Frust im Kindergottesdienst – zu wenig Mitarbeiter

Frust im Kindergottesdienst – zu wenig Mitarbeiter

„Wer macht sie diesmal, diese Ansage im Gottesdienst, dass wir mehr Mitarbeiter in der Kinderkirche brauchen?“

Alle Kindergottesdienst-Mitarbeiter schauen bedröppelt auf den Boden. Unangenehm diese Aufgabe. Du weißt schon, wie sich das anfühlt, wenn du den Gang nach vorne gehst und alle Gottesdienstbesucher wissen:

  • Da kommt sie wieder.
  • Bettelt wieder rum.
  • Macht wieder ein schlechtes Gewissen.
  • Redet von: „Es ist die Zukunft unserer Gemeinde.“
  • Appelliert an die Eltern: „Es sind eure Kids.“

Nervig. Doch scheinbar der einzige Weg, um eventuell an neue Mitarbeiter ranzukommen.

Der Frust unter den Mitarbeitern ist groß. Theoretisch wäre man jede Woche „dran“, damit die Kindergottesdienst-Gruppen nicht unterbesetzt sind. Oder man schmeißt die Kids wieder zusammen. Das hat dann natürlich nichts mehr mit Kleingruppe zu tun. Gespräch ist nicht möglich und die Großen sind genervt, weil es wieder nur „Kindergartenkacke“ ist. Tja, und schon bist auch du als Mitarbeiter genervt, denn du machst zu viel oder die Gruppe ist zu groß oder die die Altersspanne zu groß. Und so sind alle genervt.

Es scheint ein Kreislauf zu sein.

Kindergottesdienst Frust zu wenig Mitarbeiter

Was wäre, wenn ihr als Kindergottesdienst-Mitarbeiter diesen Frust-Kreislauf durchbrechen könntet?

Hervorragend wäre das, oder?

Also los geht’s.

Du möchtest, dass es anders läuft? Dann musst du bei dir anfangen. Nirgends anders ist der Punkt, wo sich etwas ändern kann. Du kannst nicht verlangen, dass auf einmal aus dem Nichts Menschen motiviert sind und neu da sind.
Es werden nicht auf einmal weniger Kids da sein oder auf einmal nur noch Kids in einer Altersspanne von 2-3 Jahren. Klar kannst du für neue Mitarbeiter beten und sicher gibt es das, dass auf einmal eine Familie in deinen Ort zieht und beide motivierte Kindergottesdienst-Mitarbeiter sind. Natürlich mit Erfahrung und sie passen super in euer Team. Plötzlich ist alles ganz anders. Aber sind wir ehrlich. An ein Wunder dürfen wir glauben und hoffen, aber vielleicht geht’s auch anders.

Um deinen Frust, dein Genervtsein als Kindergottesdienst-Mitarbeiter loszuwerden, ist der einzige Weg bei dir anzufangen.

Erster Schritt: Verstehe, warum Bettelei nicht zieht.

Eigentlich weißt du, dass bei diesen Ansagen im Gottesdienst oder auch durch den Artikel im Gemeindebrief nicht wirklich Mitarbeiter gefunden werden. Wenn da nicht so ein kleiner Funken Hoffnung wäre.

Hier die 3 Gründe, warum dadurch keine neuen Mitarbeiter gefunden werden und dadurch der Frust noch größer wird:

  • Durch Betteln wird das schlechte Gewissen angesprochen und das schlechte Gewissen war noch nie ein guter Motivator. Du machst die Aufgabe mürrisch, weil sie getan werden muss. Soll so ein Kindergottesdienst-Mitarbeiter sein? Nein. Wenn du einen motivierten Mitarbeiter siehst, dann strahlt er, klatscht in die Hände, sagt: „Hier bin ich, was kann ich tun.“ und ist mit Feuereifer dabei.
  • Durch Betteln demütigst du die gesamte Kindergottesdienst-Arbeit. Das ist hart ausgedrückt, aber so empfinde ich das wirklich. Als ob wir es nötig haben zu betteln. Ist das das Bild, was du vom Kindergottesdienst vermitteln möchtest? Also ganz ehrlich, ich nicht. Ich will das nicht nötig haben. Schon allein das motiviert mich ;).
  • Durch das Betteln werden nur negative Dinge hervorgehoben. Achte mal darauf, wie die Ansage dann läuft. Du erzählst nicht, wie toll die Arbeit ist und wenn, dann wirkt es gestelzt und unnatürlich. Denn wenn die Arbeit so toll wäre, wieso musst du da vorne stehen und um Mitarbeiter betteln?! Die anderen sind ja nicht doof. Sprich, entweder du redest von den Missständen und das sind dann negative Assoziationen oder die Gottesdienst-Besucher fühlen sich leicht veräppelt oder angelogen. Wenn du davon sprichst, wie toll es ist, warum ist dann diese permanente Unterbesetzung?

Es gibt in den seltensten Fällen eine positive Wirkung beim Betteln. Also schmeißen wir diesen Punkt aus unserem Kreislauf heraus und schauen, ob wir etwas anderes finden.

Zweiter Schritt: Aktiviere deine Motivation?

Um nicht ins Betteln zu verfallen, ist die einzige Möglichkeit, um aus dem Bettelmodus herauskommen, wieder zu einem motivierten Mitarbeiter zu werden.
Ich gehe einfach davon aus, dass du das mal warst. Dass du mit viel Motivation und ohne Frust im Kindergottesdienst angefangen hast.

Wenn du das nicht genau weißt, dann lies doch nochmal den Artikel: „Kindergottesdienst – bist du da richtig? Was ist deine Motivation?“ (KLICK HIER)
In diesem Artikel stelle ich dir konkret die Frage, was deine Motivation ist und wie du dahinter kommst, was dich motiviert. Dort hinterfrage ich dich, wofür wirklich dein Herz schlägt. Lies den Artikel, damit dieser Frust aufhört. Denn nur wenn du motiviert bist, wirst du eine andere Taktik, um neue Mitarbeiter zu gewinnen, leben können.

Dennoch möchte ich dir auch noch einmal kleine Hilfen geben, damit du wieder zu deiner Motivation findest und aus deinem Frust herausfindest.

Es gibt 5 Bereiche, die du abchecken kannst, um zu schauen, ob du dort, wo du bist, richtig bist. Je mehr du davon im Kindergottesdienst ausleben kannst, umso motivierter bist du.
Natürlich können sich die 5 Bereiche überschneiden und man kann sie nicht exakt voneinander trennen.

Die 5 Motviationsbereiche – 1. Deine Fähigkeiten

Jeder Mensch auch du, hast Fähigkeiten. Ich bin mir sicher, du findest 10 Fähigkeiten. Denke dabei nicht an den Kindergottesdienst. Wenn du sie hast, schau, wie viele davon du in deiner Arbeit im Kindergottesdienst einsetzen kannst.

Du brauchst Inspiration für Fähigkeiten?
Eine Liste von Begabungen findest du zum Beispiel HIER.
Wer an diesem Punkt noch detaillierter rangehen möchte, dem empfehle ich dieses pdf.[

2. Deine Geistesgaben

Dazu mal 2 Bibelstellen – Korinther 12:4-11 und Römer 12:6-8. Lies mal nach, dort wird einiges genannt, wie zum Beispiel:

  • Weisheit
  • Erkenntnis
  • Glaube
  • Heilung
  • Wunder
  • Prophetie
  • Geisterunterscheidung
  • Zungenrede
  • Auslegung der Zungenrede
  • Hirtendienst
  • Lehre
  • Evangelisation

Ich möchte das Thema gar nicht weiter vertiefen, es gibt genug Predigten, Tests, Podcasts zu diesem Thema. Die Frage ist wieder, welche Geistesgabe(n) hast du und was davon kannst du im Kindergottesdienst einsetzen.

