Kleidung im Kindergottesdienst – zwischen Schlabberlook und High Heels

Kleidung im Kindergottesdienst – zwischen Schlabberlook und High Heels

Vielleicht denkst du: „Jetzt übertreibt Katrin aber. Jetzt will sie auch noch an meiner Kleiderordnung rumdoktorn.“

Richtig, das möchte ich. Selbst wenn du an allen Punkten am Ende ein Häkchen setzen kannst, weil du das alles schon tust oder nicht tust, glaube ich, dass es gut ist, wenn du dir die Zeit nimmst und darüber beim Lesen reflektierst, wie das mit deinem Klamottenstil im Kindergottesdienst so ist.

MerkenWie komme ich auf dieses Thema: Kleidung in der Kinderkirche

Badelatschen

Mich solltest du nicht im Kindeegottesdienst tragen.

Ich gebe zu, eigentlich hatte ich nur überlegt, wie ich meinen neuen Online-Shop, wo es hauptsächlich Klamotten gibt, mit von mir designte  Grafiken drauf, bewerben kann. Wenn ich auf Kinderwoche oder Mitarbeiterschulung unterwegs bin, spricht mich mindestens eine Person auf meine Shirts an, wo ich die herhabe und wo man die kaufen kann. Also habe ich bei Spreadshirt einen Kindergottesdienst-Shop eröffnet und wenn du dort was kaufst, gehen 10-15% der Arbeit des Kindergottesdienst-Coaches zu gute. Und ja, die von mir designten Shirts oder Hoodies oder Badelatschen oder Taschen, gibt es nur dort. Ich würde mich also freuen, wenn du vorbeischaust :). Werbung off.

Doch beim kreativen Gedankenwälzen, kamen mir immer mehr Punkte, die in Bezug auf Kleidung im Kindergottesdienst total relevant sind. Und genau das ist auch ein Grund, warum ich angefangen habe, eigene Shirts zu gestalten, weil es in meinen Augen nicht 100% das Passende gab, was ich, wenn ich unterwegs bin, anziehen möchte. Ich bin nicht so der 08/15 Typ. Ich liebe es,

  • wenn etwas wirklich eine Aussage hat,
    alles-bleibt-aber-anders-maenner-t-shirt-von-american-apparel

    Klick mich! Ich freu mich :).

  • wenn es zum Nachdenken anregt
  • wenn es zum Schmunzeln bringt
  • wenn es fromm ist, aber nicht plump
  • wenn ich gefragt werde, was das bedeutet.

Wirklich, ich habe schon einige richtig gute Gespräche geführt, wegen meiner Shirts.
Doch was hat es nun mit Schlabberlook und High Heels im Kindergottesdienst auf sich?

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Was strahlst du aus?

revolution-kigo-frauen-premium-t-shirt

Klick mich und ich freu mich :).

Schon allein das Wort „strahlen“ sagt vieles. Also, hast du mindestens einen Farbklecks in deiner Kleidung oder läufst du nur in grauen und schwarzen Sachen herum? Ein Paradebeispiel für Farbkleckse, die fröhlich machen und Optimismus ausstrahlen ist Daniel Kallauch. Was ist sein Markenzeichen? Seine farbige (oft rote) Brille. Das ist nicht albern oder kindisch, sondern in meinen Augen super geeignet, um Fröhlichkeit zu verbreiten.

Also schau mal deine Klamotten am Sonntagmorgen an? Welche Farben sind dabei? Wie sind die Accessoires?

MerkenKannst du dich bewegen?“

sprung, voller EInsatz mit richtigen KlamottenRennen, rumhüpfen, auf den Boden schmeißen, sich runterbeugen, im Kreis drehen, Kinder hochheben, Schrubberfußball spielen, auf kleinsten Stühlen sitzen oder gar auf dem Boden, aufspringen, weil ein gefüllter Getränkebecher kippt. Das alles gehört zum Alltag im Kindergottesdienst.

Ich höre oft: „Unsere Kids machen nicht mit“. Vielleicht liegt es ja daran, weil du auch nicht richtig mitmachst? Und das Problem ist gar nicht, dass du nicht mitmachen möchtest, sondern deine Kleidung dich dabei ein wenig hemmt.

Hier deine Checkliste:

  • Wie eng ist meine Hose? Kann ich ohne Probleme hoch- und wieder runtergehen, ohne Angst zu haben, dass sie gleich reißt?
  • Wie kurz ist mein Rock? Kann ich in die Hocke gehen, ohne Angst zu haben, dass mir jemand drunterguckt? Kann ich das Bein höherreißen, als die Kids, ohne dass alle gleich erschrocken gucken?
  • Wie tief ist mein Ausschnitt? Kann ich mich beim Basteln so herunterbeugen, dass eine Hand nicht immer meinen Ausschnitt zudrücken muss?
  • Wie hoch kann ich hüpfen? Wie schnell kann ich rennen? Wie gefahrenlos kann ich mich drehen, ohne aufgrund meines Schuhwerks, mir die Beine zu brechen? Auch wenn du vielleicht echt geübt bist, auf Stöckelschuhen zu laufen, Zeit mit Kids hat da echt noch mal andere Anforderungen.

Ja, wie du siehst – hauptsächlich eine Frauen-Checkliste.

Kannst du dich dreckig machen?

Ich freue mich auf Sonntag, auch weil ich dort andere Sachen anziehe, als in meinem Alltag. Nach einer Kinderwoche, wenn der Familiengottesdienst folgt, höre ich mindestens ein „oh Katrin“ mit einem erstaunten Unterton, weil sie wohl nie gedacht haben, dass auch ein bisschen chicer geht. Da so ein gutes Zwischending zu finden, zwischen Kindergottesdienst-geeignet und so, wie ich gerne in den Gottesdienst gehen würde, fällt mir manchmal schwer.

geliebt Hoodie Kindergottesdienst

Schau vorbei und klick mich.

Mir hilft in dem Moment, meinen Blick auf mein Ziel zu richten und das sind eindeutig die Kids. Es darf nicht schlimm sein, wenn dir mal jemand auf den Fuß latscht. Dein Fokus sollte im Kigo nicht darauf liegen, nicht dreckig zu werden. Wer mit Kids unterwegs ist, hantiert mit Farbe, Säge, Stiften, Klebstoff. Also zieh dich entsprechend an.

Ich liebe es zum Beispiel, mich draußen vor der Gemeinde auf die Stufen zu den Kids zu setzen. Du möchtest Beziehung bauen, dann überlege, ob du dich in der Kleidung, die du anhast, dazusetzen würdest.

MerkenLacht man mit dir oder über dich?

Ein schwieriges aber wichtiges Thema. Du wirst es kaum glauben, es ist ein Thema, zu dem ich oft gefragt werde, wie ich das machen würde, wenn… Los geht’s.

Nicht nur du solltest für dich so angezogen sein, dass der Fokus auf den Kids liegen kann, sondern du solltest auch so angezogen sein, dass die Kids nicht abgelenkt sind.

Ich habe dir mal ein paar Fragen herausgesucht, die mir zugemailt worden sind.
Vielleicht entdeckst du dich wieder. Lies sie, und prüfe für dich selbst, ob für dich da etwas dran ist und ändere es.

  • Mein Team-Kindergottesdienst-Mitarbeiter liebt Knoblauch und Zwiebeln. Es scheint so, als ob er sie besonders Samstagabend liebt. Die Kids nehmen manchmal sogar Abstand, weil er so stark Mundgeruch hat. Wie soll ich es ihm sagen?
  • Bei uns sollen die Kids im Kindergottesdienst keine Kaugummis kauen. Süßigkeiten gibt es nur in besonderen Situationen. Wie soll ich damit umgehen, dass er sich selbst nicht an die Regeln hält, die wir den Kids geben? Ich finde Kaugummikauen auch echt unhöflich, wenn er da von Vorne die Geschichte erzählt und Lobpreis-Lieder mit den Kids singt.
  • Ich arbeite wirklich gerne mit … zusammen. Aber immer, wenn er sich runterbeugt, rutscht seine Hose so tief, dass man seine A… – Ritze sieht. Die Kids grinsen sich dann immer einen ab. Ich trage auch gern Hosen, die tiefer sitzen, aber hab dann extra eine lange Bluse an oder ein Unterhemd, welches ich in die Hose stecke. Denkst du, ich kann ihm das einfach sagen?
  • … ist echt nett, aber seine T-Shirts sind ihm zu klein. Oft schaut sein Bauch raus oder sein nackter Rücken, wenn er den Kids beim Basteln hilft. Wie soll ich es ihm sagen?

revolution cap kindergottesdienstcoach

Starte die Revolution – jetzt!

