von Zielgedanken, der in sich schlüssig ist. Beim Thema Freundschaft war uns klar, dass es halt erst einmal darum geht, sich selbst anzunehmen, denn nur wenn ich mich selbst mag, kann ich auch drauf vertrauen, dass andere mich mögen und so bin ich für Freundschaften offener.

Wir sind dann auch erst einmal in einen Austausch eingestiegen.

  • Wie kann man denn in der Gemeinde überhaupt Freundschaften pflegen?
  • Wie können wir im Kindergottesdienst da unterstützen?
  • Wie entstehen überhaupt Freundschaften?

Du siehst, alles noch gar nichts zum Thema des „WAS“. Klar hätte man auch schnell bei David und Jonathan landen können, doch dann wäre das „wie“ vor dem „warum“ und schon bist du nicht mehr bei den Kids – dem „wer“.

Wenn dein Zielgedanken-roter-Faden fertig ist, dann starten wir mit dem Brainstorming.

Alles ohne Wertung. Alles darf genannt werden. 

  • Geschichten die einfallen,
  • Spiele,
  • Bastelsachen,
  • Lieder,
  • andere Kreativideen.

Manchmal kristallisiert sich dann heraus, ob es z.B. eine Sache gibt, die sich durch die Themenreihe durchzieht. Z.B. beim Thema Freundschaft ist uns schnell klar geworden, dass wir mit jeder Gruppe irgendwie ein Haus bauen/basteln wollen, welches von Woche zu Woche mit den Themen vervollständigt wird – das Fundament, was sind die Stützen, wer ist in dem Haus, welche Räume usw.

Und dann geht es an den Feinschliff – wie soll welcher Kindergottesdienst konkret aussehen. Auch da haben wir immer das „wer“ im Blick. Wir haben z.B. 3 Teens die jeweils einen Charakter als Handpuppe spielen. Doch was bringt es, sich da eine Idee zusammenzuwurschteln, was den Zielgedanken trifft, wenn diese Person nicht da ist?

In dem Brainstorming kam bei uns heraus, dass wir uns näher mit den Jüngern beschäftigen wollen. Ich muss gestehen, davor habe ich null daran gedacht, aber das ist das, was sich dann im Brainstorming ergeben hat.

  • Sie waren unterschiedlich – wie wir.
  • Sie hatten ein Ziel – warum sind wir eigentlich hier.
  • Sie waren alle auf ihre Art und Weise liebenswert.
  • Sie haben gestritten, sie haben sich versöhnt.
  • Jesus nahm sie an.

Fundament im KindergottesdienstBei uns schreibt jeder mit. Dennoch ist es mir wichtig, dass das Ganze, was erzählt worden ist, in eine Form zu bringen. Ich nenne es Bausteine für den Kindergottesdienst.

Dabei:

  • surre ich den Zielgedanken noch einmal fest.
  • Benenne die Fokusworte.
  • Sammle die Liedvorschläge und gebe Impulse, wie man sie einleiten kann.
  • Zähle Spielmöglichkeiten, Interaktionsmöglichkeiten, Bastelmöglichkeiten auf, die auf den Zielgedanken zugeschnitten sind.
  • Erstelle einen Leitfaden für das Gespräch mit den Kids.
  • Schlage ein Startspiel vor und schließe mit einem Ende ab.

Natürlich klappt nicht alles immer so, wie man sich das vorstellt.

  • Es fallen Leute aus, auf einmal ist etwas länger oder kürzer als man dachte.
  • Jemand hat etwas vergessen, es kommen zu viele oder zu wenig Kids.
  • Der Gottesdienst geht kürzer als erwartet und Eltern stürmen rein.
  • Irgendwer hat einfach ’nen schlechten Tag.
  • Du hattest nicht so viel Zeit etwas vorzubereiten, wie du eigentlich wolltest.

So ist das nun mal, aber wir haben das für uns beste gegeben, um den Kids ganz nah zu sein, um sie für Gott zu begeistern.

Es geht nicht um das „was“ es geht um das „warum“. Doch wenn du das Warum vor Augen hast, dann ist das „was“ gar nicht mehr so schwer. Ich versprech’s dir :).

Du möchtest davon berichten, wo ihr mal ein ganz tolles „Was“ hattet? Dann immer ran und kommentiere unten. Ich freu mich.

 

Du und dein Kindergottesdienst profitierst von den Sachen die ich schreibe? Du möchtest, dass es weiter Artikel gibt von deinem Kindergottesdienst-Coach? Dann spende. Wieviel, ist ganz dir überlassen.

DANKE sagt Katrin Schneller, dein Kindergottesdienst-Coach

 

Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 3 – WIE

Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 3 – WIE

Nein, es geht immer noch nicht um die Inhalte. Ich weiß, du wartest darauf – auf diese „Wann kann ich endlich meiner kreativen Ader freien Lauf lassen. Doch nach dem WER und dem WARUM kommt erst noch das WIE. Klick auf die Wörter, um die jeweiligen Artiekl dazu zu lesen.

Doch keine Sorge, das „WIE“ muss nicht jeden Sonntag auf’s Neue großartig durchgekaut werden, aber es lohnt sich, da immer mal wieder genauer hinzuschauen.

Bei dem WIE geht es um den Ablauf.