3. Deine Persönlichkeitsstärken

Da geht es darum, wie du etwas tust und ob du die Dinge auch im Kindergottesdienst leben kannst. Auch hier ein paar Anregungen:

  • stetig
  • zuverlässig
  • aufgeschlossen
  • kontaktfreudig
  • verantwortungsbewusst
  • mutig
  • optimistisch
  • risikobereit
  • aktiv
  • zielstrebig
  • Organisationstalent
  • Sinn für Humor
  • neugierig
  • feinfühlig
  • gewissenhaft
  • flexibel
  • treu
  • beziehungsorientiert

4. Deine Umgebung

Das klingt vielleicht ein bisschen doof bezüglich Kindergottesdienst, aber es ist wichtig. Bist du gern in deinem Raum? Ist er so gestaltet, dass DU dich wohlfühlst? Oder gruselst du dich vorher schon vor dem engen, dunklen, ungemütlichen, kalten Raum.

5. Deine Werte

Das ist die Frage nach dem „warum“. Jeder Mensch – auch du – hat sein eigenes Wertekonzept. Darum frage dich, welche Werte sind DIR wichtig? Werden diese Werte erfüllt?

Werte Kindergottesdienst-Mitarbeiter

Wie sieht es aus in deinen 5 Bereichen? Kannst du sie gut im Kindergottesdienst ausleben? Wo kannst du Bereiche aktiv selbst verändern? Du bist derjenige, der Dinge verändern kann.

Vielleicht tut sich sogar beim Lesen dieses Artikels in deinem Herzen etwas. Vielleicht bewegt sich etwas und du spürst neue Kraft und Motivation für deinen Kindergottesdienst und jetzt sind wir genau an dem Punkt, wo du den Frust-Kreislauf durchbrechen kannst.

Wenn du genug Motivation hast, ist der erste Durchbruch im Kreislauf geschafft. Du bist nicht mehr genervt.

Dritter Schritt: Ersetze die Bettelei

Ja, wie jetzt? Mit was denn? Mit deiner Ausstrahlung. Das klingt vielleicht banal, aber ich habe schon sooft die Erfahrung gemacht, dass allein die Ausstrahlung es ausmacht, um andere Menschen zu motivieren.

Wenn du von etwas begeistert bist, dann erzählst du auch begeistert davon. Dann bringst du ständig Stories an, die du erlebt hast und deine Augen leuchten und allein das ist ansteckend. Und nun stell dir vor, ihr – als gesamtes Kindergottesdienst-Team redet völlig begeistert von dem, was ihr tut, was ihr erlebt, lacht zusammen, freut euch aufeinander. Und zwar weil ihr wisst, wie eure 5 Motivationsbereiche gefüllt werden und gefüllt sind. Was wird passieren?

Andere wollen genau das, was ihr habt. So funktioniert der Mensch. Ihr seid ein Team, welches Freude ausstrahlt? Dann werden genau diese Strahlen andere erreichen. Aber ihr müsst strahlen und das schafft ihr nur, wenn ihr euren Motivationspegel oben haltet. Da müsst ihr ansetzen. Tief in euch drinnen.

Ja, das kann ein wenig dauern, aber auch nicht länger, als die Bettelei und im Endeffekt, wird die „Gewinnquote“ am Ende besser sein. Und dann habt ihr keinen Kreislauf mehr, sondern einen neuen Prozess.

Kindergottesdienst - MitarbeitergewinnungIch wünsche dir, dass ihr als Team oder du als Kindergottesdienst-Mitarbeiter diesen Frust-Kreislauf durchbrechen könnt und in einen neuen Prozess startet.

Buchempfehlung:

Werte… übrigens gibt es für die Arbeit im Kindergottesdienst (oder in der Familie) ein tolles Buch, wo das Thema Werte kreativ für Kids aufbereitet ist. Mehr dazu verrate ich dir in diesem Video.[/text_output][/vc_column][/vc_row][vc_row padding_top=“0px“ padding_bottom=“0px“ parallax=“true“ parallax_content=“parallax_content_value“ parallax_image=““][vc_column fade_animation_offset=“45px“ width=“1/3″][line][ultimate_icons align=“uavc-icons-center“][single_icon icon=“Defaults-play-circle-o“ icon_size=“75″ icon_margin=“5″ icon_color=“#336013″][/ultimate_icons][/vc_column][vc_column fade_animation_offset=“45px“ width=“1/3″][sbvcytc template=“6″ layout=“fitrows“ results_per_page=“1″ no_of_columns_desktop=“1″ no_of_columns_tablet=“1″ grid_thumbnail_size=“high“ wrapper_bg_color=“#3c7020″ enable_title=““ enable_description=““ enable_hd_tag=““ enable_video_views=““ enable_video_likes=““ enable_video_post_time=““ meta_color=“#2a6618″ pagination_type=“disabled“ preview_related=““ enable_carousel=““ user_id=“https://www.youtube.com/user/schnelli155″ channel_id=“https://www.youtube.com/channel/UCqcSyOzgVGEwWn_fM15UZCg“ playlist_id=“drB0jfWi7ZGVW9CvLczT53sgAX-7758Y“][/vc_column][vc_column fade_animation_offset=“45px“ width=“1/3″][line][ultimate_icons align=“uavc-icons-center“][single_icon icon=“Defaults-play-circle-o“ icon_size=“75″ icon_margin=“5″ icon_color=“#336013″][/ultimate_icons][line][/vc_column][/vc_row][vc_row padding_top=“0px“ padding_bottom=“0px“ parallax=“true“ parallax_content=“parallax_content_value“ seperator_enable=“seperator_enable_value“ seperator_type=“xlarge_triangle_left_seperator“ seperator_position=“bottom_seperator“ seperator_svg_height=“80″ bg_video=““ class=““ style=““][vc_column fade_animation_offset=“45px“ width=“1/1″][text_output]Werte für Kinder Buchvorstellung KindergottesdienstDu suchst

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3 Ski – Gleichnisse zum neuen Jahr

3 Ski – Gleichnisse zum neuen Jahr

„Katrin, ich bekomme dieses Jahr richtig gut Weihnachtsgeld, und ich habe mir überlegt, dass ich dich gern einladen möchte und mit dir zwischen den Jahren in den Skiurlaub fahren möchte.“

Wouhw, was für ein Angebot. Ein Angebot, welches ich nicht ausschlagen konnte, und so war ich dieses Jahr Ende Dezember für eine Woche zu zweit in Obermaiselstein im Allgäu.

Das erste Mal Ski fahren. Ok, als Kind und Teenie war ich jedes Jahr mit meinen Eltern in Thüringen auf’m Rennsteig Ski fahren. Aber das war ja „nur“ Langlauf. Ehrlich gesagt, konnten mich meine Eltern für diesen Sport nie richtig gewinnen. Zum Glück gab es ab und zu einen Berg, an dem sie mich einfach „absetzten“. Da konnte ich dann den Berg raufjuckeln und glücklich wieder runtersausen. Meine Eltern und mein Bruder sind dann die Loipen durch den Winterwald abgefahren.

Gleichnisse SkiDa stand ich nun – 25 Jahre später (das ist ein Vierteljahrhundert – lass dir das mal auf der Zunge zergehen) wieder auf Skiern. Und, was soll ich sagen, es machte Spaß.

Warum schreib‘ ich das? Was hat das mit Kindergottesdienst zu tun?