Ich kann dir nicht sagen, wie du damit umgehen sollst, wenn andere so sind. Ich kann nur sagen, fange bei dir an. Und vielleicht gibt es ja irgendwann den Augenblick, wo du ganz mutig bist und voller Liebe, so dass die richtigen Worte kommen, um über ein unangenehmes Thema zu reden. Der Grund, warum du es nicht tust, wird wahrscheinlich sein, dass du den anderen nicht verletzen möchtest, aber wer weiß, vielleicht ist er ja auch dankbar. Der Ton macht die Musik.

Und ich bin dir dankbar, wenn du nun hier vorbeischaust :).

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Fußball in der Kinderkirche

Fußball in der Kinderkirche

Die Europameisterschaft hat gestartet und auch ich sitze gebannt vor dem Fernseher und bibbere mit meiner Mannschaft. Da ich nicht so Ahnung von den Mannschaften habe, suche ich mir oft erst mitten im Spiel aus, für wen ich eigentlich bin.

Erstaunlich ist, welche Parallelen es beim Fußball zum Kindergottesdienst gibt und diese Parallelen möchte ich dir nicht vorenthalten.

Die Mannschaft – durch dick und dünn

Man sagt ja immer Kerle sind so hart und zeigen keine Emotionen. Bliblablub – das ist im Fußball ja wohl sowas von anders. Herrlich, wenn einer ein Tor geschossen hat und alle seine Mannschaftskameraden kommen auf ihn zugestürmt und schmeißen sich auf ihn. Oder wenn der Pokal in ihren Händen liegt. Wir sind eine Mannschaft. Sie sind eins. Aller Stress, alle Streitigkeiten sind wie weggeblasen. Sie reißen ihre Münder für das Sieger-Gemeinschafts-Photo sperrangelweit auf. Herrlich.

Was seid ihr für ein Team im Kindergottesdienst? Wenn es gut lief, bekommen die anderen es mit? Jubeln sie mit dir? Weinen sie mit dir? Steht ihr füreinander ein? Ein funktionierendes mit-fühlendes Team ist so wichtig. Und wenn du alleine Kinderkirche machst, dann suche dir eine Person, die mit dir mitfühlt, mitlacht, mitweint. Fußball ist ein Mannschaftssport und Kindergottesdienst ist auch im Team am schönsten.

Der Schiri – alles im Blick

Fußball Schiri in der KinderkircheGanz ehrlich, ich möchte nicht der Schiri sein beim Fußball. Wie oft der angemeckert wird… Und wenn er einen Fehler macht… wouhwww – das kann das ganze Spiel zum Kippen bringen und es gewinnt am Ende der Falsche. Und dennoch, der Schiedsrichter ist ein Mensch, und es passiert nun mal, egal wie viele Hilfsmittel es gibt, dass man einen Fehler macht.

Doch was fatal in einem Spiel ist, wenn der Schiedsrichter im Fußball nicht konsequent und klar ist. Fußball wird einfach nur ätzend, wenn die Spieler merken, sie können machen, was sie wollen – der Schiedsrichter hat das Spiel eh nicht unter Kontrolle.

Die Aufregung ist genauso groß, wenn der Schiedsrichter im Fußball unfair ist.

Du bist der Schiri im Kindergottesdienst.

  • Sei konsequent.
  • Sei fair.
  • Sei klar.
  • Doch bei allem, wisse: Du bist ein Mensch. Fehler passieren, verzeih dir.

Verloren – wirklich?

Diese 90 Minuten hätte ich mir auch sparen können!“ oder „Wow, was für ein Spiel!“ So sieht es auch oft nach dem Kindergottesdienst aus. Was ich dir sagen möchte: „Das ist einfach manchmal so!“ So, wie sich alle Spieler angestrengt haben und das Training vorher gut lief, kann es dennoch einfach mal in die Hose gehen. Doch wie in der Vorrunde, deswegen ist nicht alles verloren. Nein, beim nächsten Spiel geht’s weiter. Doch wie cool, ist es, wenn es richtig gut gelaufen ist – durch das effektive Training, kamen die Pässe an, das Zusammenspiel hat harmoniert, die Mannschaft hat Tore geschossen. Man  geht als Sieger vom Platz. Glücksgefühl. Ich wünsche dir, dass du dieses Gefühl auch oft hast, wenn es Sonntagnachmittag ist.

  • Die Vorbereitung lief ohne Stress und du hattest genug Zeit.
  • Deine kreativ-Ideen kamen bei den Kids an.
  • Ihr habt euch im Team super ergänzt.
  • Der Zielgedanke machte eine Punktlandung – er traf bei den Kindern genau ins Herz.

Der Elfmeter – die Entscheidung

Elfmeter im KindergottesdienstEgal, ob das Spiel in die Verlängerung gegangen ist, oder ob es mitten im Spiel einen Elfer gibt. Das Herz pumpt, der Atem stockt. Und dann Jubel – hoffentlich. In der Bibel steht, dass wenn ein Mensch zu Jesus findet, ein Freudenfest im Himmel ist. So wie die Menschen von den Sitzen springen, jubeln, sich um den Hals fallen und Freudetränen in den Augen haben. Hast du’s? Dieses Gefühl?

Jedem Kind im Kindergottesdienst solltest du die Möglichkeit geben, eine Entscheidung für oder auch gegen Jesus  selbst fällen zu dürfen. Ja, dir wird das Herz pumpen, aber verpasse es nicht, den Kids die Möglichkeit zu geben, sich zu entscheiden. Und dann juble.

Die Schwalbe – alles nur Fake

Fußball schwalbeBoah, kann ich mich da aufregen, wenn so ein Heinz tut als ob. Wie so ein Memmchen, liegt er dann am Boden und flennt: „Der hat mir wehgetan.“ Durch die Hände schaut er dann, ob der Schiri guckt und wenn der nichts mitbekommen hat… Huch, auf einmal kann er wieder aufspringen und losstürmen. Bah, sag ich da nur.
Warum das Ganze, auch wenn es oberpeinlich ist? Er erhofft sich dadurch, dass seine Mannschaft einen Vorteil bekommt. Bestenfalls sogar ein Tor schießt, einen Elfer rausholt und gewinnt.

Gewinn durch Manipulation

So könnten wir das Ganze nennen. Und auf einmal wird es persönlich. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich auch manipuliert worden bin als Kind und Jugendlicher in meiner Gemeinde. Und das sitzt ganz tief. Und es ist etwas, was ich auf keinen Fall möchte. Ja, das passiert mit gutem Grund „Wir wollen die Kids für Jesus gewinnen“. Aber Manipulation ist der falsche Weg. Ich möchte, dass sich jedes Kind, jeder Jugendliche und Erwachsene selbst entscheiden kann, und möchte weder durch Angst-Mache noch durch Schönfärberei die Menschen für Jesus gewinnen. Ich bitte dich, achte darauf.

Die Fans – Begeisterung pur

Was ist Fußball ohne seine Fans? Nichts. Ist doch so. Wenn es keine Fans gäbe, würden wir keine Spiele im Fernsehen oder in riesen Stadien sehen. Im Fußball ist das Fanwerden mittlerweile ein Selbstläufer. Im Kindergottesdienst nicht.

Fußball Fans KinderkircheVielleicht ist Fansein ein komischer Ausdruck in Bezug auf Kindergottesdienst. Lass mich erklären, wie ich es meine. Der Kindergottesdienst oder generell der Kinderbereich wird meines Erachtens nach immer noch viel zu wenig gesehen und beachtet. Im Kopf ist das Denken beim Pfarrer oder Kirchenvorstand, bei den Ältesten und Gemeindemitgliedern vorhanden, dass es diesen Zweig in der Gemeinde gibt. Und vom Kopf her ist ihnen das auch wichtig.

Doch ich finde, wir sollten unsere Gemeinde zu Fans vom Kindergottesdienst machen.

Auch wenn sie das Spiel nicht bestreiten, wenn sie nicht wie du der Schiedsrichter sind. Ich wünsche uns Kindergottesdienst-Mitarbeitern, dass die Gemeinde

  • jubelnd dasteht, wenn es phantastischen Kindergottesdienst gibt
  • uns unterstützt, wenn es mal nicht so läuft
  • Zeit und Geld investiert
  • interessiert zuhört, wenn es um die Kinderkirche geht
  • voll hinter der Arbeit im Kinderbereich steht

und das mit ganz viel Herz.

