Warum das Singen im Kindergottesdienst verboten werden sollte

In Alltag im Kindergottesdienst, Kindergottesdienst-Plenum, Mit Kindern singen by KSchneller2 Comments

Neulich wurde ich zu einem Kindertag in eine Gemeinde eingeladen. Und eine Mitarbeiterin begrüßte mich folgendermaßen:

„Hach, schön dass du bist. Übrigens die Lieder in deinem Ablaufplan würde ich an deiner Stelle lieber streichen. Mach‘ höchstens 1-2 Lieder. Die Kinder singen nicht gerne.“

Mein Ehrgeiz war gepackt. Kennst du das, wenn dir jemand sagt, dass irgendetwas sowieso nicht funktioniert, dass du dich herausgefordert fühlst?

Ich fühlte mich herausgefordert. Mir begegnet es in Veranstaltungen ständig, dass mir gesagt wird: „Ach es läuft ganz ok, nur das Singen nicht.“ Tja, da bist du bei mir nun an der falschen oder genau richtigen Adresse, denn ich liebe es, mit Kindern zu singen.

Doch manchmal solltest du aufhören, mit Kindern zu singen.

Hier die durchschlagenden Argumente, warum Kinder nicht gerne singen.

Kindergottesdienst-Coach

Das ist schon das erste Riesenmissverständnis. Ich glaube wirklich, dass Musik etwas ist, was Kinder lieben. Die Musikrichtung wird variieren, aber generell mögen sie Musik. Ich kenne keine Kinder, die nicht gerne vor sich hinbrummeln, klatschen, mit dem Körper wippen, mit dem Fuß den Beat mitklopfen, pfeifen, trällern, johlen.

Das bedeutet:

Es liegt nicht an den Kindern, dass sie im Kindergottesdienst nicht singen.

Doch woran liegt es dann?

Die Melodie und die Texte sind nicht altersgerecht.

Wenn ich als 10-Jähriger Lieder singen muss, die ich schon im Kindergarten gesungen habe, dann fühle ich mich nicht ernst genommen. Und ganz ehrlich, wie fühlst du dich denn, wenn du dich nicht ernst genommen fühlst?

Tja, nun sagst du aber, wir haben aber nur 10 Kids und die Altersspanne ist von 3 bis 12 Jahren, es muss doch für jeden etwas dabei sein.

Ich sage, nein. Und ich begründe es dir auch 🙂

Eine Regel die in allen Bereichen im Kindergottesdienst gilt:

Richte dein Programm an den älteren Jungs aus, denn sie sind dein kritischstes Publikum.

Doch wenn du sie begeisterst, dann hast du alle. (Ausnahmen bestätigen die Regel)

Der Grund ist ganz einfach. Die Kleinen schauen auf die großen Kids und wenn die es doof finden, werden sie es auch doof finden, denn sie – die großen Jungs – sind die Vorbilder der kleinen Jungs. Sie sind das, was sie auch einmal werden wollen. Aus dem Grund werden sie das, was sie machen, nachmachen. Das ist dann der typische Jojo-Effekt – der macht nicht mit, also mache ich auch nicht mit. Und auch andersrum, wenn der mitmacht, mache ich auch mit. Selbst die Mädchen werden mitgezogen, wenn die Jungs mitmachen.

Die Lieder sind zu schwer sind für die Kleinen? Egal. Sie sind dabei, sie schauen zu, sie freuen sich, sie strahlen. Und irgendwann werden sie es drauf haben. Vielleicht, wenn sie die großen Jungs sind. Nebenbei gesagt, oft sind uns Mitarbeitern die Lieder zu schwer, die Kids sind da super schnell im Lernen. Oft traue ich als Kindergottesdienst-Mitarbeiter den Kindern zu wenig zu.

Die Bewegungen der Lieder sind nicht altersgerecht.

Jungs im Alter von 10 oder 11 Jahren sind heutzutage schon fast Pubertierende und nix ist schlimmer, als peinliche Sachen zu machen. Und sorry, die meisten Bewegungen die wir im Kindergottesdienst zu den Liedern machen sind pure Unterforderung und für einen 11-Jährigen einfach nur peinlich. Da kann die Erziehung noch so fromm sein. In Gedanken sieht er sich vor seinen Kumpels stehen und wenn er dann singen soll „Gott liebt dich, gib ihm die Ehre“, da braucht es schon sehr großes Standing.

Die Lieder haben nichts mit den Kids zu tun.