3 Ski – Gleichnisse für den Kindergottesdienst

Ich könnte auch Ski-Metaphern sagen :). Es geht also um Geschichten, die ich erzähle und die ich dann auf den Kindergottesdienst übertrage. Die Spannung steigt.

1. Der sowjetische Fahnenstoff

Gleichnisse bibel SkiIch bin ja in der DDR großgeworden und wir waren Profis im kreativen Erfinden und Improvisieren. Meine Mutter ist mir da echt ein Vorbild. Damals in den 80er Jahren hatten wir halt keine super Thermo-Ski-Anzüge. Also fuhren wir in Jeans oder Jogginghose Ski. Tja und sehr schnell waren unsere Hosen in der Wadengegend klatschnass. Also nähte meine Mutter uns aus dem guten roten Fahnenstoff Beinstulpen oder auch Stutzen genannt. Oben und unten Gummizug, so hielten die Dinger auch. Schon aus der Ferne erkannte man Familie Schneller an ihrem leuchtendroten Beinschmuck. Aber, immerhin wurden nun unsere Waden nicht mehr so schnell nass.

Was dir das Gleichnis sagen kann

Oft erlebe ich murrende Kindergottesdienst-Mitarbeiter.

  • Wir haben nicht genügend Stifte, Papier, Scheren, Räume, Mikros
  • Wir haben nicht genügend Mitarbeiter
  • Ich habe nicht genügend Zeit zum Vorbereiten (Kennst du schon mein E-Paper „Die einfachste Strategie, wie du mit wenig Zeit einen TOP-Kindergottesdienst hinlegst“  – dann klick hier und lade es dir kostenlos herunter)

Und und und

Ja, ich weiß, manchmal nervt es dich, wenn du ständig improvisieren musst.

  • Aber macht es nicht auch Spaß?
  • Ist es nicht manchmal auch witzig?
  • Macht es dich nicht auch gerade deswegen besonders?

Ich glaube, es hat etwas mit entscheiden zu tun. Ob ich versuche, das Beste daraus zu machen oder ob ich darüber meckere, was ich nicht habe und was besser sein müsste.
Klar, wir hätten uns damals aufregen können, dass es keine Skiklamotten gibt. Aber ehrlich, was hätte es gebracht? Nur schlechte Laune. Und so peinlich, wie uns Kindern die selbstgenähten Stulpen unserer Mutter waren, so witzig war es auch wieder.

Also – du hast die Wahl. Du kannst dich entscheiden, ob du das Beste aus dem, was du hast, machst oder dich zum Opfer machst. Denn nichts anderes ist es. Entscheide dich.

2. Überholtes kann nicht überholen

]Kälte Skifahren GleichnisseTrotz des roten Fahnenstoffes ist eine Sache mir in grauseliger Erinnerung. Die Kälte. Ich hab echt sooo gefroren beim Skifahren. Oder geschwitzt. Ich dachte meistens, ich habe Eisklötzer als Füße. Ich war mir als 7-Jährige sicher, dass, wenn ich die Skischuhe und meine Socken ausziehe, ich kleine Eiswürfel zwischen meinen Zehen herauspopeln kann. Dem war nicht so.
Gleichnisse ski HalsschmuckDann dieses Gefummel, die Skibindung auf und zu zu machen. In den Skischuhen war hinten so eine Rille und da musste diese Metallbindung rein, die man vorher als Halsschmuck mit sich rumgetragen hat. Das ging natürlich nicht, wenn man Handschuhe anhatte – nein. Mit bloßen Händen hast du im Schnee diese Bindung reingefriemelt. Heute hast du die Skischuhe an und mit einem kräftigen Fersenkick bist du drin in den Skiern.
Das erste, was ich dachte, als meine Freundin die Einladung ausgesprochen hatte, war: „Ich friere jetzt schon.“ Bevor es diesmal – sagte ich bereits, dass seitdem 25 Jahre vergangen sind – in den Ski-Urlaub ging, wollte ich schauen, was es Neues auf dem Markt gibt und mich einkleiden. Frieren ist echt so furchtbar.

 

auf dem neuesten Stand Ski GleichnisseDa war ich also in meinem schicken neuen pinken Ski-Outfit. Darunter natürlich herrliche doppelt gefütterte Schweiß-aufsaugende lange Unterwäsche. Das Teuerste waren dann die Handschuhe. Dicke hohe Skistrümpfe machten meine Anzieh-Ausrüstung komplett.

Was soll ich sagen. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben nicht gefroren beim Skifahren. Ich war klatschnass geschwitzt, aber die Sachen saugten ja auf – wow… ich bin nicht kalt geworden.

Nie, nie wieder werde ich die Sachen von vor 25 Jahren zum Skifahren anziehen.

Was dir das Gleichnis sagen kann

In unserem Beruf, in unserer Freizeit gehen wir mit der Zeit. Es wird verbessert und optimiert. Es gibt den Geschirrspüler, wir machen Excel-Tabellen und und und. So sind wir Menschen. Warum tun wir das so wenig in unseren Gemeinden und im Kindergottesdienst? Die Frage ist ernst gemeint. Wir benutzen Material und Methoden von vor 25 oder 50 oder 100 Jahren und wundern uns, dass die Menschen nicht in unsere Gemeinden kommen. Wunderst du dich ehrlich, dass Kids dann den Kindergottesdienst langweilig finden, dass Menschen Gottesdienste als veraltet empfinden? Das ist so unlogisch.

Überall gehen wir doch mit der Zeit. Warum nicht in der Gemeinde? Das ist so wenig wertschätzend Gott gegenüber (und den Kids gegenüber).

Überall sind wir auf dem neuesten Stand, wollen das Neueste, warum nicht im Kindergottesdienst? Es gibt so coole Materialien. Es gibt so gute Schulungen.

Ich sage nicht, dass alles von vor 25 Jahren schlecht ist. Gar nicht. Und viele Lieder die damals in waren, sind es heute auch wieder. Aber vielleicht sollten wir auswählen, was mit der heutigen Zeit kompatibel ist und ansprechend. Vielleicht hätte mir damals das Skifahren mehr Spaß gemacht, wenn ich warme mollige Kleidung gehabt hätte. Trotzdem bleibt Skifahren Skifahren. Egal wie die Kleidung ist.

Und so bleibt auch Evangelium Evangelium – nur die Verpackung geht mit der Zeit.

Mit Überholtem können wir nicht auf der Überholspur sein, aber das ist doch unsere Sehnsucht, dass wir andere mitreißen für Jesus.

3. Die ewige Eisplatte

Nachdem ich 5 Mal die eine blaue Piste runtergefahren bin (blau bedeutet leicht), wollte ich mich nun an der nächsten blauen Piste versuchen. Leider stieg ich in den falschen Lift.

Und da stand ich nun – eine rote Piste (mittelschwer) lag vor mir.

Ski_EisplatteDer Lift ist an dieser Piste langgeführt worden und ich wusste, was mich erwartet. Das erste Stück war hervorragend. Doch dann – dann kam er der Eisbuckel und dann der steile Hang. Dazu kam – kein Naturschnee. Aber ich musste doch irgendwie runter. Es gab keine Treppen, es gab kein Lift der runterfährt.

Und dann lag er vor mir dieser Abhang mit versteckten Eisplatten. Meter für Meter ging es nach unten. Halb schliddernd auf’m Hosenboden (danke für meine pinke Skikluft). Immer wieder hievte ich mich hoch. Zwischendurch ein paar Wuttränen. Doch irgendwann kam ich unten an.

Was dir das Gleichnis sagen kann

Zwei Sachen.

Erstens:
Ich stehe nicht für ein Wohlfühl-Evangelium: Gott liebt dich – alles ist erlaubt, dir wird vergeben. Nein, manchmal muss man sich auch durchbeißen.