Vielleicht gehörst du zu den vielen Kinderkirchen-Mitarbeitern, die nicht gesehen werden. Die das Gefühl haben, dass „denen da oben“ es piepsegal ist, was du tust.

Es ist nicht egal.

Wenn du Ideen hast oder selbst schon erlebt hast, wie die Gemeinde, der Kirchenvorstand oder der Pfarrer Fan von der Kinderkirche werden kann, dann poste es doch unten in einen Kommentar. Durch viele Zuschriften von euch, weiß ich, dass das ein wichtiges Thema ist:

„Wie schaffen wir es, dass der Pfarrer oder der Kirchenvorstand uns wichtig nimmt?“

Wenn du da eine Anregung hast, teile sie uns mit. Danke dafür.

Und nun lasst uns die EM 2016 genießen – und zwar ohne Meckerei.

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Glauben glaubhaft vermitteln – die 10- bis 12-Jährigen im Kindergottesdienst

Glauben glaubhaft vermitteln – die 10- bis 12-Jährigen im Kindergottesdienst

Heute war ich wieder im Kindergottesdienst. Das war total schön. Unsere Kindergottesdienstmitarbeiterin hat eine Geschichte erzählt, wir haben ein Bewegungslied gesungen und alle haben mitgemacht. Dann hat jeder noch ein Bild zum Ausmalen bekommen.

Was denkst du, hat das ein 11-Jähriger Junge gesagt?

Natürlich nicht, doch wenn du jetzt überlegen musst, dann solltest du auf jeden Fall weiterlesen, denn heute geht es darum, dass du besser verstehen kannst, wie ca. 9- bis 12-Jährige ticken und wie du genau sie im Kindergottesdienst begeistern kannst.

Vorne weg – Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Dennoch gibt es schon Dinge, die du in der Kinderkirche beachten kannst, wenn du diese Altersgruppe hast. Ich nenne ihn mal den „Fast-Teenie“ – denn so ist es. Wir befinden uns in dem Stadium, wo das Mädchen oder der Junge nicht mehr nur noch Kind ist, aber auch noch kein wirklicher Teenie oder gar Jugendlicher ist.

Was geht ab bei 10- bis 12-Jährigen

Und da haben wir auch schon die spannende Herausforderung. Denn in einer Spannung lebt der 10- bis 12-Jährigen. Er liebt es nach wie vor:

  • Dinge zu erforschen
  • Mechanismen zu verstehen
  • er ist lern- und begeisterungsfähig
  • er ist kreativ und motiviert
  • er versteht mehr und mehr Zusammenhänge

Auf der anderen Seite, geht es immer mehr darum cool zu sein, in zu sein. Egal ob in der Bücherwurmgruppe oder dem Fußballteam. Tja, und wenn man das sein möchte, dann ist man der Checker und gibt ungern zu, dass man Sachen vielleicht doch noch nicht so geschnallt hat.

  • Wenn du als Fast-Teenie nicht mithalten kannst, dann hast du verloren.
  • Wenn du als Fast-Teenie nicht dazugehörst, dann gehst du unter.

Der 10- bis 12-Jährige wächst und wächst. Der eine früher, der andere später. Vielleicht erinnerst du dich daran. Wenn nicht, versetze dich nochmal in die Zeit, als du in dem Alter warst. Wie war es, als dein Körper angefangen hat, nicht nur in die Höhe zu schießen, sondern auch anfing erwachsen zu werden.  Und je nachdem, wo der Fast-Teenie ist, ist es entweder toll, schon “weiter“ zu sein oder halt total Panne.

Der Fast-Teenie ist immer in der Bredouille:

„Passe ich mich an oder bin ich ich.“ Er sehnt sich danach zu verstehen, wie er ist und wer er ist und dennoch, ist es enorm wichtig in dieser Phase „reinzupassen“.

Dadurch agiert er oft so, wo wir Erwachsenen einfach nur den Kopf schütteln oder total bescheuert finden. Und das spüren sie. Sie fühlen sich unverstanden und einsam. Sie verstehen sich ja selbst oft nicht. Doch zugeben, würden sie das nie. So schwanken sie zwischen Emotionen und haben das reinste Gefühlschaos in sich.

Wenn du jeden Monat einmal in ein Fast-Teenie-Zimmer gehst, wirst du immer wieder Veränderungen feststellen können. Besonders bei den Mädchen, werden die Wände mit Postern zugekleistert. Fast-Teenies starten damit, nach Idolen und Vorbildern zu suchen.

Und der 10- bis 12-Jährige lernt (hoffentlich) langsam ganz bewusst sich für ein „Ja“ oder ein „Nein“ zu entscheiden.  Die Zeiten wo der Papa motiviert sagt: „Los komm wir spielen das, das macht Spaß!“ – selbst losrennt und das Kind rennt mit, ist vorbei. Der Fast-Teenie weiß selbst, was ihm Spaß macht oder nicht, auch wenn das von Monat zu Monat was anderes sein kann. Fußball, Ballett, Pferde, Badminton, Theater, Schlagzeug. Denke nicht, nur weil vor 3 Monaten der Fast-Teenie von etwas geschwärmt hat, dass das immer noch so ist. Von einem Tag auf den anderen kann das Saxophon das furchtbarste Instrument sein und nun die Triangel total cool sein.

Glauben glaubhaft vermitteln als Kindergottesdienst-Mitarbeiter

Wenn du deine 10- bis 12-Jährigen kennst, wirst du schon einen kleinen Blick in die Zukunft werfen können, was aus diesen grandiosen Menschen einmal werden könnte.

Und da sind wir schon genau am Kern in diesem Alter. Wenn du vorher noch mit gut erzählten Geschichten punkten konntest oder dich große Kinderaugen dankbar anschauten, weil du ihnen beim Ausschneiden geholfen hast, gelten hier die folgenden 2 Grundsätze:

Baue Beziehung. Schaffe Vertrauen.

Wie machst du das?

  1. Rede mit ihnen.

Beziehung bauen EntwicklungspsychologieDu kannst im Kindergottesdienst nicht mehr DEIN Programm durchziehen. Wenn ihnen etwas auf der Seele brennt, dann höre zu, dann sei da, dann rede mit ihnen. Sie lieben es, wenn du dich wirklich mit ihnen unterhältst. Sie werden dir zuhören, wenn du von dir erzählst. Von deiner Menschlichkeit, von deinen Kämpfen. Sie werden dir zuhören, wenn du Antworten gibst auf IHRE Fragen und nicht auf das, was du denkst, was für sie wichtig ist. Erziehe sie nicht an der kurzen Leine, behandle sie als Partner. Sie wollen verstehen, wie sie werden und genau du kannst ihnen dabei helfen, indem du ihnen die Erwachsenen-Welt erklärst und ihnen zeigst, wie du sie siehst. Erinnerst du dich, sie brauchen Vorbilder. Vielleicht möchtest du ihr Vorbild sein, ihr Mentor. Das schaffst du, indem du dich öffnest und ihnen die Schatten- und Sonnenseiten des Lebens und des Glaubens zeigst.

  1. Schenke Vertrauen.

Sie wollen keine Kinder mehr sein und das sind sie nun auch langsam nicht mehr, also behandle sie auch nicht so. Auch wenn das öfter gefühlt für dich in die Hose geht. Gebe ihnen, wenn sie wollen und danach fragen, Verantwortung. Und auch da wieder, wenn sie es verpeilt haben, dann rede mit ihnen darüber,

  • nicht als Lehrer, sondern frage, warum es nicht geklappt hat
  • nicht vor den anderen, denn nichts ist schlimmer, als sich vor den anderen die Blöße zu geben

Salz, Tipp, KindergottesdienstUnd dann probiere es erneut, wenn sie wollen. Sie brauchen das Gefühl, dass du ihnen dennoch vertraust. Ja, in dem Alter brauchen sie es, Dinge ausprobieren zu dürfen.

Und dann lobe sie und erkenne an, was sie getan haben.

  1. Fordere sie.

Nichts ist schlimmer, als wenn du sie unterforderst. Im Kindergartenalter ein „Kenn ich schon!“ ist keine Kritik, sondern, das Kind freut sich über sich selbst. Doch bei einem 10- bis 12-Jährigen ist das knallharte Kritik. Erzähle ihnen nichts, was sie schon kennen, sondern lasse sie persönliche Erfahrungen machen mit den Geschichten die sie kennen. Gehe an ihre Grenze, aber nicht drüber.