Kennst du das, man singt Lieder schon ewig, aber zu sagen haben sie dir nichts und so werden sie oft langweilig. Kids sind in dieser Beziehung brutal und werden es dich deutlich spüren lassen, wenn es langweilig ist. Ich erzähle immer eine Geschichte von mir vorne weg oder ergötze mich an einem Wort in dem Lied. Es ist wichtig die Kids irgendwo abzuholen.

Du hast nicht das Know-how, die Präsenz und die Ausstrahlung, dass es den Kids Spaß macht.

Du würdest gern, aber du weißt nicht wie und irgendwie ist es eh immer das Gleiche und die Eintönigkeit überträgt sich auf die Kids. Und gemeinsam eintönig zu singen, ja, das sollte wirklich verboten werden.

Doch nun der wirkliche Grund, warum es verboten werden sollte mit Kindern zu singen.

Der Grund ist
*Trommelwirbel*

DU

Lied finden
singst nicht gern von Vorne und erst recht nicht Kinderlieder und bloß nicht mit Bewegungen.

Dieses „Singen im Kindergottesdienst“ – du gruselst dich direkt davor. Du kommst dir doof vor und es ist einfach nicht deins.

Du hast diese Erkenntnis? Das ist doch schon mal super. Und nun erlaube ich dir: Hör‘ auf mit Kids zu singen. Ja, es ist ok, wenn du das nicht tust.

Das was du ausstrahlst, werden die Kids mitnehmen.

Da bist du Vorbild und da darfst du dich total wichtig nehmen. Du willst in der Sonntagschule rüberbringen „Singen ist langweilig und doof und eh nur was Ballett-Mädchen?“ Dann singe mit ihnen.

Habt zusammen eine nervige Musikzeit.

Aber wenn du nicht derjenige sein möchtest, der den Kindern das Singen vergrault, dann mache mit ihnen das, wo dein Herz in der Arbeit mit Kids aufgeht.

Hab den Mut zur Lücke.

In unseren christlichen Kreisen nennt man das auch gabenorientiertes Arbeiten. Ach noch zur Info: es steht nicht in der Bibel, dass mit den Kindern gesungen werden MUSS. So, wie auch nicht gebastelt oder gespielt werden muss. Tu das, was dir Spaß macht, denn nur so wird es den Kindern auch Spaß machen.

Du hast wieder Wahl – gilt ein: „aber es war doch schon immer so“ oder ein „man sollte doch…“ mehr, als ein „Tu das, wozu dich Gott begabt hat, damit die Kids sehen, bei Gott darf ich Spaß haben.“

Wenn du den Mut hast, nicht mit ihnen zu singen, lässt du den Kids selbst die Wahl zu entdecken, wo ihr Herz schlägt.

Lasst uns die Kids selbst entscheiden was sie lieben und das können sie am besten, wenn sie Menschen als Vorbild haben, die tun was sie lieben.

Vielleicht hast du aber auch noch nie gesehen und erst recht nicht gelernt, wie das denn funktionieren kann mit dem Singen und den Kindern und den Bewegungen.

Du möchtest deinen Kindergottesdienst auf ein anderes Level beim Bewegungslieder singen bringen?

Dieses Thema liegt mir total am Herzen, und deswegen gibt es die

Online-Schulung „Singen mit Kindern“

Hier kannst du mehr Infos dazu bekommen.

Probier es aus.
Wenn du danach immer noch nein sagst, dann hast du es auf jeden Fall probiert, aber ehrlich gesagt bin ich überzeugt davon, dass es beim Singen im Kindergottesdienst an Schulung fehlt und die wirst du in diesem Onlinekurs bekommen.

Die 3 ultimativen Fragen für dein andere Level im Kindergottesdienst - klick....

hier unten auf die Noten

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    1. Frage

    Singst du generell gerne? Was heißt das nun, was ist deswegen dein nächster Schritt?

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    2. Frage

    Kommst du dir doof vor, mit Kindern (und Bewegungen) zu singen? Woran liegt es, welche Konsequenz resultiert daraus?

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    3. Frage

    Du möchtest gern ein anderes Level beim Singen mit Kids erreichen? Was hindert dich daran den Online-Kurs „Mit Kindern singen“ bei mir zu durchlaufen?


Comments

  1. Der Trick mit „der Liederauswahl für die großen Jungs“ finde ich genial. Ist mir noch nie so in den Sinn gekommen, aber stimmt, die Kleinen richten sich nach den Großen, versuchen, voll mitzumachen und ALLE sind dabei.

  2. Author

    Jepp, so ist es. Ich glaube, das Schwierige ist, jetzt wirklich Lieder zu finden, die die großen Jungs auch singen ;).

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