Damals musste ich mich durch Kälte durchbeißen. Und durch die unendlich langen Kilometer bis zur Gaststätte (heutzutage Restaurant). Echt der verschneite Wald nahm kein Ende. 25 Jahre später musste ich mich über die Eisplatten kämpfen und die steilen Abhänge. Das bleibt.
Skifahren ist eine tolle Sache (besonders weil es Lifte gibt und ich nicht mehr den Berg im Grätschgang hochjuckeln muss und weil es warme Klamotten gibt). Dennoch gibt es schwierige Passagen, mit Eisplatten und Kunstschnee.

Das Evangelium ist die beste Sache der Welt. Aber es bewahrt uns nicht vor blauen Flecken.

Wir leben in der Welt und noch nicht bei Gott. Aber Gott hilft uns, dass wir am Ziel – bei IHM – ankommen. Er hilft dir durch Menschen, durch Gemeinde, durch deine Begabungen, deine Cleverness, durch die Bibel und Gebet und vieles mehr.
Das nächste Mal werde ich noch einmal die rote Piste probieren. Und dann werde ich diesen Eisbuckel besser bewältigen. Was ist dein Eisbuckel?

Zweitens:

Gleichnisse Ski dankbarIch bin so dankbar, dass ich damals als Kind die Grundlagen des Skifahrens erlernt hatte. Keine Ahnung, wie ich sonst runtergekommen wäre. Ich wusste, wie ich fallen muss, wenn ich falle. Ich wusste, wie ich die Skistöcke in das Eis rammen muss, um wieder hochzukommen. Ich hatte ein gutes Balance-Verhalten erlernt. Es war verinnerlicht und ich konnte es abrufen.

 

 

Genau so ist das auch mit unseren Kids. Wir legen die Grundlagen. Was für eine Aufgabe.

Und auch wenn manche Kinder irgendwann nicht mehr in die Gemeinde kommen, die Grundlagen sind da. Auch wenn wir es vielleicht nicht erleben, wir wissen nicht, wann sich ein Ohrwurm zu ihnen stiehlt und singt „Einfach spitze, dass du da bist.“
Wenn du einem Kind immer wieder sagst: „Gott liebt dich. Du bist wertvoll.“ sind das Grundlagen, die du in das Herz des Kindes pflanzt und die sind da ganz fest verankert.

Welche Grundlagen legst du? Was für einen Gott vermittelst du?

Ich wünsche uns, dass wir uns für dieses Jahr 2016 bewusst werden,

  • wir können dankbar sein, für das, was wir haben,
  • wir dürfen mit der Zeit gehen und Neues ausprobieren,
  • es gibt Eisplatten und jeder hat seine eigenen Eisplatten,
  • wir prägen unsere Kids und legen das Fundament in dem, an was für einen Gott sie glauben.

Eine großartige Aufgabe.

Refugees welcome – Flüchtlinge willkommen – Menschen willkommen

Refugees welcome – Flüchtlinge willkommen – Menschen willkommen

Ich lebe voll gern in Deutschland. Ich mag die Sprache, ich mag die Jahreszeiten, ich mag die Ostsee, ich mag die Möwen, den Rhein, Berlin. Ich lebe einfach gern hier.
Früher habe ich oft gesagt, dass ich hoffe, dass Gott mich nicht ins Ausland in die Mission schickt. Gott liebt mich, er hat es (bisher) auch nicht getan und ich bin davon überzeugt, dass er das auch nicht tun wird, sondern, dass er mich genau hier in Deutschland zum Kindergottesdienst-Coach berufen hat.

Doch was wäre, wenn…

Was wäre, wenn ich, obwohl es mir hier in Deutschland gut geht, den Drang verspüre, nach Japan, Bulgarien, Island, Taiwan, Äthiopien oder Hawaii umziehen zu wollen. Einfach so. Ich würde wollen, dass ich das einfach kann. Dass ich das darf. Ok, der Papierkram, ok Geld für Visum und so. Aber ich möchte das dürfen können. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich es dürfte.

Ich möchte dorthin ziehen dürfen, einfach weil ich möchte.

Ich gebe zu, ich habe nicht viel Ahnung von Politik. Doch ich bin Mensch und habe eine genaue Vorstellung, wie mit mir umgegangen werden soll. Und ein Prinzip, egal ob Christ oder nicht, ist für mich da ganz logisch:

So, wie ich möchte, wie man mit mir umgehen soll, genau so habe ich den Anspruch an mich, möchte ich mit anderen Menschen umgehen.

In der Bibel wird das als die  Goldene Regel  bezeichnet. Sie steht in Matthäus 7,12.

„Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“

Sprich, das heißt für dich:
Alles, was du von anderen erwartest, das tu auch ihnen.

Was erwartest du?

Ich erwarte sogar, dass ich einfach nur, wenn ich Lust habe, woanders hinziehen kann. Ist das dreist? Nö. Ich finde diese Erwartung total in Ordnung.

Was passiert derzeit? Menschen machen sich auf den Weg, in ein anderes Land. Viele nach Europa. Ganz ehrlich, mir ist der Grund piepsegal. Aber diese Menschen haben den Grund, dass sie in ihrer alten Heimat:

  • nicht gewollt sind
  • vielleicht sterben würden, denn es ist Krieg
  • ihre Familie nicht ernähren können
  • keine Ausbildung machen können
  • ihre Lebensqualität dort einfach so dermaßen schlecht ist, wie wir hier in Deutschland es uns gar nicht mehr vorstellen können
  • leiden
  • Hunger haben
  • nicht sicher sind
  • Angst haben
  • ach und so viel mehr

Na, wenn das keine wirklichen Gründe sind.

Diese Menschen haben sich auf den Weg gemacht, sie kommen. Wir können sie nicht wegschicken, denn sie sind da. Hörst du? Sie sind da. Das ist die Situation.

Refugees Welcome - Fluechtlinge willkommenDu kannst dir jetzt überlegen, ob du sagst „ich will euch aber nicht“ und sie feindlich anstarrst, nichts machst oder sie gar blöd anmachst oder ob du diese Menschen so behandelst, wie du behandelt werden möchtest. Ich dachte, für uns – gerade als Christen – ist klar: „Jeder ist willkommen.“ In jedem Schaukasten unserer Kirchen steht ein „Herzlich willkommen“. Ja, was ist denn nun? Doch nicht, oder wie?!

Nochmal, sie sind da und sie kommen. Menschen kommen zu uns. Es liegt allein an dir und an uns als Gemeinde, wie wir damit umgehen.

Mir ist es egal, was für Menschen kommen – ob sie als Wirtschaftsflüchtlinge kommen oder als Kriegsflüchtlinge.

Die Frage ist doch, warum kommen sie? Und die Antwort ist: Sie kommen, weil sie eine neue Heimat suchen. Sie suchen ein neues zu Hause. Und wenn ich diesen Grund weiß, dann kann ich nichts anderes sagen, als „Herzlich willkommen“. Ja, ich möchte das „Warum“ dieser Menschen kennen. Vielleicht ist es blauäugig oder naiv von mir. Doch wenn es diese Sehnsucht von Menschen ist, die Sehnsucht nach „zuhause“, dann reicht mir das sowas von aus.

  • ein Dach über dem Kopf
  • spielen mit meinen Kindern
  • sehen, dass sie lachen
  • Ausbildung machen können
  • zur Schule gehen können
  • genug zu essen haben

Herzlich willkommen.

Ich möchte nicht schimpfen, auf das was blöd, falsch oder zu langsam läuft und nur darüber reden, was andere falsch machen. Das raubt doch nur Energie. Energie, Kraft und Zeit, welche ich anders verwenden kann und möchte.

