Frust im Kindergottesdienst, keine Mitarbeiter

Frust im Kindergottesdienst – zu wenig Mitarbeiter

In ich als Mitarbeiter, Mitarbeiter-Gewinnung by KSchneller4 Comments

„Wer macht sie diesmal, diese Ansage im Gottesdienst, dass wir mehr Mitarbeiter in der Kinderkirche brauchen?“

Alle Kindergottesdienst-Mitarbeiter schauen bedröppelt auf den Boden. Unangenehm diese Aufgabe. Du weißt schon, wie sich das anfühlt, wenn du den Gang nach vorne gehst und alle Gottesdienstbesucher wissen:

  • Da kommt sie wieder.
  • Bettelt wieder rum.
  • Macht wieder ein schlechtes Gewissen.
  • Redet von: „Es ist die Zukunft unserer Gemeinde.“
  • Appelliert an die Eltern: „Es sind eure Kids.“

Nervig. Doch scheinbar der einzige Weg, um eventuell an neue Mitarbeiter ranzukommen.

Der Frust unter den Mitarbeitern ist groß. Theoretisch wäre man jede Woche „dran“, damit die Kindergottesdienst-Gruppen nicht unterbesetzt sind. Oder man schmeißt die Kids wieder zusammen. Das hat dann natürlich nichts mehr mit Kleingruppe zu tun. Gespräch ist nicht möglich und die Großen sind genervt, weil es wieder nur „Kindergartenkacke“ ist. Tja, und schon bist auch du als Mitarbeiter genervt, denn du machst zu viel oder die Gruppe ist zu groß oder die die Altersspanne zu groß. Und so sind alle genervt.

Es scheint ein Kreislauf zu sein.

Der Kreislauf des Kindergottesdienst-Mitarbeiter-Mangels

Kindergottesdienst Frust zu wenig Mitarbeiter 

Was wäre, wenn ihr als Kindergottesdienst-Mitarbeiter diesen Frust-Kreislauf durchbrechen könntet?

Hervorragend wäre das, oder?

Also los geht’s.

Kindergottesdienst-CoachDu möchtest, dass es anders läuft? Dann musst du bei dir anfangen. Nirgends anders ist der Punkt, wo sich etwas ändern kann. Du kannst nicht verlangen, dass auf einmal aus dem Nichts Menschen motiviert sind und neu da sind.
Es werden nicht auf einmal weniger Kids da sein oder auf einmal nur noch Kids in einer Altersspanne von 2-3 Jahren. Klar kannst du für neue Mitarbeiter beten und sicher gibt es das, dass auf einmal eine Familie in deinen Ort zieht und beide motivierte Kindergottesdienst-Mitarbeiter sind. Natürlich mit Erfahrung und sie passen super in euer Team. Plötzlich ist alles ganz anders. Aber sind wir ehrlich. An ein Wunder dürfen wir glauben und hoffen, aber vielleicht geht’s auch anders.

Um deinen Frust, dein Genervtsein als Kindergottesdienst-Mitarbeiter loszuwerden, ist der einzige Weg bei dir anzufangen.

Erster Schritt: Verstehe, warum Bettelei nicht zieht.

 
Kindergottesdienst-Coach

Eigentlich weißt du, dass bei diesen Ansagen im Gottesdienst oder auch durch den Artikel im Gemeindebrief nicht wirklich Mitarbeiter gefunden werden. Wenn da nicht so ein kleiner Funken Hoffnung wäre.

Hier die 3 Gründe, warum dadurch keine neuen Mitarbeiter gefunden werden und dadurch der Frust noch größer wird:

  • Durch Betteln wird das schlechte Gewissen angesprochen und das schlechte Gewissen war noch nie ein guter Motivator. keine Mitarbeiter im KindergottesdienstDu machst die Aufgabe mürrisch, weil sie getan werden muss. Soll so ein Kindergottesdienst-Mitarbeiter sein? Nein. Wenn du einen motivierten Mitarbeiter siehst, dann strahlt er, klatscht in die Hände, sagt: „Hier bin ich, was kann ich tun.“ und ist mit Feuereifer dabei.
  • Durch Betteln demütigst du die gesamte Kindergottesdienst-Arbeit. Das ist hart ausgedrückt, aber so empfinde ich das wirklich. Als ob wir es nötig haben zu betteln. Ist das das Bild, was du vom Kindergottesdienst vermitteln möchtest? Also ganz ehrlich, ich nicht. Ich will das nicht nötig haben. Schon allein das motiviert mich ;).
  • Durch das Betteln werden nur negative Dinge hervorgehoben. Achte mal darauf, wie die Ansage dann läuft. Du erzählst nicht, wie toll die Arbeit ist und wenn, dann wirkt es gestelzt und unnatürlich. Denn wenn die Arbeit so toll wäre, wieso musst du da vorne stehen und um Mitarbeiter betteln?! Die anderen sind ja nicht doof. Sprich, entweder du redest von den Missständen und das sind dann negative Assoziationen oder die Gottesdienst-Besucher fühlen sich leicht veräppelt oder angelogen. Wenn du davon sprichst, wie toll es ist, warum ist dann diese permanente Unterbesetzung?

