zusammen im Kindergottesdienst-Team

Von Bewahrern und Pionieren im Kindergottesdienst-Team

In dein Kindergottesdienst-Team, ich als Mitarbeiter by KSchneller2 Comments

„Es ist doch gut, wie es ist.“

Nein, ist es nicht! Ist es überhaupt gar nicht!
Doch anscheinend kapiert es niemand. Anscheinend fühlt es niemand.

Ich liebe es weiterzudenken. Ich liebe es Dinge zu optimieren. Ich liebe es neue Sachen auszuprobieren. Oft, wenn andere Leute denken „Es läuft doch super“, habe ich eine Unruhe in mir und spüre, dass es besser geht. Ja, ok, ich bin ein Kritiker. Aber nur dadurch verändern sich auch Sachen. Ja, und manchmal geht es voll in die Hose. Aber dann habe ich es wenigstens probiert. Und ganz ehrlich: Das Manchmal ist total selten.

Wenn alles immer gleich abläuft – gut läuft, aber gleich – dann nervt es mich und langweilt mich ganz schnell. Dabei könnte ich es doch einfach auch gut sein lassen.

Blitzidee.

Kennst du sie? Diese Blitzideen, die da aufblitzen und immer schwungvoller in dir werden und Feuer fangen und plötzlich bist du Feuer und Flamme. Du bist selbst so sehr von deiner Idee begeistert und willst sie umsetzen:

  • ein neues Lied
  • eine neue Bewegung
  • ein neues Disziplin – Modell
  • ein Umstellen des Raumes
  • ein neues Konzept zu: „Wie können wir die Teens in die Mitarbeit besser einbeziehen?“
  • eine Plenums-Veranstaltung für die Vorschulkids
  • sonntägliches Gebet vor dem Kindergottesdienst
  • Patenschaft von Kindern
  • neue Technik
  • Integration einer Handpuppe
  • Gespräch mit einem Elternteil
  • Spendenprojekt-Aktion

Ja, das können ganz kleine, aber auch größere Dinge sein, die du gerne in den Kindergottesdienst einbringen möchtest. Und da ist schon der erste Haken.

Du redest von „Einbringen“, für den anderen sind es „Veränderungen“.

Und dann, wie der größte Feuerlöscher der Welt, fallen dir die anderen Kindergottesdienst-Mitarbeiter im Team ein. Du hast es schon oft erlebt, dieses:

  • „Es ist ich doch gut, wie es ist.“
  • „Nicht schon wieder…“
  • Verstecktes Augenrollen

Zwei völlig kontroverse Charaktere prallen aufeinander: Der Feuermacher – ich nenne ihn Pionier. Und der Feuerlöscher – der Bewahrer.

Bist du Pionier?
Vielleicht hast du noch nie darüber nachgedacht, warum du so bist, wie du bist. Doch um gemeinsam im Team arbeiten zu können, ist es wichtig, genau diese beiden unterschiedlichen Charaktere zu begreifen. Erst dann können wir in Liebe miteinander umgehen und sind nicht permanent vom anderen genervt, egal, ob du Pionier oder Bewahrer bist.

Vorneweg:

Es gibt kein Richtig oder Falsch bei den beiden Charakteren. Sie sind einfach grundverschieden.

Der Pionier

ist am liebsten unterwegs

… und zwar – und das ist wichtig – zum Ziel. Es geht bei dem Pionier nicht darum herumzudaddeln und die schöne Aussicht zu genießen. Nicht dass du, wenn du Bewahrer bist, das falsch verstehst.

Es geht darum ein optimales Ziel zu erreichen.

Und wenn du als Bewahrer im Kindergottesdienst-Team denkst, „Wir haben doch ein Ziel erreicht!“, ist das für den Pionier meist noch lange nicht so. Denn alle deine Ziele sind für den Pionier nur Etappen, Zwischenziele.

Leicht könnte man vermuten, dass Pioniere nie ans Ziel kommen. Wahrscheinlich ist das Ziel erst erreicht, wenn du als Pionier bei Jesus bist – aber die vielen Etappenziele sind großartig. Keine neuen Etappenziele zu haben, langweilt den Pionier in der Kindergottesdienstarbeit.

Was meinst du, was passiert, wenn dieser Kindergottesdienst-Mitarbeiter gelangweilt ist?

1. Möglichkeit: Er macht schlechtere Arbeit. Jeder der gelangweilt ist, ist nicht mehr motiviert. Und jeder der nicht motiviert ist, gibt nicht mehr alles. Wer nicht alles gibt, macht schlechteren Kindergottesdienst. Sein Level sinkt. Er hat keine Lust mehr auf das Kindergottesdienst-Team.

Motivationspfeil_im Kindergottesdienst-Team

2. Möglichkeit: Er steigt aus. Hallo?! Er arbeitet schließlich ehrenamtlich, und wer kein Ziel hat, sucht sich halt neue Ziele. Er sucht sich Orte, an denen seine Blitz-Ideen ankommen und nicht gleich der Feuerlöscher zum Einsatz kommt.

Der Begriff Pionier stammt von dem französischen Wort „pionnier“ ab und bedeutet in etwa Wegbereiter, Bahnbrecher.

Bist du Pionier?