Nein, ich möchte mit Verantwortung übernehmen, für das, was nun in unserem Land passiert. Ich, Katrin Schneller. Und ich möchte die Menschen so behandeln, wie ich behandelt werden möchte. Und du?

Und dabei ist wichtig – nicht Angst soll mein Motivator sein, sondern mein Menschsein.

Hey, es gibt überall die, die was kaputt machen – übrigens auch im Kindergottesdienst. Na und, gebe ich deswegen auf? Sage ich: „Ab heute gibt es keinen Kindergottesdienst mehr?“ Nein.
Angst hemmt. Angst versetzt in Starre und die beste Möglichkeit sie zu bekämpfen ist, sie konkret zu hinterfragen. Sich zu fragen, wovor genau habe ich Angst.

Vielleicht bist du jemand, der Angst hat. Vor dem was passiert, wenn so viele Menschen, die anders sind als du, eine andere Kultur haben als du, eine andere Religion haben als du plötzlich und unvorbereitet da sind.

Dann frage dich, was genau ist es, was in deinen Augen passieren kann? Ganz konkret. Dann frage dich, ob das, was du denkst, was passiert, wirklich passieren kann. Ob das wirklich wahr ist, was du dir da ausmalst. Sei konkret. Bleib nicht in deiner Angst stecken, sondern stell dich deiner Angst. Benenne sie.

Ja, jetzt. Nimm dir die Zeit.

Und nun ist es deine Entscheidung, ob du ängstlich und negativ auf das schaust oder positiv. Vielleicht birgt das Ganze ja auch eine riesen Chance für uns als Gemeinden?! Schon mal drüber nachgedacht?
Menschen kommen zu uns. Sie suchen hier bei uns eine neue Heimat.

Wie oft heulen wir als Gemeinde, da

  • keine „Fremden“ kommen,
  • wieder evangelistische Tage sind und nur Gemeinde-Leute da sind, oder Menschen aus anderen Gemeinden, die unser Programm cool finden,
  • kaum Kinder im Kindergottesdienst sind.

Was für eine Chance.

Ich kann sie förmlich riechen, was das heißen könnte. Ja, da kommt Neues, Anderes und Befremdliches auf uns zu. Doch wie blöd wären wir, diese Gelegenheit nicht beim Schopfe zu packen. Wir haben die Chance, Menschen zu zeigen, was es heißt Christ zu sein. Vielen Menschen. Wie cool ist das denn.

Nein, ich möchte nicht, dass Angst alles übertüncht. Angst, vor diesem einen Prozent Eventualität, dass sich ein „gefährlicher Mensch“ einschleicht und wir deswegen nein sagen zu dieser riesen Chance.
Es liegt an dir – an mir – an uns, was wir damit machen. Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten, dass Integration geschieht.

Für mich ist „Integration“ das Zauberwort.

Integration, wo jeder von uns mitwirken kann, indem er in Liebe den Menschen, die zu uns kommen, begegnet. Ich möchte meinem Gegenüber zuerst Vertrauen schenken, ich möchte positiv rangehen. Denn das ist das, was ich auch von meinem Gegenüber erwarte.

Ich möchte nicht erst beweisen müssen, dass ich „nett“ bin. Möchtest du das?

Ich glaube daran, dass Integration möglich ist, doch wir müssen das wollen. Du musst das wollen. Und dann fangen wir an.

Ich bin dabei ein Konzept zu entwickeln. Die „Sofa-Zeit“.

SOFA – Sei offen für alle.

Ein Konzept, wie ein Arbeitszweig mit Kids in der Gemeinde aussehen kann.

Ganz bewusst nenne ich es nicht eine Arbeit mit Flüchtlingskindern. Durch diese Wortwahl trenne ich die Flüchtlingskinder schon wieder von den Kindern aus unserer Gemeinde. Alle sind Sofa-Kinder. Kinder, die in der Gemeinde willkommen sind, die sich gegenseitig akzeptieren und Freunde werden. Ja und auch mal streiten. So sind wir halt. Menschen.

Sofa-Zeit. Eine Zeit, in der christliche Werte gelebt werden. Eine Zeit, wo man auf dem Sofa chillt. Sofa ist gemütlich, Sofa ist zu Hause. Bei der Sofa-Zeit ist jeder willkommen.

Refugees welcome – Flüchtlinge willkommen – Menschen willkommen.

Denn ich möchte auch als Mensch überall willkommen sein und auf dem Sofa Platz nehmen können – für immer zu Hause sein. Also möchte ich auch jeden, der ein Sofa sucht – ein zu Hause sucht – willkommen heißen, hier in Deutschland.

Du auch?

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Wenn Kinder verweigern im Kindergottesdienst

Wenn Kinder verweigern im Kindergottesdienst

„So, wir spielen jetzt ein Spiel zu diesem Thema!“
Alle jubeln, springen auf: Nur Max sitzt mit verschränkten Armen auf seinem Stuhl und ist nicht fortzubewegen.

„Ich habe euch eine echte Maulbeere von dem Baum, auf dem Zachäus drauf war, mitgebracht. Kommt mal her, könnt ihr euch angucken.“
Alle kommen. Nur Hannah nicht. Sie dreht sich sogar noch extra in die andere Richtung.

„Erzählt doch mal, was war euer schönstes Erlebnis in dieser Woche.“
Alle plappern munter drauf los. Nur Lara presst die Lippen aufeinander.

„Lasst uns mal alle dazu klatschen.“
Alle haben Spaß daran mit ihren Knien zu klatschen. Nur Leon rührt sich kein Stück.

Kennst du das? Fühlst du dich manchmal überfordert, genervt, da es dieses eine Kind gibt, welches anscheinend nichts mitmachen möchte?

Es ist: Der Verweigerer

Erst einmal etwas Grundlegendes zum Verweigern:
Verweigerung ist in der Trotzphase (Alter 3-4) und in der Pubertät ein wichtiger Bestandteil in ihrer Entwicklung. Das „Nein-Sagen“ gehört im Leben dazu. Es ist wichtig, dass Kinder das lernen. Es hängt an uns, dieses Verweigern nicht auf uns zu beziehen, sondern es als Chance zu sehen. Ja, oft geht es voll an deine Grenzen und vielleicht spürst du innerlich eine Aggressivität. Doch ein Blick tiefer in die Individualität des Kinders kann dir helfen, damit besser umzugehen.

Kinder haben einen Grund, wenn sie nicht mitmachen.

Was könnten Gründe sein?

  • Angst sich zu blamieren
  • Wollen im Mittelpunkt stehen
  • Angst es nicht zu können
  • Schlechte Erfahrungen (Sie schaffen es nicht und werden ausgelacht.)

1. Grund – Manchmal verstehen sie nicht, was du von ihnen möchtest.

Zum einen, weil sie nicht zugehört haben. Was gibt es für herrlich zerstreute Kids, denen das Zuhören von Anfang bis zum Ende einfach schwerfällt. Das ist nicht Böswilligkeit. Also behandle sie auch nicht so, als ob sie das tun, weil sie deine Stunde zerstören wollen. Manche sind auch einfach nicht so schnell und trainieren sich durch das Verweigern ihre Schutzhülle an. Denn so werden sie sich nicht blamieren.

Aber vielleicht verstehen sie es auch nicht, weil du es für sie nicht so erklärt hast, dass sie es verstehen.

2. Grund – Sie sehen keinen Gewinn in dem Ganzen.

Was ist wirklich ihr Gewinn, wenn sie bei etwas mitmachen?