Habt ihr einen bestimmten Ablauf? Wann habt ihr das letzte Mal darüber nachgedacht, ob diese Abfolge noch sinnvoll ist? Wenn es bei dir in der Kinderkirche nicht so läuft, wie du es dir vorstellst, kann es an dem „Wie“ liegen.

Wie sitzen die Kinder?

  • Hat jedes Kind genug Platz.
  • Sitzen sie bequem, aber nicht zu bequem.
  • Sind Störelemente entfernt – Jacken, Taschen usw. müssen nicht bei den Kids liegen.
  • Ist es hell genug und nicht zu warm oder kalt.
  • Kann jedes Kind gut sehen und auch hören.

Wie und wo sind die Mitarbeiter verteilt?

  • Haben sie Kontaktnähe zu den Kids. Manchmal reicht es aus, direkt hinter verhaltenskreativen Kindern zu sitzen. Die berühmte Hand auf der Schulter ist da manchmal Gold wert – aber die kann nur gelegt werden, wenn man da auch sitzt. Dann erst hinlaufen zu müssen oder aus der Entfernung „psst“ oder so machen zu müssen, stört meist noch mehr.
  • Sitzen sie gut verteilt.
  • Sitzen sie nicht privilegiert. Nichts ist ungerechter, wenn die Mitarbeiter auf Stühlen sitzen dürfen, nicht mitmachen, quatschen, sich anlehnen dürfen und Kids dürfen es nicht. Mitarbeiter die nur auf richtigen Stühlen sitzen können, auf Grund ihrer Gesundheit sind a natürlich ausgenommen.

Wie ist das Ankommen gestaltet?

  • Kids brauchen etwas zum Ankommen. Sei es ein Spiel oder ein Frage. Ich finde dabei wichtig, dass es etwas ist, wo man erst einmal mitmachen kann oder nicht. Auch wenn ein Kind erst einmal nicht mitsingt, ist das nicht schlimm. Lass es ankommen. Ich persönlich brauche das auch. Ich stehe bei der Ankommensphase auf ein Spiel. Meist von Vorne oder in 2 Gruppen, wo man mitmachen kann oder nicht. So einfache Spiele wie Montagsmaler, Jengaturm, Pantomime raten sind da ganz gute Richtwerte (und natürlich gleich in Verbindung zum Thema).

Wie ist die Abwechslung zwischen zur Ruhekommen und Austoben gestaltet?

  • Für mich kommt das Toben nicht zum Schluss, weil gerade die Jungs brauchen das mal. Dadurch entsteht leicht ein „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, das ist schade. Ich würde auch nie mit einem Spiel belohnen. Jeder Moment im Kindergottesdienst hat für die Kids einen Wert, wenn es in guter Balance ist. Wenn die Kids durch ein Lied z.B. richtig ausgepowert werden, dann freuen sie sich (und ich mich auch :)), wenn sie danach auch zur Ruhe kommen können. Meist mache ich das auch gleich im Lied. Ich ende nicht laut – ich ende leise. Aber davor ging es karachomäßig ab.
  • Auch in einer biblischen Geschichte kann es turbulent zugehen und ehrlich gesagt sind die meisten biblischen Geschichten sehr dramatisch. Koste es aus, dieses Austoben und zur Ruhekommen. Und wer dabei was macht – das habt ihr ja schon beim „WER“ geklärt.

Wie kann es persönlich werden?

  • Dabei geht es nicht nur um die Kids, sondern auch um dich. Für mich sind das die heiligen Momente, wo es zwischen mir und den Kids privat wird. Ich schaue, immer, wo ist dieser Augenblick, wo irgendjemand von uns Mitarbeitern etwas von sich erzählen kann, was die Kids verstehen. Ich finde das wichtig, um den Kids zu signalisieren, ich bin wie du. Dabei geht es nicht um eine globale Aussage wie „ich hab auch manchmal Angst“, sondern denk nach, wo hast du genau das gefühlt, was der Zielgedanke (das Warum) aussagt.
  • Wenn du konkret und ehrlich von dir erzählst, werden die Kinder das auch tun. Als wir z.B. über das Thema lügen erzählt haben, haben unsere Kids am Anfang erzählt „ich lüge nie.“ Ah ja. Es ist halt das, was uns vermittelt wird, dass es richtig ist. Als ich dann von einer Lüge erzählt hab – von mir, wurde es still und dieser heilige Moment entstand, wo auch die Kids ehrlich von sich erzählt haben. Und dann wird nicht gewertet. Denn darum geht es nicht. Sondern wir nehmen wahr – vor Gott und hier können wir ehrlich sein.

Wie findet Interaktion statt?

  • Interaktion zwischen den Kids und Interaktion zwischen dir als Mitarbeiter und den Kindern. Dabei geht es nicht nur um das Gespräch. Wenn du bastelst, wenn ihr spielt, findet Interaktion statt. Doch die Frage liegt bei dir, wie diese Interaktion stattfindet.
  • Du kannst dein „Einfach spitze Lied“ von Vorne einfach runterrasseln, oder du kannst das interaktiv gestalten, indem du fragst: „Was wollen wir jetzt einsetzen? Was für eine Bewegung machen wir? Heute nehmen wir mal ganz andere Sachen als klatschen, stampfen, schnipsen, drehen und tanzen. Heute nehmen wir mal Sachen, die zum Aufstehen passen, denn da bin ich oft gar nicht liebenswert (wenn der Zielgedanke z.B. ich bin liebenswert ist).“ Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir denken, ach das läuft schon irgendwie, aber schau dir dein Programm an und realisiere wieviel Interaktion wirklich läuft. Die meisten Kids lieben Interkation

Wie kann das Kind positiv nach Hause gehen?