  1. Schau hinter die Kulisse

hinter die Kulisse schauenUnd das ist der Schlüssel bei allem. Schau hinter die Kulisse der Geschichte, die deinen Zielgedanken vertieft. In dem Alter reicht es als Kindergottesdienst-Mitarbeiter nicht mehr aus, nur die Geschichte zu erzählen. Die kennen sie meistens eh schon.  Bring deinen Laptop mit und stöbere mit ihnen zusammen in den Bildern von Jerusalem rum. Begreifst du die Zusammenhänge der Geschichte Israels? Hast du dich damit beschäftigt? Du musst nicht besser sein als sie, aber dann sei ehrlich und erforsche, entdecke und staune mit ihnen gemeinsam. Du musst nicht mehr den Anspruch haben, mehr Ahnung zu haben. Wichtig ist deine Beziehung zu Gott, wie du dein Christsein lebst und vorlebst.

Lass sie sich in die Personen hineinversetzen. Lass die Menschen der Bibel oder andere Persönlichkeiten Mensch werden, so dass sie sich darin wiederentdecken. Es geht nicht mehr um Geschichten, es geht um die Menschen dahinter.[/text_output][/vc_column][/vc_row][vc_row padding_top=“0px“ padding_bottom=“0px“ border=“none“ parallax_image=““][vc_column fade_animation=“in“ fade_animation_offset=“45px“ width=“1/1″][ultimate_heading main_heading=“Worum geht es wirklich bei den 10- bis 12-Jährigen?“ heading_tag=“h4″ spacer=“line_with_icon“ spacer_position=“bottom“ line_style=“inset“ line_height=“1″ line_color=“#295719″ icon_type=“custom“ icon_img=“559″ img_width=“48″ line_width=“20″] [/ultimate_heading][/vc_column][/vc_row][vc_row padding_top=“0px“ padding_bottom=“0px“ border=“none“ parallax_image=““][vc_column fade_animation=“in“ fade_animation_offset=“45px“ width=“1/1″][text_output]Um alles oder nichts. Auch wenn sie sich davor vielleicht schon für einen Weg mit Jesus entschieden haben, als Fast-Teenie hast du als Kindergottesdienst-Mitarbeiter die Möglichkeit, Hilfestellung zu geben, dass sie eine wirkliche Beziehung zu Jesus aufbauen. Und Beziehung meint auch  Beziehung. Geh an die Ecken und Kanten des Christseins. Speise sie nicht mit leeren Floskeln ab. Ein „wenn du betest, wird alles gut“ funktioniert nicht mehr, denn manchmal heißt es auch zu warten oder auch ein Nein hinzunehmen. Und ja, der einzige Weg ist es, dabei persönlich zu werden,

  • durch die Personen der Bibel (z.B. Paulus, Petrus, Johannes)
  • durch andere Biografien von Menschen, die sie faszinieren könnten
  • und durch dich

Weitere Fragen stellen sich.

  • Hat der Fast-Teenie bei dir in der Gruppe auch den Raum persönlich zu sein?
  • Wie ist die Atmosphäre?
  • Inwieweit kann dort ungefiltert gesprochen werden?
  • Herrscht ein Raum der Akzeptanz dort? Gruppe Beziehung
  • Hat jeder 10- bis 12-Jährige mindestens einen Freund in der Gruppe oder gehört zu einer Teilgruppe dazu?

Wenn das nicht so ist, musst du dich nicht wundern, wenn jemand nicht gern oder nicht mehr kommt. Freunde sind die Grundlage des Wohlfühlens in einem Raum oder der Grund überhaupt zu einer Veranstaltung zu kommen. Wenn die beste Freundin nicht kommt, ist alles doof.

Was der 10- bis 12-Jährigen erleben kann und möchte.

1. Ich kann Gott begegnen!
  • Zum Beispiel durch die Bibel – bringt alle eure Bibeln mit. Was für Anstreichsysteme benutzt ihr? Warum? Wie hat die Bibel schon einmal zu dir gesprochen? Konkret.
  • Zum Beispiel durch Stille – ich bin gespannt, ob ihr Stille wirklich aushaltet.
  • Zum Beispiel durch Singen – und da gilt nicht deine Musik, sondern lass die Kids ihre Musik auch mitbringen und warum sie zu ihnen spricht. Und nochmal, nimm sie ernst – jeder Geschmack kann unterschiedlich sein.
  • Zum Beispiel durch die Natur – ja dann geht doch mal raus!
2. Gott hat mich begabt!

Vielleicht geht ihr nicht nur auf die Standards ein. Es gibt zum Beispiel auch die Begabung wie

  • Zuzuhören
  • Sachen zu sehen, die andere nicht sehen,
  • Andere in Schutz zu nehmen

Denk weiter und lass die Kids weiterdenken. Es geht nicht nur um Sport, Mathe und Gedichte aufsagen. Es geht um Eigenschaften, die die Kids auch im Alltag gebrauchen können.

3. Ich lerne gute Entscheidungen zu treffen!

Wo haben Menschen schon schlechte Entscheidungen getroffen. Stelle sie bewusst vor Konflikte und lasse sie es aushalten. Zu einem Menschen zu stehen, der in der Schule der Looser ist, scheint christlich zu sein, aber was hat man davon, wenn man dann auch ein Looser ist? Nein, man kann nicht immer so oberfromm sein. Und sei ehrlich, du bist es auch nicht.

4. Was bedeutet für mich Nachfolge Jesu – will ich das? Was heißt das konkret für mich.

Für mich heißt Nachfolge, Gott zu lieben, meinen Nächsten zu lieben und mich selbst zu lieben. Darin eine Balance zu finden, ist die Herausforderung des Lebens, denn auch ich selbst darf nicht hinten runterfallen, denn dafür hat Gott auch mich genauso lieb wie die anderen. Leben als Christ ist nicht einfacher als ein Leben, wenn man sich gegen Gott entscheidet. Das ist so. Und genau deswegen ist es so spannend mit ihnen den Weg der Nachfolge zu gehen und da zu sein.

Und wenn sie sich entschieden haben, dann mit ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe. Ich wünsche dir, dass du das erlebst.Wegbegleiter für 10- bis 12-Jährige

Möchtest du da sein?
Möchtest du Beziehung bauen?
Möchtest du Vertrauen schenken?
Möchtest du Wegbegleiter sein?

Dann bist du hier – bei den 10- bis 12-Jährigen – genau richtig.

Disziplin im Kindergottesdienst – was hilft gegen das Chaos

Disziplin im Kindergottesdienst – was hilft gegen das Chaos

Ein Gastartikel für uns von Annette Eichholz. Ich bin so froh, dass sie uns in das Thema „Disziplin in der Kinderkirche“ hineinnimmt.

Annette EichholzSie ist fasziniert von Kindern und findet, dass Gemeinden alles tun sollten, damit sich Kinder und Familien dort zu Hause fühlen können.
Deswegen hat sie viele Jahre lang im Kindergottesdienst mitgearbeitet. Z.Zt. organisiert sie alles, was ihre Gemeinde an besonderen Aktivitäten für Kinder plant, vom Weihnachtsmusical bis zu Legotagen, hält Schulungen und coacht einzelne Mitarbeiter.


Los geht’s 🙂

Was hilft denn wirklich gegen das Chaos im Kindergottesdienst? Fragst du dich das auch manchmal? Oder ist es dir noch nie passiert, dass sich die Kinder gegenseitig ärgern und ablenken, statt dir zuzuhören oder dass sie durch den Gruppenraum toben, statt still zu sitzen?

Falls du so etwas hin und wieder erlebst, möchte ich dir ein paar Ursachen für Disziplinschwierigkeiten aufschreiben und ein paar Tipps, die dir helfen können.

Nicht alles wird für dich passen. Such dir ein oder zwei Punkte aus und fange an, sie zu verändern.

1. Die äußeren Umstände

Euer Gruppenraum

Wenn im Raum Spielzeug liegt, werden die Kinder damit spielen. Die jüngeren werden es vielleicht auch durch den Raum werfen und sich um die Sachen streiten. Wenn es zu wenige Stühle gibt, werden sie sich um diese Plätze streiten. Wenn euer Raum zu groß ist, werden die jüngeren Kids rumrennen und die älteren werden versuchen, sich von der Gruppe abzusetzen und cool vom Rand aus zu beobachten, was die anderen machen. Und schon musst du schimpfen und ermahnen – nervig für alle!

Schau dir euren Gruppenraum mal darauf hin an. Und wenn nötig, nimm Änderungen vor. Vielleicht müsst ihr einfach mal aufräumen, vielleicht in einen anderen Raum gehen. Auf jeden Fall hilft es dir, so rechtzeitig vor dem Kindergottesdienst im Raum zu sein, dass du bei Bedarf in Ruhe lüften, Stühle stellen oder aufräumen kannst.