Ja, Kinder tun etwas nicht nur, weil du es sagst. Sondern sie möchten den Grund dahinter verstehen. Und nur, weil du es sagst, ist noch lange kein Grund, mitzumachen.

Was haben sie davon, wenn sie den Lernvers mit aufsagen, wenn sie mitbasteln? Wenn Kinder durchschauen, dass es doch nur Beschäftigungstherapie ist, dann machen sie nicht mit. Ein „weil es so schön ist“ bewirkt noch lange nichts.

Also frage dich: Was könnte für dieses spezielle Kind ein Grund sein, mitzumachen?

Es gibt Kinder, die wirklich weiterdenken und nicht verweigern um des Verweigerns wegen.

  • Wenn sie sich die Bastelarbeit anschauen und wissen, dass sie zu Hause eh im Papierkorb landet, was soll dann der Aufwand?
  • Oder wenn ein Kind schon vorher weiß, das der große Bruder sich nach dem Gottesdienst über seine „hässliche Bastelei“ lustig macht, dann ist die Verweigerung doch nur logisch.
  • Oder wenn sich Kinder wirklich albern vorkommen bei den Bewegungen eines Liedes, da sie schon oft gesagt bekommen haben, „Hör auf zu singen, du singst schrägt.“ oder „Wie du dich bewegst, sieht echt scheiße aus.“ (Sorry für die Wortwahl, aber so wird das nun einmal klar gesagt.) Dann ist doch nur verständlich, dass das Kind verweigert. Was sollte es für einen Grund geben, sich eventuell wieder öffentlich demütigen zu lassen?

3. Grund – Sie wollen die Regeln austesten.

Sie möchten einfach schauen, was passiert, wenn sie die Regeln nicht befolgen. Grund dafür ist oft, dass die Eltern zu Hause nicht sooo konsequent sind. Sie haben es also schlicht und ergreifend nicht gelernt. Umso wichtiger ist es, dass du dir überlegst, wie Konsequenzen aussehen und sie dann auch durchzuziehen.
Besprecht das im Team. Nichts ist blöder, als wenn der eine so macht und der andere so und der dritte gar nichts. Wie soll das Kind es dann lernen? Es geht da nicht um „Wir sind die Chefs“, sondern um Orientierung. Gebt ihr Orientierung?

Mit Orientierung meine ich einen klaren Rahmen zu setzen ohne einzuengen. Habt ihr das? Wie kann der Rahmen gefüllt werden, so dass die Kids in Freiheit mit entscheiden können?

Ein anderer Grund kann sein, dass die Kids für ihre Verhältnisse zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Durch das Verweigern bekommen sie Aufmerksamkeit. Ihr unbewusstes Denken ist: „Lieber negative Aufmerksamkeit, als gar keine.“ Falle da nicht drauf rein. 😉 Zeig ihnen, dass sie durch ihr Verhalten auch keine negative Aufmerksamkeit bekommen.

Fragt euch, was genau denn einer Konsequenz bedarf.

Ich vertrete da ganz klar die Ansicht: Wenn ein Kind beim Nichtmachen nicht stört, ist es ok. Manche genießen es auch einfach mal nichts zu müssen. Und ich mache die Erfahrung: Wenn man Kids einfach „sein“ lässt, wählen sie nach und nach aus, was sie mitmachen wollen. Geben wir ihnen doch die Zeit dafür. Gerade Schulkinder müssen die ganze Woche über Dinge tun, die ihnen gesagt werden.

Denke drüber nach, ob der Kindergottesdienst nicht ein Ort sein sollte, an dem die Kids sich wohlfühlen und sie selbst sein dürfen. Ich persönlich gucke auch manchmal einfach gerne zu und erhole mich damit, besonders nach einer anstrengenden Woche. Sollten wir den Kids das nicht auch zugestehen? Ja, ich weiß, du hast dich vorbereitet und Zeit und Hirn und Herz investiert. Aber es geht doch nicht um dich und dass du deinen tollen Plan durchziehst, sondern darum, dass die Kids sich wohlfühlen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Kinder mehr mitbekommen, wenn sie nicht gezwungen werden.

Etwas anderes ist es natürlich, wenn sie andere Kinder mit anstiften zu verweigern. Und da sind klare Konsequenzen notwendig. Aber das sind nicht die „klassischen Verweigerer“, um die es hier geht.

5 abschließende Tipps zum Thema: Verweigern

  1. Lass dich nicht in einen Machtkampf verwickeln.
  2. Entferne andere Dinge, womit sich das Kind beschäftigen könnte.
    Ja, wenn es nicht mitmachen möchte, ist das ok, aber es sollte auch nichts anderes machen. So hat es die Wahl zwischen Nichts-Machen (nur dabei sein) oder Mitmachen. Führe diese Wahlmöglichkeiten dem Kind vor Augen.
  3. Beziehe das Kind mit seinen Ideen mit ein.
    Wenn es z.B. den Lernvers so nicht aufsagen möchte, frage es, wie es ihn denn aufsagen möchte. Es geht ja beim Lernen nicht um deinen Willen. Sondern wir möchten, dass die Kids etwas Gutes in ihrem Gehirn verankern. Und wenn daraus wird, das jedes Kind es dann anders machen möchte – ist doch super! So ist die Kreativität angeregt und der Lernvers wird ganz schnell drin sein.

Mal hart gesprochen: Sei selbst nicht so stur und eingefahren dabei, wie es zu laufen hat.

  1. Schlussendlich: Kann es vielleicht sein, dass manche Regeln einfach auch unsinnig sind, die du aufstellst?
    Hast du deine Regeln schon daraufhin überprüft, wofür das Ganze gut ist? Wenn nicht, tu es jetzt. Es geht doch nicht darum DEINE Regeln durchzusetzen, DEINE Erwartungen. So verweigerst du doch genauso, weil es nur um dich geht – genau wie das Kind vielleicht möchte, dass es um sich geht.
  2. Schimpfe weniger.
    Schimpfen bewirkt genau das Gegenteil bei Verweigerern. Und ich glaube, dass du, wenn du wirklich dahinter schaust, auch nicht mehr so viel schimpfen wirst. Zeige dem Kind, dass du es magst, dass keine Leistung, kein Mitmachen davon abhängt, ob es angenommen ist.

Dein Ziel im Umgang mit dem Kind, welches verweigert

Finde heraus, was dem Kind Spaß macht. Es gibt was, du hast es nur noch nicht gefunden. Und finde es heraus, ohne dem Kind Druck zu machen. Das ist schwierig. Aber was für ein Bild, wenn das Kind einfach erzählt, was ihm Spaß macht! Siehst du es? Siehst du, wie es aufblüht? Und dieses Bild hole dir vor Augen, um ihm in Liebe zu begegnen.

Kindergottesdienst – bist du da richtig? Was ist deine Motivation.

Kindergottesdienst – bist du da richtig? Was ist deine Motivation.

Gestern bin ich aus meinem Clan rausgeworfen worden.

Clan?

clash of ClansJa, ich oute mich mal – ich spiele „Clash of Clans„. Das ist ein Spiel auf’m Handy, bei dem man sein Städtchen ausbaut und schützt vor anderen Angreifern und natürlich auch selbst angreift. Man bildet mit (meist unbekannten) anderen Clashern (so heißen die Leute, die Clash of Clans spielen) einen Clan, um andere Clans anzugreifen und somit Gewinne einzustecken. Keine Sorge, ich spiele nicht viel und auch nicht für Geld, aber so für zwischendurch ist es ganz nett.

Jedenfalls bin ich gestern rausgeflogen. Schluck.

Das war hart. Das war verletzend.