  • Das ist mein Anspruch, dass die Kids nicht mit der Moralkeule nach Hause gehen, so diese „Was du nun daraus lernen“ sollst, sondern mit freudigen Herzen.
  • Schau dabei nochmal auf deinen Zielgedanken. Ist er positiv formuliert? Manchmal machen da kleine Wortaustauschungen schon richtig viel aus. Es ist ein Unterschied ob ein Kind nach Hause geht mit „Du darfst ehrlich sein“ oder im Hirn mit „Du musst ehrlich sein.“
  • Endet ihr mit einem Spiel, gibt es vielleicht Gewinner und Verlierer. Manchmal kann das ein echt schlechter Abschluss sein. Macht den Sack zu am Ende.

Wie finden der Auf- und der Abbau statt und ist Zeit zum kurzen Austausch, Feedback.

  • Ja, auch das gehört dazu. Es ist ärgerlich, wenn es immer die gleichen sind und nicht darüber gesprochen wurde. Für mich z.B. ist es klar, dass ich eine Stunde vorher da bin. Ich brauch das, um mich zu finden, mir macht das nichts aus, aber das wurde vorher so abgesprochen. Ich freu mich, wenn die Teens dann ne halbe Stunde länger schlafen durften. Manche vertreten, dass gerade junge Mitarbeiter genauso das mitmachen müssen. Ja – aber es muss drüber geredet werden. Ich merke, ich habe mehr davon, es nicht so zu tun und freue mich über tatkräftige Unterstützung beim Abbau.

Des Weiteren darfst dich natürlich auch fragen:

  • Wie erfahren die Eltern heute, was wir im Kindergottesdienst erlebt haben?
  • Wie muss am günstigsten der Raum gestellt werden?
  • Wie setze ich unser Budget am vorteilhaftesten ein?
  • Wie erreiche ich die älteren Kids, wenn die Kleinen mal nicht hinterherkommen?
  • Wie verbessere ich meine kindgerechte Sprache?
  • Wie bekomme ich Emotionen rüber, dass die Geschichten lebendig werden?
  • Wie erkläre ich ein Spiel?
  • Wie integriere ich die Lieder, dass es passt und dass sie nicht ständig sich hinstellen und wieder hinsetzen müssen?
  • Und und und…

Doch du siehst schon, dass sind dann ganz konkrete Sachen, wo sich eine Schulung dann auch lohnt. Wann hattet ihr die? Schulungen sind wichtig. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, auch nicht im Kindergottesdienst.

 

Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 2 – WARUM

Euer passendes Konzept für den Kindergottesdienst – Teil 2 – WARUM

Im letzten Artikel ging es um das „WER“. Ich habe euch erzählt, dass wir zwar ein tolles Konzept hatten, welches auch am Anfang funktioniert hat, aber dann aufgrund der Veränderungen nicht mehr. Also ging es darum die Struktur zu verändern und genau hinzuschauen, wer ist denn da als Mitarbeiter.

Doch um gemeinsam am gleichen Strang zu ziehen reicht es ja nun nicht zu wissen, wen wir als Mitarbeiter haben und zu wissen, was jeder gut kann.
Und jetzt kommt der wichtige Knackpunkt, der meines Erachtens nach viel zu oft falsch gemacht wird.
Das, was du jetzt liest, sollte, nachdem du weißt, wer denn als Mitarbeiter dabei ist, die allererste Frage sein, wenn die Kindergottesdienstplanung losgeht.

Es ist die Frage nach dem Warum – warum mache ich heute – und nächsten Sonntag den Kindergottesdienst. Diese Frage muss dein Konzept im Kindergottesdienstdienst beantworten können.

Dabei geht es hier nicht um deine Motivation als Kindergottesdienstmitarbeiter, dazu habe ich HIER schon einen Artikel geschrieben. Lies ihn, wenn du dir gar nicht sicher bist, ob du am richtigen Platz bist. Sondern es geht um das, warum mache ich jetzt am Sonntag Kindergottesdienst, warum müssen die Kids genau das hören sollen.

Tja und vielleicht merkst du jetzt schon, dass es nicht reicht, dass du weißt „Wer gestaltet den Kindergottesdienst?“ oder „Wer sitzt denn da?“. Sondern es geht um mein Lieblingsthema den Zielgedanken. Erst wenn du den hast, dann wirst du es schaffen klaren, strukturierten, Kindergottesdienst zu gestalten.

Die meisten Kindergottesdienste laufen so ab, dass es bestimmte Abläufe und Rituale gibt. Super. Dieser Ablauf beinhaltet in unterschiedlicher Abfolge:

  • Lieder
  • Gebet
  • Biblische Geschichte
  • Basteln
  • eventuell noch Spiel, Gespräch, Handpuppenstück

Alles gut – doch die Frage ist, richten sich ALLE diese Dinge aus nach dem „Warum“?