Technik für Licht und Ton

Wenn ihr von einer Bühne aus mit den Kindern singt und die biblische Geschichte erzählt oder vorspielt, ist für euch die Frage nach dem Einsatz von Technik wichtig. Können alle Kinder gut hören und sehen und dabei ruhig sitzen? Wenn nicht, suche dir jemanden, der dich mit Mikro und Licht versorgt.
Mikro im KindergottesdienstIhr habt noch keine Technik im Kindergottesdienst? Dann lies doch mal in den Artikel „Technik im Kindergottesdienst“ rein. Ab 25 Kinder aufwärts, ist Technik immer angebracht. 1. Um die Kids nicht anzuschreien, wenn es doch einmal grad sehr spaßig ist und 2. um schauspielerische Höchstleistungen zu bringen, denn z.B. angstvolles Flüstern ist ohne Mikro so nicht mehr möglich.
Deine Stimme wird es dir danken.

Wege und Raumwechsel

laute Kids KindergottesdienstWenn in deiner Gemeinde am Anfang des Gottesdienstes Kinder und Erwachsene zusammen sind und die Kinder dann in ihre Gruppen gehen, kann dieser Weg heikel sein. Wenn Kinder die Möglichkeit haben, irgendwo im Gemeindehaus zu verschwinden, ist auch die Aufsichtspflicht ein Problem. Und wenn der Gottesdienst ihre Geduld schon stark gefordert hat, brauchen sie vielleicht erst einmal die Möglichkeit, Spannung abzubauen, um sich dann wieder für den Kindergottesdienst konzentrieren zu können.

Checkliste:

  • Aufsichtspflicht nicht vergessen
  • für Spannungsabbau sorgen, wenn das Stillsitzen im Gottesdienst zu lang war
  • Idee: erfinde „Wegespiele“

Ferien und andere tolle Sachen

Kennst du das: Du bist am Samstag erst aus dem Urlaub zurück gekommen und bist am Sonntagmorgen zwar äußerlich im Gottesdienst, aber in Gedanken noch am Strand :-))) Den Kindern geht es genauso. Deswegen gib ihnen am Ferienanfang und am Ferienende Zeit zum Berichten und erzähle auch selbst von deinen Plänen und Erlebnissen.

Weihnachten, Ostern, Geburtstag – das alles wollen die Kinder mit dir teilen!

Aber auch an einem ganz normalen Sonntag kann es sein, dass ein Kind etwas Besonderes erlebt hat. Plane Zeit ein zum Zuhören. Dann werden die Kinder anschließend auch dir zuhören!

Jahreszeiten, Wetter und noch vieles mehr…

Wenn es heiß ist, haben die Kinder zwischendurch bestimmt mal Durst und freuen sich über etwas zu trinken. Wenn draußen ein Gewitter tobt, haben manche vielleicht Angst und andere wollen die Blitze angucken. Und im Winter haben die Jungs vielleicht schon eine spannende Schneeballschlacht hinter sich!

Solche Dinge kannst du zwar nicht beeinflussen, aber einplanen. Am besten sprichst du direkt an, was die Kinder beschäftigt und machst auch klar, wann die Zeit zum Reden und Erzählen zu Ende ist, weil dein Thema dran ist.

2. Gründe beim Mitarbeiter

Schlechte Vorbereitung führt automatisch zu Unruhe. Wenn Pausen entstehen, weil du dein Material suchen musst, werden die Kinder diese Pause füllen. Sie werden anfangen zu reden oder sich gegenseitig zu ärgern. Und schon fängst du an zu schimpfen – und die gute Laune ist dahin. Sorge also dafür, dass du alles griffbereit hast, was du während der Stunde brauchst.

Wenn du die Regeln für ein Spiel nicht kennst oder nicht weißt, wie deine Bastelarbeit richtig funktioniert, dann gibt es Diskussionen oder Streit – nervig und vor allem unnötig! Informiere dich vorher und überlege dir, welche Handlungsanweisungen die Kinder brauchen.

Wenn du spät dran bist und den Raum, die Bühne oder dein Material nicht rechtzeitig vorbereitet hast, sind die Kinder am Anfang sich selbst überlassen. Sie werden wahrscheinlich nicht ruhig auf den Stühlen sitzen und dir bei deinen Vorbereitungen zusehen, sondern spielen, rennen, Unsinn machen. Hier hilft nur eins: Früh genug kommen und fertig sein, bevor die Kinder kommen.

Wie konsequent bist du?

Konsequent sein im KindergottesdienstWenn du Konsequenzen für ein störendes Verhalten ankündigst und dann nicht umsetzt, hast du deine Autorität selbst untergraben. Überlege dir deswegen genau, ob du wirklich tun kannst, was du sagst. Oft ist es gut, zu zweit in der Gruppe zu sein. Dann kann der zweite Mitarbeiter dafür sorgen, dass sich das störende Kind wirklich auf einen anderen Platz setzt, aufhört seinen Nachbarn zu treten, seiner Nachbarin ihren Schal zurück gibt…

Wie begeistert bist du?

Wenn du nur aus Routine mitarbeitest oder weil „es sonst niemand macht“, spüren die Kinder deine mangelnde Begeisterung und haben auch keine Lust auf Kindergottesdienst.

Wenn du nervös und gereizt bist, reagierst du auch mal zu sensibel auf Dinge, die eigentlich gar keine Störung sind.

Solltest du dir gar nicht sicher sein, ob du am richtigen Platz bist, dann kannst du hier nochmal konkreter schauen, was deine Motivation ist. Wer weiß, vielleicht ist woanders ein viel besserer Platz?

9 Tipps, die dir bestimmt helfen

  • Sei liebevoll und aufmerksam.
  • Sei konsequent, bestimmt, gelassen und ruhig.
  • Begegne den Kindern mit Wertschätzung und Respekt.
  • Sei rechtzeitig im Gruppenraum, gut vorbereitet und von deinem Programm überzeugt.
  • Lerne Dinge zu ignorieren, die keine Störung sind.
  • Gestehe Fehler ein und wenn nötig: Entschuldige dich bei den Kindern.
  • Bestrafe niemals körperlich.
  • Sei bereit zu vergeben und jeden Kindergottesdienst als neue Chance zu sehen, miteinander Freude zu haben und Gott zu erleben.
  • Besprich dich mit deinem Team. Es ist wichtig, gemeinsame Regeln zu haben und möglichst einheitlich auf Störungen zu reagieren.

3. Gründe im Programm und im Aufbau der Stunde

Überlege bei der Vorbereitung, an welchen Punkten Unruhe entstehen kann. Hier sind vor allem Anfang und Schluss der einzelnen Programmelemente wichtig.

Ein Anfang, der die Kinder neugierig macht

Damit dir so ein Start gelingt ist es gut, wenn die biblische Geschichte einen spannenden Anfang hat, die Beschreibung für das nächste Spiel witzig und cool klingt, die Bastelarbeit toll aussieht… Deswegen lohnt es sich, dass du dir bei der Vorbereitung gute Formulierungen dafür überlegst.

Ein Ende, das die Kinder zufrieden macht

Und am Schluss der einzelnen Programmpunkte gibt es auch einiges zu bedenken:

  • Nach einer spannenden Geschichte brauchen die Kinder vielleicht einen Moment Zeit, um wieder in der Realität anzukommen. Gib ihnen diese Zeit z.B. durch ein gemeinsames Lied, ein Gebet…
  • Am Ende eines Spieles kann es Konflikte geben zwischen Siegern und Verlierern oder Diskussionen, wenn es scheinbar nicht gerecht zuging. Hier bist du als Schlichter gefragt.
  • Beim Basteln sind immer einige Kinder schneller fertig als andere. Hier brauchst du einen Plan, wie sie die Wartezeit ausfüllen können, bis alle fertig sind und es gemeinsam weiter geht.

Deine Dramaturgie

altersgemäßer KindergottesdienstIst das, was du mit den Kindern machst, ihrem Alter angemessen? Unter- und Überforderung nimmt ihnen die Motivation zum Mitmachen.

Gibt es in deinem Programm einen Wechsel von Spannung und Entspannung, laut und leise, gemeinsamem Tun und Einzelarbeit, sitzen und Bewegung, hören und Tun? Das hilft den Kindern, innerlich mitzugehen und äußerlich ruhig zu bleiben.

Viele praktische Tipps, wie du ein Programm spannend gestalten kannst, findest du hier.