Der Grund war folgender: Die anderen gewinnen sehr sehr gern. Ich auch. Aber es ist mir nicht so wichtig, als dass – wie die anderen mir den gleichen Kampf öfter angucke, um daraus zu lernen, wie ich es besser machen könnte. Dafür ist mir meine Zeit zu schade und dafür spiele ich dann doch einfach nur zum Spaß. Tja, aber dadurch haben wir öfter verloren, weil ich nicht so viele Punkte, bzw. Sterne geholt habe.

Also wurde ich gekickt.jemanden kicken

Innerlich habe ich die anderen als „doof“ bezeichnet:

  • Wie kann man mich aus so einem doofen Grund kicken?
  • Wie kann man das Spiel nur sooo wichtig nehmen?
  • Ich hab‘ mir immer Mühe gegeben.
  • Ich habe doch immer gut Truppen gespendet.
  • und, und, und…

Doch ich bin ja so veranlagt, dass ich aus allem gerne etwas Lehrreiches mitnehme und dann kam es mir:

Warum haben mich die anderen gekickt?

Weil ich sie in ihrem Ziel gestört habe.

Ihr Ziel ist es zu gewinnen. Dafür opfern sie Zeit und klügeln sich die beste Strategie aus. Mein Ziel war es Spaß in einem Clan zu haben.

Keines dieser Ziele ist falsch. Sie sind schlicht und ergreifend nur unterschiedlich.

Aber indem ich ihr Ziel nicht geteilt habe, habe ich die anderen grummelig gemacht und unzufrieden.“Warum erzähl‘ ich dir das?

Vielleicht kennst du das, dass auch du manchmal grummelig und unzufrieden bist im Kindergottesdienst.

Es kann dafür unterschiedliche Gründe geben:

  • Es kommen nicht genug Kinder.
  • Die Kinder machen nicht mit.
  • Du hast kein für dich zufriedenstellendes Kindergottesdienst-Material.
  • Du hattest nicht genügend Zeit zum Vorbereiten.
  • Du hast gerade Stress in der Familie, auf der Arbeit oder andere äußere Umstände lassen dich nicht abschalten.
  • Es klappt bei euch im Team nicht, z.B. weil jeder denkt, er macht es am besten und richtig oder weil euer Anspruch unterschiedlich ist.
  • Du hast keine Ahnung, ob das, was du tust, überhaupt irgendwo ankommt.

Die Liste kannst du weiterführen und deinen persönlichen Grund finden, warum du manchmal im Kindergottesdienst eine innere Unzufriedenheit spürst. Warum deine Motivation fehlt.

Doch wenn du dir diese Gründe anschaust, dann sind das alles keine Gründe, die den Grund dahinter aufdecken.

Was meine ich damit?

Um zufriedener zu werden, geht es nicht darum, die Fakten zusammenzutragen, sondern dahinterzuschauen.

Wie bei „Clash of Clans“. Fakt ist: Wir haben verloren.
Der Grund war, dass ich das Spiel nicht so ernst genommen habe, wie die anderen. Also war ich nicht so dabei.
Aber hinter diesem Grund verbarg sich die Ursache, nämlich:

Um mein Grummeln und meine Verletzung hinter mir zu lassen, war es wichtig, dass ich nicht bei meinen Gründen blieb, bei dem „Was“ – dem Rausschmiss. Sondern es war wichtig zu schauen, warum sie mich herausgeschmissen haben.

Dadurch, dass ich dieses „Warum“ herausgefunden hatte, konnte ich auch wieder viel gnädiger auf meinen Rausschmiss schauen. Ich hatte herausgefunden, worum es mir in dem Spiel geht und worum es den anderen in meinem Clan ging und dass das nicht identisch war.

Worum geht es dir, wenn du Kindergottesdienst machst?

Ich weiß, die Frage klingt total banal. Und vielleicht fragst du dich, was ich überhaupt von dir möchte, wenn ich dich das frage. Aber ich finde diese Frage existenziell für unsere Kindergottesdienste. Die Frage:

Warum machst du Kindergottesdienst?

  • Weil du irgendwann mal gefragt worden bist.
  • Weil es sonst niemand macht.
  • Weil du Kinder magst.
  • Weil du selbst Kids im Kigo hast und dann muss man schon auch seinen Beitrag leisten.
  • Weil du gern singst.
  • Weil du gern Geschichten erzählst oder bastelst.
  • Weil du gern mit Kids zusammen arbeitest und ihnen von Jesus erzählst.

Und jetzt kommt’s. All das ist ok. Keiner ist besser oder schlechter oder richtig oder falsch. Aber du solltest dir bewusst sein, was das Fundament deiner Mitarbeit ist.

So – du weißt warum du damals angefangen hast? Gut. Und nun frag‘ dich:

Ist das genug und Motivation genug?

Kindergottesdienst Motivation

Deine Ursache, dein Hauptgrund, warum du Kindergottesdienst machst, ist nicht 100% motivierend?

Dann wundere dich nicht, dass dein Unfrieden im Herzen immer mehr wird. Du wirst selten Kindergottesdienst haben, der einfach rund läuft. Und wenn dein Fundament dich nicht genug motiviert, wirst du vielleicht bald die Kinderkirchen-Meckerziege sein. Keiner will das und du sicher erst recht nicht. Also tu etwas dagegen.

Was ist nun zu tun, wenn deine Kindergottesdienst-Motivation nicht da ist, wo sie sein sollte

Möglichkeit 1

Du hast dein Fundament herausgefunden, warum du damals gestartet bist und du weißt, dass das für dich derzeit nicht genug Motivation ist. Sowas passiert und ist total in Ordnung. Die Frage ist:

Kannst du ein oder mehrere weitere Fundamente finden, um deinen Motivations-Pegel wieder zu erhöhen? Und zwar auf 100%.

Ja, ich weiß, dass jeder auch mal durch schwere Phasen durch muss. Aber dennoch ist es wichtig.

  1. auf dich zu achten. Gott liebt dich und möchte, dass du das, was ER dir schenkt, IHM zur Freude einsetzt – aber dass du das auch mit ganzem Herzen tun kannst.
  2. den Kids einen guten Kindergottesdienst zu schenken. Wenn du zu wenig Herz dabei hast, dann wird das nichts. Das gilt übrigens für jeden Bereich. Aber hier bist du mit Menschen zusammen, mit Kindern, die Teil unserer Gemeinde sind. Ich finde, sie sind es wert.

Also:

  • Findest du mehrere Motivationsgründe?
  • Suche sie ganz bewusst und speichere sie ab.
  • Und wenn eine Flaute über dich hereinbricht, dann hol dir dein Fundament hervor.
Möglichkeit 2

Ich weiß, dass das viele nicht hören wollen.

Aber wenn du keine wirkliche Freude am Kindergottesdienst hast und du schon einige Zeit gekämpft hast, dann überlege dir, was du wirklich möchtest:

  • Wofür schlägt dein Herz?
  • Was möchtest du eigentlich tun?

 

deine Kindergottesdienst Motivation

Vielleicht hast du Angst. Vielleicht denkst du: „Aber ich kann doch nicht…!“ Warum nicht?

Traust du Gott so wenig zu, dass er die Lücke, die du hinterlässt, nicht schließen kann?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass neue Menschen dazukommen, wenn Kindergottesdienst-Mitarbeiter ausstrahlen, wie cool das ist, was sie machen.

Aber wenn wir das nicht ausstrahlen, sondern es nur aus Pflichtbewusstsein tun, wie sollen wir dann die Freude rüberbringen?

Worum ich dich bitte:

Übernimm die Verantwortung für deine Mitarbeit. Ist es wirklich das, was Gott möchte, was du tust? Ist der Gewinn für die Kinder, die Eltern, die Gemeinde und dich wirklich höher, wenn du ohne richtiges Fundament deinen „Job“ weitermachst?