Wenn nicht, hast du sicher dennoch ein buntes tolles Programm:

  • das Basteln hat etwas mit der Geschichte zu tun,
  • die Lieder singt man, weil sie Spaß machen, auflockern, gute Botschaften haben
  • das Beten gehört halt dazu und ich kann noch kurz was zur Geschichte sagen, was ich davor nicht rüberbringen konnte
  • die Handpuppe – weil es toll ist, die Kids sich freuen und wir ja so kreativ sind
  • das Spiel – naja was Auflockerndes gehört dazu, die Jungs brauchen das, damit sie sich austoben können.

Doch vielleicht sehnst du dich nach mehr? Ich tu das. Mir ist das so zu langweilig, auch wenn es ein guter Weg ist. Ich sehne mich danach die Kids tiefer zu erreichen und ich habe für mich gemerkt, dass ich dann um die „Warum“-Frage nicht drum rum komme.

In vielen kreativen Ausführungen, die es in Büchern oder als pdfs gibt, wird das auch so getan. Ganz am Anfang steht immer ein Zielgedanke. Aber die Frage ist, hast du diesen Zielgedanken im Blick? Dieser Zielgedanke ist das, womit du die Woche vorher „schwanger gehen“ sollst. Und wenn der Zielgedanke in deinem Arbeitsmaterial für dich nicht passt, für deine Kids nicht passt – ja dann überlege dir DEINEN Zielgedanken. Wenn du mehr zum Thema Zielgedanken lesen möchtest, findest du hier in diesem Artikel etwas dazu.

Tja und dann geht es los. Automatisch wirst du z.B. wenn der Zachäus dran ist nicht mehr den Baum basteln, wo der Zachäus drin sitzt, sondern dir wird es wichtiger sein deinen Zielgedanken zu vertiefen. Bei uns war Sonntag Zachäus dran und der Zielgedanke war: Ich bin liebenswert! Sorry, was passt da eine Bastelei von Zachäus im Baum. Klar, kann man auch sagen, wenn ihr ihn seht, dann wisst ihr, dass Jesus ihn lieb gehabt hat… aber ich möchte so gern tiefer gehen. Und so ist die Postkarte entstanden.

Jedes Kind hat sie bekommen und wir sind im Gespräch all diese Eigenschaften durchgegangen und die Kids haben ihre Karte angekreuzt. Ich hatte die 7-9-Jährigen Mädels und bei den Begriffen „wundervoll“ wollte ein Kind den Smiley nicht ausmalen. Und ich fragte: „Wieso malst du den nicht aus?“ „Ja, bin ich das denn?“ „Natürlich!“ antwortete ich aus voller Überzeugung. „Ehrlich?“ „Aber sowas von.“ Und ein Strahlen ging über das Gesicht des Mädchens.

Wenn dir das Warum – der Zielgedanke im Herzen und im Hirn ist, dann wirst du versuchen deine gesamte Stundenplanung danach auszurichten.

Ebenso haben wir das Lied „Spar dir deine Sorgen“ von Mike Müllerbauer gesungen. Ja – ein cooles Lied, doch ich erzählte davor, dass ich mich gar nicht liebenswert gefühlt habe, als ich so 10 Jahre alt war, weil ein bestimmtes Mädchen aus meiner Klasse nicht meine Freundin sein wollte. Eine Stille im Raum der Kids „Kennt ihr das?“ Nicken im Raum. Spannung.
Warum? Ich erzähle von ihnen. Die Kids trifft mein „Warum“ mitten ins Herz. Das passiert leichter, wenn mein „Warum“ für mich klar formuliert ist. Und das kann ich nur, wenn ich weiß, „WER“ vor mir sitzt und was sie brauchen.

Im Übrigen werden bei uns bei der Planung erst die Zielgedanken gesucht und dann wird geschaut welche Geschichte genommen wird – aber ich weiß, dass das in den meisten Gemeinden nicht möglich ist, weil man nach einen bestimmten Plan arbeitet.

Die Frage nach dem Warum ist die, für die ich mir am meisten Zeit nehme bei der Vorbereitung des Kindergottesdienstes. Diesen Zielgedanken kurz, bündig und kindgerecht zu formulieren, ist für mich eine Kunst. Aber wenn ich ihn habe, dieses „Warum werde ich am Sonntag Zeit mir den Kids verbringen“, dann geht mir die Planung von Geschichte, welche Lieder wir singen, was gespielt und gebastelt wird viel leichter von der Hand und irgendwie macht das alles für mich dann viel mehr Sinn.

Probier es aus.

10 Tipps, damit sich Kinder im Kindergottesdienst wohlfühlen

10 Tipps, damit sich Kinder im Kindergottesdienst wohlfühlen

Ab und zu passiert es, dass ein Vater oder eine Mutter zu mir kommt und sagt, dass sich ihr Sohn oder ihre Tochter im Kindergottesdienst nicht so wohlfühlt. Sie waren noch nicht so oft da und das Kind traut sich nicht wirklich rein.

Das ist natürlich Mist für alle und gemeinsam schauen wir dann, woran es liegt und was wir tun können, damit sich da etwas ändert.

Heute möchte ich euch 10 Tipps geben, damit sich deine Kids – insbesondere neue Kids – in der Kinderkirche wohlfühlen.