Es gibt in den seltensten Fällen eine positive Wirkung beim Betteln. Also schmeißen wir diesen Punkt aus unserem Kreislauf heraus und schauen, ob wir etwas anderes finden.

Zweiter Schritt: Aktiviere deine Motivation?

 
Kindergottesdienst-Coach

Frust Motivation KindergottesdienstUm nicht ins Betteln zu verfallen, ist die einzige Möglichkeit, um aus dem Bettelmodus herauskommen, wieder zu einem motivierten Mitarbeiter zu werden.
Ich gehe einfach davon aus, dass du das mal warst. Dass du mit viel Motivation und ohne Frust im Kindergottesdienst angefangen hast.

Wenn du das nicht genau weißt, dann lies doch nochmal den Artikel: „Kindergottesdienst – bist du da richtig? Was ist deine Motivation?“ (KLICK HIER)
In diesem Artikel stelle ich dir konkret die Frage, was deine Motivation ist und wie du dahinter kommst, was dich motiviert. Dort hinterfrage ich dich, wofür wirklich dein Herz schlägt. Lies den Artikel, damit dieser Frust aufhört. Denn nur wenn du motiviert bist, wirst du eine andere Taktik, um neue Mitarbeiter zu gewinnen, leben können.

Dennoch möchte ich dir auch noch einmal kleine Hilfen geben, damit du wieder zu deiner Motivation findest und aus deinem Frust herausfindest.

Es gibt 5 Bereiche, die du abchecken kannst, um zu schauen, ob du dort, wo du bist, richtig bist. Je mehr du davon im Kindergottesdienst ausleben kannst, umso motivierter bist du.
Natürlich können sich die 5 Bereiche überschneiden und man kann sie nicht exakt voneinander trennen.

Die 5 Motviationsbereiche - 1. Deine Fähigkeiten

Jeder Mensch auch du, hast Fähigkeiten. Ich bin mir sicher, du findest 10 Fähigkeiten. Denke dabei nicht an den Kindergottesdienst. Wenn du sie hast, schau, wie viele davon du in deiner Arbeit im Kindergottesdienst einsetzen kannst.

Du brauchst Inspiration für Fähigkeiten?
Eine Liste von Begabungen findest du zum Beispiel HIER.
Wer an diesem Punkt noch detaillierter rangehen möchte, dem empfehle ich dieses pdf.

2. Deine Geistesgaben

Dazu mal 2 Bibelstellen – Korinther 12:4-11 und Römer 12:6-8. Lies mal nach, dort wird einiges genannt, wie zum Beispiel:

  • Weisheit
  • Erkenntnis
  • Glaube
  • Heilung
  • Wunder
  • Prophetie
  • Geisterunterscheidung
  • Zungenrede
  • Auslegung der Zungenrede
  • Hirtendienst
  • Lehre
  • Evangelisation

Ich möchte das Thema gar nicht weiter vertiefen, es gibt genug Predigten, Tests, Podcasts zu diesem Thema. Die Frage ist wieder, welche Geistesgabe(n) hast du und was davon kannst du im Kindergottesdienst einsetzen.

3. Deine Persönlichkeitsstärken

Da geht es darum, wie du etwas tust und ob du die Dinge auch im Kindergottesdienst leben kannst. Auch hier ein paar Anregungen:

  • stetig
  • zuverlässig
  • aufgeschlossen
  • kontaktfreudig
  • verantwortungsbewusst
  • mutig
  • optimistisch
  • risikobereit
  • aktiv
  • zielstrebig
  • Organisationstalent
  • Sinn für Humor
  • neugierig
  • feinfühlig
  • gewissenhaft
  • flexibel
  • treu
  • beziehungsorientiert

4. Deine Umgebung

Das klingt vielleicht ein bisschen doof bezüglich Kindergottesdienst, aber es ist wichtig. Bist du gern in deinem Raum? Ist er so gestaltet, dass DU dich wohlfühlst? Oder gruselst du dich vorher schon vor dem engen, dunklen, ungemütlichen, kalten Raum.

5. Deine Werte

Das ist die Frage nach dem „warum“. Jeder Mensch – auch du – hat sein eigenes Wertekonzept. Darum frage dich, welche Werte sind DIR wichtig? Werden diese Werte erfüllt?

Werte Kindergottesdienst-Mitarbeiter

Wie sieht es aus in deinen 5 Bereichen? Kannst du sie gut im Kindergottesdienst ausleben? Wo kannst du Bereiche aktiv selbst verändern? Du bist derjenige, der Dinge verändern kann.