Plan B für unvorhergesehene Notfälle

Hast du Alternativen parat, wenn die Kinder etwas überhaupt nicht interessant finden, wenn die Gruppe viel größer oder kleiner ist als erwartet oder der Gottesdienst mal wieder länger dauert als üblich? Überlege dir doch mal ein oder zwei Spiele, Lieder und Bastelideen für solche Situationen und besorge dir das Material dafür. Wenn du diese Sachen immer als Reserve dabei hast, muss dich nichts Unvorhergesehenes mehr verunsichern. Du bist ja vorbereitet!

Spezialfall Familiengottesdienst

Ein Familiengottesdienst ist eine besonders tolle Sache, aber auch eine besondere Herausforderung. Hier findest du viele Tipps dafür.

4. Ursachen beim Kind

  • AD(H)S, Hochbegabung, Lernschwierigkeiten, Autismus, all das macht Kindern und Erwachsenen oft das Leben schwer. Vieles davon ist mittlerweile gut erforscht und es kann dir helfen, wenn du dich darüber informierst. Aber beeinflussen kannst du das alles natürlich nicht.
  • Auch die Situation des Kindes in seiner Familie und in der Schule hat Auswirkungen auf sein Verhalten im Kindergottesdienst. Das ist ein eigenes, sehr umfangreiches Thema.
  • Manchmal führen diese Ursachen dazu, dass Kinder einfach mit mitmachen (können) bei dem, was du geplant hast. Hilfen für solche Situationen findest du hier im Artikel über „Wenn Kinder verweigern“.

5. Geistliche Ursachen

Kindergottesdienst ist Verkündigung von Gottes Wort. Deswegen lohnt es sich, dafür zu sorgen, dass jedes Kind ungestört zuhören und Gott begegnen kann.

Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass Verkündigung immer angefochten ist.

Und deswegen mein letzter Tipp:

Bete für die Kinder und den Kindergottesdienst.

Gott ist kein Gott der Unordnung, sondern des Friedens (1. Kor. 14,33). Unordnung zu machen, das kriegen wir Menschen hin. Frieden kann nur Gott schaffen. Und er will zu den Kindern reden – durch dich!!! Ist das nicht super?

Elsa die Eiskönigin im Kindergottesdienst

Elsa die Eiskönigin im Kindergottesdienst

Als ich heute Morgen die Straße runtergelaufen bin, zuckelte vor mir ein Vater mit 3 Kids entlang. Eigentlich standen sie nur und das bei dieser klirrenden Kälte. Die 2 Mädels – vielleicht 5 und 3 Jahre erfreuten sich an ihren Seifenblasen. Die Kleinere versuchte immer wieder die Seifenblasen einzufangen. Es war echt goldig. Und der Vater stand geduldig und ging immer mal wieder – den Kinderwagen schiebend – einen Schritt weiter. Als ich an ihnen vorbeiging, hörte ich wie er eine Melodie pfiff…

Hach – kennst du das, dass jemand was pfeift und du kennst das Lied und weißt nicht woher. Mir lässt das dann echt keine Ruhe. Doch dann ein paar Minuten später kam es mir „Willst du einen Schneemann bauen?“ Es war das Lied, welches Anna an der Tür von Elsa singt, weil sie so gerne mit ihr spielen möchte, doch Elsa sie immer wieder abweist. Jahrelang.

Elsa die Eiskönigin im KindergottesdienstIch hoffe du kennst den Film „Die Eiskönigin“. Wenn du ein Kindergottesdienst-Mitarbeiter bist, kann dieser Film nicht an dir vorbeigegangen sein. Alle Mädchen lieben schon über ein Jahr ihre Elsa die Eiskönigin. In den Läden gibt es alles von ihr – bedruckte Shirts, Schulranzen, Mäppchen, Uhr, Bikini, Schloss, Schneekugel, Schwimmreifen, Brille, Haarreifen, Schuhe, Bettwäsche, Puppe in groß, Puppe in klein, Puppe in mini, Puppe in weich, Sessel, eben alles.

Ganz ehrlich, ich mag den Film auch und Willemijn Verkaik singt das Lied „Ich lass los“ wirklich grandios. Dennoch gibt es eine Sache die ich nicht so verstehen wollte.  Das Lied ist auf Youtube so oft gecovert worde. Ich habe sogar eine gute Version in 25 Sprachen gefunden.

Warum stehen die Kids auf Elsa, die Eiskönigin und nicht auf Anna?

Warum? Ganz ehrlich, Anna ist so viel cooler!Anna Eiskönigin

  • Sie ist mutig, denn sie geht in die Eiseskälte um Anna zu suchen.
  • Sie ist witzig.
  • Sie ist spontan.
  • Sie ist schlagfertig.
  • Sie ist liebenswert.

Dagegen Elsa die Eiskönigin – sie rennt weg, sie ist Anna gegenüber überhaupt nicht nett. Ich finde sie ist auch echt nicht so hübsch wie Anna. Sie ist voll das Problemkind. Sie verbietet Anna Sachen. Wer will das denn?

Und dennoch – Elsa die Eiskönigin ist der Star der Mädchen von heute (2014-2016) und nicht Anna.

Elsa kann etwas, was sonst keiner kann. Sie kann durch ihre Emotionen Dinge in Eis verwandeln. Doch da steht nicht plötzlich ein Riesen Eisquader da, sondern es entstehen wunderschöne Eiskristalle, rücken, Wege, ja ein ganzes Schloss kann Elsa „herzaubern“. Den Menschen in Arendelle macht das Angst und es ist tatsächlich zum Fürchten, denn Elsa kann diese Begabung nicht kontrollieren. Aber es macht sie einmalig. Es macht sie besonders und es sieht wunderschön aus.

Darlina mit ihren Elsa die Eiskönigin ArtikelnJetzt geh mal in dich. Ist es nicht das, was jeder von uns in sich trägt? Diese Sehnsucht nach Einmaligkeit. Unseren Mädchen im Kindergottesdienst ist es egal, ob die Menschen Angst vor Elsa haben – am Ende wird ja auch alles gut. Sie sehen die Einzigartigkeit von Elsa und träume davon auch so zu sein.

Egal wie hoch ich als Erwachsener die grandiosen Eigenschaften von Anna sehe und wie erstrebenswert unsere Mädchen bewundern Elsa und wollen gern sie sein.

kleine Elsa EisköniginnenIch hab’s probiert, ich hab schon öfter Mädchen gefragt, wen sie toll finden – Die Antwort ist Elsa. Und wenn ich mit ihnen darüber spreche, und in meiner total motivierenden Art von Anna vorschwärme, lächeln sie mich an. Doch danach, bei der Frage, ob sie Anna nun besser finden, kommt ein „Nein“. Und glaub mir, ich bin gut im Argumentieren und Erklären. Doch da, da stoße ich auf Granit.

2 Dinge, die dir Elsa die Eiskönigin für den Kindergottesdienst beibringen kann

1. Kinder wollen besonders und einmalig sein

Das ist wahrscheinlich nichts Neues für dich und dennoch ist es wichtig, immer wieder das Verhalten der Kids zu verstehen. Wenn ein Kind mal nicht so tickt, wie du es gern hättest, steckt vielleicht genau der Wunsch dahinter. Es möchte besonders sein. Egal ob Junge oder Mädchen.

Was heißt das für dich? Lobe die Kids, da, wo es etwas zu loben gibt, denn das hebt sie hervor und macht sie besonders. Schau dabei ganz individuell auf das Kind. Wenn du ein Kind für etwas lobst, was für das Kind selbstverständlich ist, kommt es sich ganz bestimmt blöd vor, verdreht die Augen und findet es albern. Lobe für die Dinge, wo das Kind etwas geschafft hat, für das es einen Tick mehr auch gegeben hat, an Zeit, Kreativität, Ausdauer als sonst.

Es ist wichtig, dass wir unseren Kids beibringen was „normal“ ist und was ein Lob wert ist.

Für mich ist es zum Beispiel normal, dass ein Kind mit aufräumt, was es unordentlich gemacht hat. Dafür kann es gern ein „Danke“ von mir bekommen. Aber ein Lob? Doch vielleicht muss ein Kind das zu Hause nie machen. Ja, solche Eltern gibt es, die alles für ihre Kinder tun. Dann ist ein Lob vielleicht doch angebracht.