Tipp 1 – Das Tempo des Kindes

Jedes Kind ist anders. Jedes Kind braucht etwas anderes. Ganz bewusst haben wir in meiner Gemeinde z.B. den Wechsel der Kindergottesdienstgruppe – wo das Kind mit einem Elternteil ist – zu der Gruppe ohne Elternteil, flexibel gestaltet. Wir haben eine Gruppe für die 0 bis ca. 4- bis 5-Jährigen und die nächste Gruppe startet dann für die ca. 4- bis-Jährigen. Manche Kinder freuen sich einfach darauf und genießen es „groß“ zu sein und allein in eine Gruppe zu gehen. Andere Kids wiederum genießen die Zeit gemeinsam den Kindergottesdienst mit Mama oder Papa zu genießen. Beides sind total berechtigte Dinge. Erzwingt nichts. Weder du, noch die Eltern. Davon hat niemand etwas.

 

Tipp 2 – Nicht persönlich nehmen

Natürlich kenne ich dich nicht, aber tendenziell sage ich dir, es hat nichts mit dir zu tun, wenn es am Anfang Tränen gibt, weil das Kind nicht im Kindergottesdienst bleiben möchte. Es gibt viele verschiedene Gründe, warum Kinder am Anfang nicht die glücklichsten sind, wenn sie in den Kindergottesdienst gehen sollen und die Eltern sie dort lassen.

Tipp 3 – Nimm dir Zeit für die Eltern

Gerade weil du es nicht persönlich nehmen darfst, sondern jedes Kind individuell ist, ist es umso wichtiger, dass du das Gespräch mit den Eltern suchst. Sie kennen ihr Kind, sie wissen, was es braucht. Dort gilt es eine vertrauensvolle Basis, eine gleichberechtigte Basis zu bauen. Hab wirkliches Interesse daran, was sie zu sagen haben. Rede dabei positiv von dem Kind. Ihr seid keine Konkurrenten, sondern wir wollen doch alle das gleiche – das das Kind eine gute Zeit in der Kinderkirche hat und du auch. Und die Eltern können sicher auch ihren Gottesdienst besser genießen, wenn sie wissen, ihr Kind ist glücklich im Kindergottesdienst.

Beim Zeit nehmen für die Eltern spielt ebenso mit rein, dass es viele Eltern wirklich interessiert, was ihr Kind macht. Ja, ich weiß, wir als Kindergottesdienstmitarbeiter haben oft das Gefühl, dass die Eltern einfach nur froh sind, dass sie ihr Kind mal eine Stunde abgeben können. Aber ganz ehrlich, glaubst du das wirklich?

 

 

Kurzer Impuls für dich zum Drübernachdenken

 

  • Was strahlst du aus?
  • Gehst du positiv offensiv auf die Eltern zu?
  • Müssen die Eltern „Angst“ haben, dass, wenn du mit ihnen redest es eh nur darum geht, dass du Hilfe brauchst oder was ihr Kind „verbrochen“ hat.

 

Tipp 4 – Nimm dir Zeit für ein neues Kind

Ich hoffe, du bekommst es mit, wenn ein neues Kind kommt. Wir haben uns angewöhnt, dass am Start ein Mitarbeiter nur für die Begrüßung an der Tür zuständig ist. Oft ist das auch ein Teenie-Mitarbeiter, die machen das echt gern. Sie suchen bewusst den Kontakt zu dem neuen Kind.

  • Hallo, wie heißt du?
  • Guck mal hier, sind unsere Teppiche, wo die 2 unterschiedlichen Gruppen drauf sind. Wie alt bist du? Dann darfst du hier auf diesem Teppich sitzen.

Einfache Smalltalkfragen oder auch Dinge zum Erklären. Wenn Eltern frage, ob sie am Anfang mit drin bleiben können sagen wir „ja“. Denn es ist nicht nur für das Kind wichtig, dass es weiß, was abgeht, sondern auch Eltern brauchen eine Sicherheit, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.

 

Tipp 5 – Fördere Kontakt zu Gleichaltrigen

In vielen Kindergottesdienstgruppen sind Kids aus verschiedenen Altersgruppen in einer Gruppe. Du hast es gerade schon gelesen: bei uns gibt es Teppiche, wo die Kids altersmäßig drauf sitzen. Später gibt es nochmal alterspezifischere Kleingruppen. Wenn du deine Kids kennst, dann weißt du auch, welches Kind dafür offen ist, schnell Kontakt zu neuen Kids aufzubauen. Wenn du mit dem neuen Kind hingeht und sagt: „Guck mal, das ist die Lena, sie ist neu hier.“ finden Kids da sehr schnell eine gemeinsame Basis. Kinder sind offen für neue Kinder. Wenn du das „richtige“ Kind rauspickst, fängt es gleich an mit dem neuen Kind zu quatschen. Doch meist musst du den kleinen Anstoß geben.

Manche meinen, dass man ältere Kids dafür nehmen sollte. Ja, das geht auch, ich persönlich finde gleiches Alter besser. Denn auch 5-Jährige haben es super drauf und sind total schnell Freunde. Und genau darum geht es doch bei uns allen. Ich fühle mich dort wohl, wo ich meine Freunde habe. Ja, es gibt Mädchen, die dann gern auf so kleine Kinder aufpassen, sie betüdeln und an die Hand nehmen, doch manche Kinder wollen das gar nicht und was ist mit denen? Doch Freunde haben, das tut jedem gut und ist meist die Grundlage des Wohlfühlens.