Vielleicht tut sich sogar beim Lesen dieses Artikels in deinem Herzen etwas. Vielleicht bewegt sich etwas und du spürst neue Kraft und Motivation für deinen Kindergottesdienst und jetzt sind wir genau an dem Punkt, wo du den Frust-Kreislauf durchbrechen kannst.

Wenn du genug Motivation hast, ist der erste Durchbruch im Kreislauf geschafft. Du bist nicht mehr genervt.

Dritter Schritt: Ersetze die Bettelei

Kindergottesdienst-Coach

Ja, wie jetzt? Mit was denn? Mit deiner Ausstrahlung. Das klingt vielleicht banal, aber ich habe schon sooft die Erfahrung gemacht, dass allein die Ausstrahlung es ausmacht, um andere Menschen zu motivieren.

Wenn du von etwas begeistert bist, dann erzählst du auch begeistert davon. Dann bringst du ständig Stories an, die du erlebt hast und deine Augen leuchten und allein das ist ansteckend. Und nun stell dir vor, ihr – als gesamtes Kindergottesdienst-Team redet völlig begeistert von dem, was ihr tut, was ihr erlebt, lacht zusammen, freut euch aufeinander. Und zwar weil ihr wisst, wie eure 5 Motivationsbereiche gefüllt werden und gefüllt sind. Was wird passieren?

Andere wollen genau das, was ihr habt. So funktioniert der Mensch. Ihr seid ein Team, welches Freude ausstrahlt? Dann werden genau diese Strahlen andere erreichen. Aber ihr müsst strahlen und das schafft ihr nur, wenn ihr euren Motivationspegel oben haltet. Da müsst ihr ansetzen. Tief in euch drinnen.

Ja, das kann ein wenig dauern, aber auch nicht länger, als die Bettelei und im Endeffekt, wird die „Gewinnquote“ am Ende besser sein. Und dann habt ihr keinen Kreislauf mehr, sondern einen neuen Prozess.

Kindergottesdienst - MitarbeitergewinnungIch wünsche dir, dass ihr als Team oder du als Kindergottesdienst-Mitarbeiter diesen Frust-Kreislauf durchbrechen könnt und in einen neuen Prozess startet.

Buchempfehlung:

Werte… übrigens gibt es für die Arbeit im Kindergottesdienst (oder in der Familie) ein tolles Buch, wo das Thema Werte kreativ für Kids aufbereitet ist. Mehr dazu verrate ich dir in diesem Video.




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Und tschüss, bis es wieder heißt:

Mit Katrin Schneller den Durchblick
„Mit Katrin Schneller den Durchblick.“

Comments

  1. Das ist so wahr. Danke für diesen Artikel.
    Vor ein paar Wochen hat mich ein Mitarbeiter gefragt (der musikalische Unterstützung im Kigo haben wollte): „Könntest du dich erbarmen und mir helfen.“ Das hat mich echt traurig gemacht. Ich brauche mich nicht zu „erbarmen“ für den Kindergottesdienst.
    Ich bin der Meinung, wenn der Kindergottesdienst einem Mitarbeiter dauerhaft keinen Spaß mehr macht und nur noch Frust und Last ist, dann soll er eine Pause machen oder ganz aufhören. Das habe ich auch schon mal einer Mitarbeiterin von uns empfohlen. Sie hat aufgehört, aber ihr Herz brennt immer noch für die Kinder und wahrscheinlich wird sie irgendwann mit neuer Begeisterung wieder ihren Platz in der Arbeit unter den Kindern finden.
    Besser weniger motivierte Mitarbeiter als viele Mitarbeiter, die nur „ihre Pflicht“ tun.
    Viele Grüße
    Kathrin

  2. Author

    Sehr gerne :).
    JA, wir achten viel zu wenig darauf, wie wir formulieren. Bzw. ich finde, unsere Formulierungen sagen ja echt was aus? Ich glaube, oft haben wir Spaß, aber die Angst, dass andere vielleicht keinen Spaß haben könnten, lassen uns so defensiv sein. Schluss damit :)! Ich bin auch voll der Verfechter von „setze dich dort ein, wo dein Herz schlägt“ – egal wo. Ich glaube unsere Gemeinden können dadurch nur dazu gewinnen. Nochmal – was wir dann alle ausstrahlen würden…. *träum* 😉
    Danke, für deinen Kommentar!

    Katrin

  3. Hi Katrin!

    Du hast „Werte für Kinder“ vorgestellt. Wir haben das Buch im Kindergottesdienst komplett durchgearbeitet. Die Kinder hat es total angesprochen und die Mitarbeiter waren glücklich, Material in Händen zu halten, das viel Altersgerechtes bietet. Sie hatten es in der Zeit sehr leicht, sich vorzubereiten. Wir haben noch nichts besseres gefunden! Obwohl es eigentlich für Familie gemacht ist…

    Liebe Grüße
    Susanne

    1. Author

      Hey Susanne,
      danke für dein Statement zu dem Buch! Freut mich, dass ihr es auch praktisch so benutzen konntet.
      Gottes Segen dir.
      Katrin

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