Wofür schlägt dein Herz?

Was motiviert dich, ganz konkret? Und auf dieses Fundament stelle die für dich richtige ehrenamtliche Arbeit. Nur so kannst du ausstrahlen, wie Gott dich beschenkt hat und seine Gaben 100% zur Entfaltung bringen.

Ich wünsche dir Gottes Segen dabei.

Verantwortung abgeben – Teens als Mitarbeiter

Verantwortung abgeben – Teens als Mitarbeiter

Du möchtest, dass dein Mitarbeiter-Teenie DER Mitarbeiter im Kindergottesdienst wird?
Oder soll er einfach nur ein guter Mitarbeiter werden, weil du schon DER Mitarbeiter bist?

 Das ist eine total ernst gemeinte Frage. Oft sind wir uns dessen gar nicht bewusst.

Die 3 Herausforderungen, wenn du ein guter (An-)Leiter sein möchtest

1. Der Teenie auf der Überholspur

  1. Bist du bereit zu akzeptieren, dass andere besser sind als du?
  2. Bist du bereit, dein gesamtes Wissen zu teilen und zuzusehen, wie der andere dich überholt?
  3. Bist du bereit dafür, dass die Kids den anderen vielleicht bald mehr bestürmen als dich?

Verantwortung abgeben hat etwas mit dir persönlich zu tun. Vielleicht wird sich Neid in dir ausbreiten, weil Dein Teenie es drauf hat, wenn du ihn lässt. Bist du bereit mit dieser Situation professionell umzugehen?

Eine der wichtigsten Lektionen, die ich als Leiter lernen musste, ist:

 

„Mache dich als Leiter entbehrlich. Erst dann bist du ein guter Leiter.“

  • Kannst du das schaffen und möchtest du das schaffen, nicht mehr der Mittelpunkt zu sein, der von allen Bejubelte zu sein? Egal, ob von Kindern oder Eltern oder Gemeindemitgliedern oder vom Pastor oder den anderen Kindergottesdienst-Mitarbeitern?
  • Ist dir der Möglichkeit bewusst, dass sich dein Wissen und Können gerade dadurch vermehrt, dass du es teilst und abgibst? Bei dem anderen? Bei deinem Teenie?
  • Kannst du in den Schatten treten, wenn es drauf ankommt?

Willst du das?
Ja?
Super. Dann geht’s weiter mit deiner nächsten Herausforderung.

2. Ertrage „schlechtes“ Programm

Schaffst du es, nichts zu sagen, auch wenn es nicht perfekt ist, wie der Teenie zum Beispiel das Gespräch mit den Kids führt? Du musst das aushalten können. Auch du bist nicht als Meister vom Himmel gefallen. Ja, das, was die Teens am Anfang machen, kann in deinen Augen grottenschlecht sein. Halte es aus. es heißt: Verantwortung abgeben.

Nur, weil es für dich schlecht ist, ist es übrigens noch lange nicht für die Kids schlecht. Du wirst staunen, wie barmherzig Kinder mit Teens sind. Es ist ein unerklärliches Phänomen, dass sie bei ihnen zuhören.

Nochmal:

Halte es aus.

Lass es das erste Mal in die Hose gehen und dann feedbacke mit ihnen zusammen. Ich erinnere an die W-Fragen, die du HIER nochmal durchgehen kannst. Finde die positiven Sachen, auf die ihr aufbauen könnt. Erörtert, was verbesserungsfähig ist. Und sei zu ihnen nicht strenger, als zu anderen Mitarbeitern.

3. Sei bereit jederzeit zu retten.

Aus dem Nähkästchen:
2 Teens wollten unbedingt die Zachäus-Geschichte zusammen für die Vorschulkids übernehmen. Die Zeit, die sie dabei füllen sollten, waren 20 Minuten. „Na klar können wir das. Kein Problem!“ OK. Der Sonntagvormittag kam. Und die beiden Teens kamen tollverkleidet als Zachäus und als Baum in den Plenumsraum. Ich war begeistert.

Theaterstück

Zachäus:       „Oh, heute ist Jesus in der Stadt.“
Er geht hinter den Baum.
Zachäus:       „Da ist er. Toll, er möchte mit mir kommen.“
Teenie-Junge verlässt den Raum.
Ende.

Ungelogen. Das Theaterstück war kürzer als eine Minute.

Tja, so kann’s gehen. Da heißt es flexibel sein, reinspringen, loslegen, retten halt. Aber ganz ehrlich, bringt es was, die beiden zusammenzustauchen? Oder „nie wieder“ zu sagen? Nein, denn wie herrlich ist es doch darauf aufzubauen.

Natürlich ist das Ganze mit viel mehr Herzklopfen für dich verbunden, da du nicht weißt, was kommen wird. Und da du ihnen ja auch vertrauen möchtest, ist es auch nicht so angebracht, detailliert wissen zu wollen, was sie denn nun genau machen. Nicht jeder schreibt sich Wort für Wort ein Theaterstück auf oder macht einen minutiösen Ablaufplan.

Und: Sage nie, dass du ein Notprogramm in der Tasche hast. Nicht davor und nicht danach. Egal, ob du ihn gebraucht hast oder nicht. Ich persönlich habe das nie. Ich vertraue drauf, dass es klappt, was die Teens machen und vertraue mir, dass ich spontan retten kann.

Für mich hat das etwas mit ebenbürtigem Behandeln zu tun. Wenn sie das Gefühl haben, dass ich eh etwas vorbereite, werden sie nicht 100% geben. Vertraue ihnen und vertraue dir.

 

Die Stufen der AnleitungVerantwortung abgeben

Diese 4 Stufen sind natürlich der Idealfall. Aber was du auf jeden Fall durch diese Arbeitsweise vermittelst ist, dass sie wirklich das tun dürfen, woran sie Spaß haben.

Durch das Feedbacken

  • förderst du ihre Gaben und forderst sie heraus.
  • lässt du sie sehen, worin sie nicht begabt sind.
  • bringst du ihnen bei, Verantwortung für ihr Tun und Handeln zu übernehmen.
  • lässt du sie nicht allein.

Und genau das ist es, wonach sich Teens sehnen:

Selbst entscheiden dürfen in der Sicherheit, dass ein anderer für sie einsteht. Der andere – das bist du.

Das bedeutet natürlich nicht, dass sie schalten und walten dürfen, wie sie wollen. Verbindlichkeit sollte der Maßstab für euch sein. Du musst dich auf sie verlassen können. Wenn man nicht kann, meldet man sich ab. Das gilt für sie und für dich. Überlegt euch zusammen eine Konsequenz, wenn es nicht so läuft. Verbindlichkeit hat nichts mit Alter zu tun, doch es ist das A und O, damit Zusammenarbeit funktioniert.

Die zusammenfassenden Tipps

  1. Unterfordere nicht. Durch Unterforderung entsteht Null-Bock-Mentalität und dann sagen sie „Tschüss!“
  2. Fordere sie heraus – persönlich, konkret, individuell.
  3. Schaffe ein echtes Team.
  4. Schaffe echte Verantwortung.
  5. Tritt zurück und gib ihnen den Vorrang.
  6. Sei nicht neidisch, wenn sie das andere Level erreichen, sondern erkenne dich in ihnen.
  7. Genieße und sei bereit auch von ihnen zu lernen, denn sie sind diejenigen, die an den Kids nah dran sind.

Ich wünsche dir, dass du erfährst, was für ein Geschenk es ist, wenn Teens durch dich zu Mitarbeitern geformt werden. So lebst du weiter in ihnen.