 

Tipp 6 – Kenne den Namen des Kindes

Ja, ich weiß, manche von euch sehen die Kids vielleicht nur einmal im Monat. Ja ich weiß, du hast ein sauschlechtes Namensgedächtnis. Egal. Was du verändern kannst in dem Herzen eines Kindes, wenn du den Namen weißt und es mit Namen ansprechen kannst – Hammer. Ich weiß nicht, wie groß deine Kindergottesdienstgruppe ist. Egal. Genau aus dem Grund gibt es bei uns fast immer eine unterschiedliche Art und Weise der Anwesenheitsliste. Sie es dass jedes Kind etwas zum Thema sagt und dabei seinen Namen. Wir machen am Start ein Spiel, wo das Kind seinen Namen sagen darf, so lernen auch gleich neue Kinder die Namen der anderen Kinder. Wir nutzen dafür intensiv auch den Kleingruppengesprächskoffer.

Wenn der Kindergottesdienst vorbei ist, gehe ich innerlich noch einmal den Kreis durch, wer da saß, wie das Kind hieß, um die Namen zu verinnerlichen. Diese 5 Minuten nehme ich mir

 

Tipp 7 – Das Kind zu den Eltern bringen

Ich habe ja schon geschrieben, dass wir dort mehrere Gruppen haben – uns auch ganz bewusst für eine Gruppe mit Elternteil entschieden haben. Doch ich weiß, das ist nicht überall so. Wenn das Kind nicht aufhört zu weinen, dann bringe es zu den Eltern. Niemand hat etwas davon, wenn das Kind am Heulen ist.

  • Das Kind: es wird es nur umso schwerer haben, Kindergottesdienst irgendwann doch positiv zu verankern. Obwohl es vielleicht 2-3 Monate soweit wäre
  • Die anderen Kinder: natürlich macht es auch etwas mit den anderen Kindern. Außerdem ist die Aufmerksamkeit nur auf diesem einen Kind. Du wirst das, was du eigentlich machen möchtest nicht machen können
  • Du, der Mitarbeiter: nochmal, in den wenigsten Fällen liegt es an dir. Kläre vorher, denn du bekommst ja mit, dass das Kind weint, wenn die Eltern es bringen, wie der Vorgang sein soll. Schlage den Eltern etwas vor, wie z.B. wenn er in 10 Minuten noch weint, bringen wir ihn selbstverständlich zu euch. Das sollte nicht drohend kommen, sondern einfach dem Kind zugewandt.
  • Die Eltern: sie sind dankbar, wenn sie wissen, unser Kind wird hier nicht heulend vergammeln. Jeder hat etwas davon, wenn klar ist, was passiert, wenn das Kind sich nicht beruhigt.

Für das Kind ist es wichtig, die Erfahrung zu machen, dass die Eltern in der Nähe sind.

 

Tipp 8 – Eltern dürfen beim ersten Mal dabei sein

Das hat nichts mit Kontrolle zu tun, sondern mit Sicherheit. Sicherheit für das Kind und für die Eltern. Es hat auch etwas mit Vertrauen zu tun. Du vertraust, wenn die Eltern fragen, ob sie am Anfang mit drin bleiben dürfen, dass sie ihr Kind am besten kennen. Es ist immer ein viel besserer Start, wenn du auf diese Frage mit einem „na klar“ antwortest, als wenn du sagst „naja eigentlich nicht“ oder ähnliches. Euer Startschuss wird ein besserer sein, denn du signalisierst Wohlwollen.

 

Tipp 9 – Sei nicht so streng

Ich sage das immer wieder in meinen Schulungen. Es geht darum, dass die Kids sich bei uns in der Gemeinde wohlfühlen. Es herrscht schon genug Leistungszwang und Druck. „Stell dich nicht so an“ oder „Die anderen weinen doch auch nicht“ oder „nimm dir ein Beispiel an …“ haben für mich im Kindergottesdienst nichts zu suchen. Das heißt nicht, dass du nicht konsequent sein musst. Damit der Kindergottesdienst funktioniert, ist konsequentes Auftreten das Fundament – immer mehr, wie ich finde. Das gibt den Kids klare Orientierung.

 

Tipp 10 – Lache viel

Was gibt es Schöneres, als an einem Ort zu sein, wo man Freunde hat und wo man lacht. Ich kenne keinen. Und genau so einen Ort wünsche ich mir, soll der Kindergottesdienst sein. Kinder kommen gerne, wenn sie wissen, dort geht es fröhlich zu, dort ist es spannend. Ich merke immer wieder, gerade wenn ich über mich selbst lache, weil ich z.B. in der Geschichte, die ich erzähle etwa versemmel, dann lockert das ungemein die Stimmung auf. Kinder lachen viel mehr als Erwachsene und da sollten wir uns ihnen annähern.

 Anton Tschechow hat mal gesagt:

„Am liebsten erinnern sich die Frauen an die Männer, mit denen sie lachen konnten.“

Ich glaube, bei Kinder ist das auch so. Also lasst uns lachen und uns so in unseren Kindergottesdiensten wohlfühlen.

Neu starten im Kindergottesdienst – doch welches Konzept?

Neu starten im Kindergottesdienst – doch welches Konzept?

Was für ein großartiger Moment ist es, wenn man als Gemeinde sagt: „Wir wollen endlich sonntags (wieder) mit einem Kindergottesdienst starten.“

Ich höre immer wieder: „Wir wollen es anders machen. Wir wollen keinen 0-8-15 Kigo gestalten.“ Und die Frage, die ich gestellt bekomme, ist: „Welches Konzept gibt es und können wir für den Kindergottesdienst nehmen?“

Heute erfährst du ein paar grundlegende Sachen, die ich dir ans Herz legen möchte, wenn ihr in der Kirche mit einer neuen Kindergruppe starten wollt.