2. Kinder gucken nicht so differenziert wie du

Elsa die Eiskönig KostümWir Erwachsenen hätten es so gern immer logisch. Aber Kinder sind so nicht. Für mich sind die Eigenschaften von Anna (mutig, temperamentvoll, witzig) super. Kinder finden diese Eigenschaften sicher auch gut, aber – und da kommt das große Aber J. Sie schauen halt oft total Tunnelblick-mäßig. Unsere kleinen Mädchen sehen einfach diese wunderschönen Eiskristalle und das Schloss und was Elsa da herzaubert, dass die Menschen Angst haben, dass sie damit Sachen zerstört, sehen sie nicht. Und das ist ok.

Es bringt da gar nichts mit Kindern irgendwie rumzudiskutieren. Wenn ein Kind jetzt Basteln blöd findet, dann ist das so.

Argumente, dass es dann

  • was Schönes mitnehmen kann,
  • dass Mama sich freut,
  • dass es dann als einziges Kind vielleicht nichts hat, wenn es nicht mitmacht,
  • dass es Spaß macht, dass es mal probieren soll.

Es zieht nicht.

Die Lösung in so einem Fall ist nicht, zu argumentieren, sondern die Kunst als Kindergottesdienst-Mitarbeiter ist es da, zu schauen, wie ich aus der Situation etwas Gutes rausholen kann.

Frage dich, warum denkt das Kind jetzt so, warum möchte es jetzt dieses oder jenes. Du wirst merken, wenn du für dich ein Warum klar hast, fällt es dir leichter mit dem Kind auf eine gute Art und Weise umzugehen. Du wirst es vielleicht nicht verstehen, aber du wirst es akzeptieren können und dir dadurch öfter innerlichen Stress ersparen. Ja, vielleicht wäre es schöner, wenn das Kind mitbastelt, aber wenn nicht, wen stört es? Meistens nur dich, weil du dir Mühe gegeben hast und die Bastelarbeit vorbereitet hast.

Was könnte ein Warum beim „Nichtbasteln“ sein?

  • Es ist zu anstrengend.
  • Es ist zu kindisch.
  • Es macht keinen Spaß.
  • Es ist zu viel Friemelarbeit.
  • Das Kind bastelt nicht gerne.
  • Das Kind ist einfach müde, hat keine Lust.

Elsa die Eiskönigin und AnnaFür mich sind das Gründe. Ja, es ist schade. Aber wir haben Sonntag, wir sind nicht in der Schule und auch ich möchte nicht immer müssen. Ist das ok für dich? Ich weiß, dass das schwer ist. Besonders, weil innerlich die Angst groß ist, was ist, wenn nun noch mehr Kinder nicht mehr mitmachen wollen. Aber ich wünsche uns, dass das Nein-Sagen der Kids ok für uns ist, dass wir das aushalten. Auch wenn der Grund ist, dass sie dadurch besonders sein wollen.

PS: Ich finde immer noch, dass Anna soviel cooler ist, als Elsa – tja, ich bin ja auch erwachsen.[

Dankeschön für die Zusendung der Bilder beim Contest – Elsa-Fan gesucht!

Bibellesen im Kindergottesdienst – einen Versuch wert?

Bibellesen im Kindergottesdienst – einen Versuch wert?

Stopp! Klick nicht weiter.

Auch wenn du denkst: „Ach nö, den Artikel lese ich nicht, ist bestimmt langweilig!“ Du bist ein Kindergottesdienst-Mitarbeiter und Kindergottesdienst hat etwas mit der Bibel zu tun, vielleicht nimmst du dir die 10 Minuten und gibst der Bibel eine Chance.

Stopp – so kann ich das ja nun auch wieder nicht sagen, dass du der Bibel keine Chance gibst. Schließlich vermittelst du den Kids ja jeden Sonntag biblische Geschichten.

  • Super kreativ bastelt ihr zu Themen aus der Bibel.
  • Ihr habt euch immer ein tolles Anspiel überlegt, damit den Kids auch nicht langweilig wird.
  • Alle Bausteine haben etwas mit dem Zielgedanken zu tun.
  • Euer Musikteam sucht die Lieder genau zur biblischen Geschichte heraus.
  • Ihr habt Leitfragen, um ein gutes Gespräch mit den Kids zu führen.

Also bitte, du gibst der Bibel sehr wohl eine Chance. Ja, das tust du. Doch warum müssen deine Vorbereitungen dazwischen geschaltet sein? Warum ist alles so vorgeplant, vorgegeben?

  • Gibst du der Bibel eine Chance?
  • Gibst du Gott die Chance, dass er direkt durch das Wort auch zu den Kids spricht, indem sie darin lesen?
  • Wird dir ein wenig mulmig bei dem Gedanken?

Bevor ich mit dir loslegen möchte, wie du mit den Kids Bibellesen kannst, 3 Fragen an dich:

Frage 1: Glaubst du, dass Gott direkt durch die Bibel spricht?

Ich meine damit, dass du daran glaubst, dass wenn jemand die Bibel liest, derjenige Aha-Effekte hat, Antworten bekommt für sein persönliches Leben.

Frage 2: Liest du selbst die Bibel?

Das muss nicht täglich sein. Aber gibt es Zeiten, wo du dir die Bibel nimmst und liest. Für dich persönlich, nicht um den Kindergottesdienst vorzubereiten. Das kann auch zu zweit oder in einer Gruppe sein.

Frage 3: Hast du selbst die Erfahrung gemacht, dass Gott zu dir durch das Bibellesen gesprochen hat?

Wenn nicht, dann lies jetzt auf jeden Fall weiter, damit du anfängst diese Erfahrung zu machen. Ich bin der festen Überzeugung und habe es schon so oft erlebt, wie klar Gott zu mir durch das Bibellesen spricht. Dieser Gedanke „Kenn‘ ich schon. Ich weiß, was der Text sagen möchte.“ Ist einfach nicht wahr. Gott ist ein lebendiger Gott und redet total individuell durch die Bibel. Das Coole ist, dass er immer wieder anders durch Texte zu dir sprechen kann.

Doch eins ist Tatsache, nur wo ich selbst von begeistert bin, kann ich auch Begeisterung rüberbringen.

Das ist beim Bewegungslieder singen, Theater spielen, Vertiefungsspiele spielen so und gilt genau so auch für das Bibellesen (mit Kindern).

Bibellesen mit Kids in der Kinderkirche: die Grundvoraussetzungen

  1. Voraussetzung
    Die Kinder müssen lesen können. Auch wenn das bei einigen noch stuckerig ist, aber wenn wir mit den Kids zusammen die Bibellesen wollen, dann sollen sie auch lesen.
  2. Voraussetzung
    Jedes Kind, mindestens jedes 2. Kind sollte eine Bibel haben. Und zwar nicht zu Hause sondern jetzt im Kindergottesdienst – vor der Nase.
  3. Voraussetzung
    Die Bibeln sollten die gleiche Ausgabe sein und es sollte eine einfache Übertragung sein (aber die Bibel). Ich empfehle „Die Gute Nachricht“, „BasisBibel“, „Neues Leben Bibel“ oder „Hoffnung für alle“.

Bibellesen mit KindernWas natürlich toll ist, wenn jedes Kind seine eigene Bibel hat. So kann es auch drin rumkritzeln, Ecken reinmachen und sie wirklich benutzen. Behandelt das Buch nicht zu „heilig“. Sie sollen es doch lieben lernen. Und was man liebt das drückt man.

 

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Warum Bibellesen mit Kids funktioniert

Die große Angst ist ja, dass die Kids das Bibellesen langweilig finden und natürlich, wenn es zwanghaft wird oder die Kids zu früh damit anfangen müssen, ist es das auch.

  1. Kids lieben es Sachen zu entdecken und genau darum geht es. Wir gehen auf riesige Entdecker-Tour. Produktempfehlung Feb_BibelgriffregisterUnd wieder die Frage an dich – glaubst du daran, dass du etwas beim Bibellesen entdecken kannst?
    Und entdecken gilt nur, wenn es etwas Neues ist. Du kannst nicht schon vorher wissen, was entdeckt wird. Auch du als Kindergottesdienst-Mitarbeiter nicht. Du weißt nicht, was der Schatz sein wird.
    Und das musst du als Mitarbeiter aushalten.
    Kein Zielgedanke, kein roter Faden vom Inhalt, wo du die Kids dran langführen kannst, sondern einfach nur das Vertrauen und Wissen, dass beim Bibellesen ein Schatz am Ende herauskommt.
    Das ist doch voll spannend!!!
  2. Kids lieben es selbst „drauf zu kommen“. Und das können sie nicht, wenn wir ihnen die Geschichten „nur“ vorspielen und ihnen die vorgekauten Zielgedanken servieren. Wichtig ist deswegen auch, dass du bei dem, was die Kids entdecken „ja“ sagst. Ihr geht zwar zusammen auf Entdecker-Tour, auf Schatzsuche, aber eure Schätze können grundverschieden sein. Deswegen: „Sag ja zu den Schätzen die die Kids heben.“
  3. Kids erleben gern etwas zusammen. Und genau das ist gemeinsames Bibellesen. Das schweißt zusammen und das macht Lust auf mehr. Das ist wie beim Fußball spielen. Wenn es dir einmal Spaß gemacht hat mit einer Truppe, dann möchtest du das wieder und zwar mit genau den gleichen. Wäre das nicht klasse, wenn dieses Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht und sich immer mehr vertieft?