Wie fühlt sich das an, in dir tief innen drin? Ist es das, was du bist? Ein Wegbereiter? Ein Bahnbrecher? Ein Mensch, der Neues braucht, um Erfüllung zu haben?

Der Bewahrer

ist gern am Ziel

Hach, was wären die Pioniere ohne die Bewahrer? Nichts! Nichts, weil niemand das, was sie aufgebaut haben, am Leben erhält.

Für jeden Pionier ist es irgendwann Zeit, weiterzugehen – in eine andere Richtung zu gehen. Vielleicht ist das schmerzhaft für das Team. Aber besser ein Abschied, der wehtut, als ein „Bloß gut, dass er weg ist!“

Manchmal kann auch der Pionier nichts Neues mehr einbringen. Und das ist der Zeitpunkt, ab dem der Bewahrer sowas von aufblüht. Vielleicht ist das für dich nicht nachvollziehbar, aber oft kann nur dort etwas wachsen, gedeihen und entstehen, wo etwas lange gepflegt wird. Vielleicht säst du.

Aber Bewahrer sind die, die da bleiben und das Ganze zum Blühen bringen.

Hast du das jemals wertgeschätzt? Bewahrer sind so standhaft, sie sind die Eichen im Kindergottesdienst-Team. Manchmal knorrige Eichen ;). Aber sie sind die, die, wenn sie ein Ja zu den Ideen der Pioniere gefunden haben und dahinter stehen, dann auch wirklich da sind und deine Ideen leben. Wer soll sie denn sonst leben, deine Blitz-Ideen? Du bist doch schon längst wieder bei etwas Neuem.

Da steht sie nun, die Eiche. Doch wehe, wenn der Blitz in sie fährt! Einer geht vielleicht noch, doch was ist, wenn sie sozusagen von Blitz-Ideen zugeschossen wird?

  1. Möglichkeit: Der Bewahrer wird bockig. Wouh, und das kann richtig bitter sein. Da prallt alles ab. Und eigentlich bekommt der Pionier nur noch ein Kopfschütteln. Haja, wie würdest du reagieren, wenn man dir das nimmt, was du liebst? Der Bewahrer liebt es nämlich den Kindergottesdienst so zu leben, wie er es kann – und zwar gut kann. Und da kommst du und willst es anders machen? NEIN.
  2. Möglichkeit: Er sucht sich Verbündete. Wenn es soweit ist, dann ist das Kindergottesdienst-Team kein Team mehr. Da steht der Pionier mit seinen Kriegern auf der einen Seite und der Bewahrer mit seinem Team auf der anderen. Oft hilft da nur noch eine neutrale Person. Wenn ihr in eurem Team diese Situation habt, scheut euch nicht, eine objektive Person dazu zu holen.
  3. Möglichkeit: Er geht. Zugegeben, das dauert viel, viel länger als beim Pionier. Aber wenn er keinen Weg mehr sieht – selbst wenn er weiß, er ist am richtigen Platz – wird er gehen. Vielleicht nicht nur aus der Arbeit mit den Kids.
Bist du ein Bewahrer?

Wie fühlt sich das an in dir, tief innen drin? Ist es das, was du bist? Liebst du es, dich auf sicheren Grund zu stellen und zu vertiefen? Möchtest du die Sachen, die gut laufen, bewahren?

Briefe an einen Bewahrer und an einen Pionier.

Klicke auf die Briefe, um sie zu öffnen.


Ich wünsche uns, dass wir als Kindergottesdienst-Mitarbeiter durch die Augen des anderen schauen. Denn zusammen funktioniert erst ein Kindergottesdienst-Team.
So können wir den Kids Vorbild sein im Umgang miteinander.
Und das ist oft viel mehr wert als ein cooler Kindergottesdienst.

Die 3 ultimativen Fragen für ein anderes Level im Kindergottesdienst

Fahre mit der Maus über die Fragezeichen.

  • ultimative Frage

    Frage 1

    Bist du ein Bewahrer oder ein Pionier? Woran machst du das konkret fest?

  • ultimative Frage

    Frage 2

    Was sind deine Kindergottesdienst-Teamer?

  • ultimative Frage

    Frage 3

    Gibt es einen konkreten Schritt, den du tun solltest, um einen anderen Mitarbeiter wertzuschätzen. Tu es!


Und tschüß, bis es wieder heißt:

„Mit Katrin Schneller den Durchblick:)“

Comments

  1. Bewahrer und Pioniere gibt es in jedem Lebensbereich, ob in der Familie oder auf Arbeit in deinem Kollegenkreis. Ich bin allerdings beides und kann somit “die andere“ Seite gut verstehen. Allerdings wurde mir das erst klar, als ich deinen Artikel gelesen habe …. nun kann ich meine Kollegen aus einem anderen Blickwinkel betrachten und vor allem fällt es mir leichter, sie zu verstehen. Danke fuer’s “Augen öffnen“!!!

    1. Author

      Liebe Doreen,
      gern gescheh’n – der Augenöffner ;)! Ich finde auch, dass so dieses Schauen, ob man Bewahrer oder Pionier ist – egal in welchem Lebensbereich – total wertvoll ist. Mir hilft dieses Wissen, mich in mancher Richtung einfach mal zu bremsen.

      Grüßle
      Katrin

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