Welche Kindergottesdienst-Konzepte gibt es?

Eine Frage, die mir oft gestellt wird, ist, welches Kindergottesdienst-Konzept kannst du uns empfehlen. Und sorry, ich muss dir sagen: „Keins!“

Es geht nicht darum, irgendein Konzept als Gemeinde zu kopieren, sondern wie Bill Hybels so schön sagt: „Kapieren, nicht kopieren.“

Und das gilt natürlich auch im Kindergottesdienst. Es gibt nicht DAS Konzept, welches in jedem Kindergottesdienst funktioniert und ich finde es auch unlogisch, sich als Team zusammen zu setzen und aus einer Auswahl von Konzepten sich was rauszusuchen.

Heute erfährst du die 4 Schritte, die ich gehen würde, wenn ich mit einer neuen Kindergottesdienst-Arbeit starten würde. Dabei geht es viel nur um Fragen, die ihr euch stellen könnt, um selbständig zu einem Konzept für eure Kindergottesdienst-Arbeit zu gelangen.

Schritt eins: Was haben wir?

  1. Wie viele Räume haben wir für unseren Kindergottesdienst und das neue Konzept?

Schon die Antwort auf diese Frage sortiert viele Möglichkeiten aus.

  • Können wir mehrere Kleingruppen in unterschiedlichen Räumen gestalten?
  • Haben wir einen Ort, wo wir mit allen Kids zusammenkommen können, um auch gemeinsame Aktivitäten zu starten?
  1. Wie viele Kids haben wir, in welchem Alter?
  2. Wie viele Mitarbeiter haben wir?

Und ein paar Zusatzfragen noch:

  1. Steht die Gemeindeleitung/der Kirchenvorstand hinter uns?
  2. Will die Gemeinde auch einen Kindergottesdienst?
  3. Haben wir Geldressourcen? Hier geht es nicht um konkrete Zahlen, sondern einfach nur, um ein kurzen Blick auf den Ist-Zustand.

Schritt zwei: Wen haben wir?

Diese Frage ist in meinen Augen ein ganz großer Knackpunkt. Es geht nicht darum, was für ein Konzept machen wir, sondern stellt euch als erstes die Frage, um wen geht es?

  1. Was haben wir für Kinder?

Natürlich hilft es auch zu träumen, wo ihr gern hinwollt, aber als erstes gilt es die Kids zu erreichen, die ihr habt. Sie kommen, also konzentriert euch auf sie. Wenn sie Spaß haben, laden sie von allein Kids ein. Nehmt euch Zeit dafür die Kids zu „analysieren“. Was lieben sie und was mögen sie gar nicht. Konzepte erweitern und ausbauen könnt ihr immer. Aber es geht darum einen Start zu finden. Es kann sein, dass dabei herauskommt, dass ihr nur 11-jährige Jungs habt und ja, dann konzentriert euch auf diese 11-Jährigen. Was sie lieben und was sie ätzend finden.
Nirgendwo steht, dass man basteln oder spielen oder singen MUSS. Dieser Gedanke ist nur in unserer Vorstellung, weil wir es so kennen. Ihr wollt, dass die Kids gern kommen? Dann macht das, was sie gerne tun. Christlichen Inhalt könnt ihr in alle Methoden und Aktivitäten reintun.

So eine Liste könnte zum Beispiel so aussehen:

Was_kinder_moegen2. Was haben wir für Mitarbeiter?

Ja, hier geht es um dich. Und auch hier gilt das Gleiche, wie für die Kids. Das was du gern tust, das wirst du auch ausstrahlen. Wenn ihr niemanden habt, der gerne singt, dann lasst es sein. Du wirst nie Freude für’s Singen den Kids vermitteln, wenn du selbst keine hast, sondern nur denkst, dass sich das so gehört. Habt Mut zur Lücke. Dinge entwickeln sich und das ist gut so. Und wenn in 2 Jahren jemand kommt, der gerne mit den Kids singt, dann freut euch und fangt an mit den Kids zu singen. Es ist super schwer, wenn ihr Elemente in eurem Kindergottesdienst einbaut, weil sich das so gehört, aber niemandem Spaß machen, wenn man dann jemanden Neues gewinnt, der diesen Missmut ändern muss.

Startet mit dem, was ihr könnt, was ihr liebt und was mit den Kids zusammen passt.

Und ja, dazu gehört, dass ihr euch zusammensetzt und ehrlich darüber redet, was denn jeder mag. Versucht eure vorgefertigten Gedanken, wie ein Kindergottesdienst zu sein hat, in diesem Schritt beiseite zu legen.

MerkenSchritt drei: Was wollen wir und warum?

Ihr wisst nun, wen ihr habt – als Kids und als Mitarbeiter. Nun geht es darum wirklich zu überlegen, was wollen wir denn überhaupt mit dem Kindergottesdienst?

Ziele eines Kindergottesdienstes in Gemeinden können grundunterschiedlich sein. Steht zu euch. Aus meiner Erfahrung ist die Motivation für das, was ich tue, aber umso größer, wenn ich genau weiß, warum ich etwas tu und auch zu 100% dahinterstehe.