Doch keine Sorge, ich mach nicht nur schöne Worte – nun – babämm – gebe ich dir natürlich ein Werkzeug zum Bibellesen mit Kindern an die Hand.

Eine Methode zum Bibellesen mit Kids der Bibellese-Handschuh

BIbellesen mit Kindern BibellesehandschuhCool sieht er schon mal aus der Handschuh, oder? Bevor du denkst, wo soll ich den denn herbekommen. Hier gibt es eine Strickanleitung als pdf zum Downloaden. Die Kündigs – zu ihrer Website geht es hier – vom Bibellesebund Schweiz haben diese Methode nämlich erfunden. Und natürlich kann man auch ohne Handschuh diese Methode anwenden. Also bleib‘ dran!

Schritt 1 – Betet.

Du möchtest, dass die Bibel zu euch spricht? Dann betet vorher. Das soll kein ausschweifendes Gebet sein. Danke Gott, dass er da ist, dass er sein Wort geschenkt hat und dass ihr gespannt seid, was Er euch und jedem einzelnen zeigen möchte. Bitte für Offenheit und signalisiere die Freude auf die Abenteuerreise.

Schritt 2 – Lest.

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auf jeden Fall sollte jeder zuerst die Bibelstelle aufschlagen und erst wenn alle den Bibeltext vor sich liegen haben, wird gelesen. So ist gewährleistet, dass jedes Kind beim Lesen den Text mit verfolgen kann.

  1. Da ihr die gleichen Bibelübersetzungen habt, bietet es sich an reihum je einen Vers zu lesen. Der Text den ihr lest sollte nicht zu lang sein.
  2. Eine weitere Möglichkeit ist, dass ein Kind den gesamten Text vorliest. Wenn du nicht weißt, wie die Kids lesen, frage, welches Kind starten möchte. So hast du die Möglichkeit – falls es ihm zu schwer fällt – zu fragen, wer weiter lesen möchte, ohne das Kind bloß zu stellen, weil es nicht bis zum Ende liest.
  3. Die dritte Möglichkeit ist, dass du den Text (langsam) vorliest. Lies so, dass die Kids hinterherkommen.
  4. Hier noch ein paar kreative Ideen zum Bibellesen:
    • Lest Zeile für Zeile.
    • Lest abwechselnd Jungs und Mädchen.
    • Du liest und wenn du aufhörst, müssen die Kids das nächste Wort lesen.
    • Du sagst wer in einer Gruppe weiterlesen darf – alle Kids die Jeans anhaben, alle mit Brille, alle die im Winter Geburtstag haben, alle über 10 Jahre, alle die in einen Sportverein gehen und so weiter.
    • Besonders gut geeignet für Lese-Einsteiger ist auch, wenn du liest und längere Worte (ab 2 Silben) nur den Anfang des Wortes liest und die Kids können das Wort vervollständigen.
  5. Wenn der Text nicht zu lang ist, kannst auch du ein erstes Mal lesen und danach lesen die Kids noch einmal laut.
  6. Auf jeden Fall solltest du nach dem lauten Lesen die Möglichkeit zum stillen nochmaligen Lesen geben, da die Kids sich beim ersten Mal lesen so sehr auf das Lesen konzentrieren müssen, dass sie den Inhalt noch gar nicht erfasst haben.

Schritt 3 – Die Bibellese-Handschuh-Methode

  • Du als Mitarbeiter ziehst den Handschuh an. So kannst du das Gespräch leiten und immer wieder zeigen, wo ihr im Gespräch gerade seid.
  • Solltest du keinen Handschuh haben kannst du auch eine Hand aus Pappe ausschneiden und entsprechend bekleben.
  • Vielleicht hast du die entsprechenden Symbole zusätzlich ausgeschnitten und legst sie entsprechend immer auf den Finger.
  • Ebenso könnt ihr auch am Anfang jedes Kind seine Hand auf ein Papier malen lassen (einfach die Hand auf ein Papier legen und mit einem Stift drum herum malen) und beim gespräch kann jedes Kind selbst die Hand beschriften.

Und dann geht es los:

  1. Der DaumenBibellesen mit Kindern BIbellesehandschuh
    Der Daumen steht für „super“. Er steht für das, was am Wichtigsten ist und das ist in der Bibel Gott. Um ihn geht es. Gott ist der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. In der Strickvariante ist er dreigeteilt. Das bedeutet, als erstes schauen wir, ob wir etwas über Gott als Vater, Jesus oder den Heiligen Geist finden. Denk dran, offene Fragen zu stellen. „Finden wir etwas über Gott?“ Können die Kids nur mit ja oder nein beantworten. Eine offene Frage wäre: „Was findet ihr über Gott?“ oder „Wie wird Jesus in dieser Geschichte dargestellt?“
  2. Der ZeigefingerBibellesen mit Kindern BIbellesehandschuh
    Er sagt uns „Achtung, Achtung“. Wenn wir zu jemanden sagen „Pass auf!“, dann ist immer ein Mensch gemeint. Und genau darum geht es beim Zeigefinger. Welche Menschen kommen vor und wie sind diese Menschen? Welche Eigenschaften haben sie? In der Strickvariante ist er hautfarbend, denn es geht um die Menschen.
  3. Der MittelfingerBibellesen mit Kindern BIbellesehandschuh
    Er ist der Größte unter den Fingern und oft ist es so, dass der Größte auch Befehlen darf. Er ist blau, denn blau ist die Königsfarbe. Gibt es eine Aufforderung in dem Text? Etwas, was wir tun sollen oder nicht tun sollen?
  4. Der RingfingerBibellesen_mit_Kindern8
    Dieser Finger ist grün, wie die Hoffnung. Der Ringfinger heißt nicht umsonst Ringfinger. Durch ihn wird ein Versprechen signalisiert. Gibt es etwas, was Gott uns in diesem Text verspricht? Gibt es etwas, was uns Hoffnung geben kann?
  5. Der kleine FingerBibellesen mit Kindern BIbellesehandschuh
    Der Kleinste kommt immer ran. Auf ihn muss man besonders aufpassen. Deswegen ist er auch rot. Gibt es etwas worauf wir aufpassen müssen, bei dem was wir tun, was wir sagen?

Die Handfläche
Bibellesen mit Kindern BIbellesehandschuhHast du einen Schatz gefunden? Dann leg ihn in deine Hand und umschließe ihn mit allen Fingern und mache eine Faust. In deine Handfläche kommt dein Goldschatz. Das, was jedem von uns wichtig geworden ist. Der Goldschatz ist vergleichbar mit dem Hosentaschensatz. Solltest du den Artikel dazu noch nicht gelesen haben, dann kannst du das hier (KLICK) nachholen. Der Schatz, den wir mitnehmen, kann für jeden unterschiedlich sein. Denn so ist Gott. Er hält für jeden von uns das bereit, was jeder persönlich braucht.

Schritt 4 – Betet.

Dankt Gott noch einmal gemeinsam, für den Schatz. Vielleicht sind es ja sogar Schätze. Gib den Kids die Möglichkeit selber zu beten. Achte bei deinem Beten darauf in kindgerechter Sprache und einfach zu beten. Wir können mit Gott ganz normal reden. Achte selbst einmal darauf, ob du deine Alltagssprache benutzt und auch deine Alltagsstimme und Sprachgeschwindigkeit. Manche Menschen reden auf einmal wie in Trance, eine halbe Oktave höher oder tiefer.

Schritt 5 – Handelt.

Wird oft vergessen, aber genau das ist der Grund, warum wir Bibellesen, damit sich unser Handeln danach verändern. Achtung, das ist kein anstrengendes ToDo. Sondern noch einmal, wir haben einen Schatz gefunden und der wird nun gehoben und benutzt. Wäre ja blöd, wenn wir ihn wie einen Pokal nur in einer Vitrine in die Ecke stellen.

Habt Spaß mit euren Schätzen. Schätze sind nicht anstrengend sondern machen Freude, sonst sind es keine echten Schätze.