Warum ist ein Ziel wichtig?

  • Eine Formulierung ist für uns als Team wichtig, damit wir wissen, was wir wollen.
  • Eine Formulierung ist wichtig, um sie Menschen aus der Gemeinde greifbar zu machen, damit sie in das Geschehen des Kindergottesdienstes mit hineingenommen werden und so auch Mitarbeiter gewonnen werden können.
  • Eine Formulierung ist nicht im Gespräch zu den Kids wichtig.
  • Je klarer ein Ziel ist, umso leichter ist es, ein Konzept dafür zu entwickeln, Schritte dafür zu formulieren.
  • Je kürzer etwas formuliert ist, umso leichter können wir es verinnerlichen und heften es nicht nur in unserem Ordner ab. Oft reichen Schlagworte aus, um das Gehirn in eine Richtung zu aktivieren.

Ziele könnten sein:

  • Wir wollen den Kids die Bibel nahe bringen.
  • Wie wollen, dass auch Kinder Programm haben, wenn die Erwachsenen Programm haben.
  • Wir wollen, dass die Kids Spaß haben.
  • Wir wollen, dass sie Gott als liebenden Vater kennenlernen. Oder wollt ihr lieber, dass sie Jesus kennenlernen? Oder die Bibel als wahr erachten? Oder dass sie Christen werden?
  • Vielleicht wollt ihr ihnen auch Werte vermitteln (welche?), die ihr als wichtig erachtet? Habt ihr die gleichen Werte?
  • Wir wollen, dass die Gemeinde ein zu Hause wird für die Kids. Wann ist man denn zu Hause?
  • Wir wollen, dass die Kids sich wohlfühlen?
  • Wir wollen als Unterstützung für die Eltern da sein.
  • Wir wollen, dass am Sonntag bei Mittagstisch ein Austausch über die Inhalte des Sonntags stattfinden können.

Vielleicht könnt ihr bei fast allen Sachen „ja“ sagen. Aber versucht wirklich euer Ziel zu finden. Je mehr quantitativ ihr hier nämlich formuliert, umso mehr verzettelt ihr euch.

Denkt dabei auch daran, inwieweit eine Zusammenarbeit mit den Eltern wichtig ist. Wo sollten sie gerade auch in eurer Planung dabei sein?

Und ein zweiter wichtiger Punkt ist, wie findet eine Interaktion in der Gesamtgemeinde statt.

Meine Empfehlung 🙂 zur Zielfindung des Kindergottesdienstes:

Habt zwei Ziele – ein frommes und ein „nichtfrommes“:). Hört sich vielleicht blöd an, aber ich glaube wirklich, es ist wichtig, dass das Ziel „Spaß haben“ oder „sich zu Hause fühlen“ genauso wichtig sein muss, wie „Jesus“. Denn genau das ist der Grund, warum viele Kindergottesdienste nicht funktionieren. Man fällt auf der einen Seite herunter. Entweder man hat nur Spaß und Action – doch das kann es nicht sein. Oder man versucht verbissen Sonntagvormittag alle christlichen Inhalte reinzupressen und sorry, das geht dann leider auch total am Kind und oft auch am Mitarbeiter vorbei.

Dein persönliches Kindergottesdienst-Mitarbeiter-Ziel:

Und dann gibt es auch noch die vielen „Warums“, für dich persönlich als Mitarbeiter. Und das ist das Coole daran, weil das kann variieren. Wichtig ist, die unterschiedlichen Ziele stehen zu lassen, denn Gott schenkt uns ganz bewusst für unterschiedliche Dinge ein Herz – auch wenn es bei allem, um die Kids geht. Bei den unterschiedlichen Zielen geht es um eine Ergänzung. Warum bist du dabei? Was ist deine Motivation?

  • Ich liebe es, Kids Geschichten zu erzählen.
  • Ich liebe es, Beziehung zu Kids aufzubauen.
  • Ich liebe es, Vorbild zu sein und möchte deswegen transparent sein.
  • Ich liebe es, vorne zu stehen und Kids zu begeistern.

Unterstützt euch in diesen Motivationszielen. Freut euch daran, dass ihr diese unterschiedlichen Ziele habt und euch so ergänzt.

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MerkenSchritt vier: Was machen wir nun wie?

Aus den ersten drei Schritten ergibt sich diese Schlussfolgerung:

Zielerreichen_KindergottesdienstMeines Erachtens nach ist der Kindergottesdienst in drei Phasen aufgeteilt:

Phasen im Kindergottesdienst

Und nun schaut, wie das, was die Kids wollen und das was ihr wollt und könnt in diese drei Phasen hineinpasst.

  1. Was ist den Kids wichtig, wenn sie ankommen? Was brauchen sie? Was können und wollen wir deswegen.
  2. Wie kann das, was wir den Kids nahebringen wollen und können auf eine Art und Weise vermittelt werden, dass die Kids Spaß haben?
  3. Was können wir ihnen mitgeben in die Woche, was sie stärkt.

Es gibt nicht DAS Konzept. Ihr seid eure Gemeinde. Ihr seid ein Team deswegen lebt das, was ihr seid und wollt und wofür euer Herz schlägt. Fangt klein ein, wollt nicht zu viel. Verzettelt euch nicht in dem, was man alles muss oder auch will. Und bleibt immer offen für Veränderungen.

Ich wünsche euch Gottes reichen Segen.

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