Verantwortung abgeben – Teens als Mitarbeiter

Verantwortung abgeben – Teens als Mitarbeiter

Du möchtest, dass dein Mitarbeiter-Teenie DER Mitarbeiter im Kindergottesdienst wird?
Oder soll er einfach nur ein guter Mitarbeiter werden, weil du schon DER Mitarbeiter bist?

 Das ist eine total ernst gemeinte Frage. Oft sind wir uns dessen gar nicht bewusst.

Die 3 Herausforderungen, wenn du ein guter (An-)Leiter sein möchtest

1. Der Teenie auf der Überholspur

  1. Bist du bereit zu akzeptieren, dass andere besser sind als du?
  2. Bist du bereit, dein gesamtes Wissen zu teilen und zuzusehen, wie der andere dich überholt?
  3. Bist du bereit dafür, dass die Kids den anderen vielleicht bald mehr bestürmen als dich?

Verantwortung abgeben hat etwas mit dir persönlich zu tun. Vielleicht wird sich Neid in dir ausbreiten, weil Dein Teenie es drauf hat, wenn du ihn lässt. Bist du bereit mit dieser Situation professionell umzugehen?

Eine der wichtigsten Lektionen, die ich als Leiter lernen musste, ist:

 

„Mache dich als Leiter entbehrlich. Erst dann bist du ein guter Leiter.“

  • Kannst du das schaffen und möchtest du das schaffen, nicht mehr der Mittelpunkt zu sein, der von allen Bejubelte zu sein? Egal, ob von Kindern oder Eltern oder Gemeindemitgliedern oder vom Pastor oder den anderen Kindergottesdienst-Mitarbeitern?
  • Ist dir der Möglichkeit bewusst, dass sich dein Wissen und Können gerade dadurch vermehrt, dass du es teilst und abgibst? Bei dem anderen? Bei deinem Teenie?
  • Kannst du in den Schatten treten, wenn es drauf ankommt?

Willst du das?
Ja?
Super. Dann geht’s weiter mit deiner nächsten Herausforderung.

2. Ertrage „schlechtes“ Programm

Schaffst du es, nichts zu sagen, auch wenn es nicht perfekt ist, wie der Teenie zum Beispiel das Gespräch mit den Kids führt? Du musst das aushalten können. Auch du bist nicht als Meister vom Himmel gefallen. Ja, das, was die Teens am Anfang machen, kann in deinen Augen grottenschlecht sein. Halte es aus. es heißt: Verantwortung abgeben.

Nur, weil es für dich schlecht ist, ist es übrigens noch lange nicht für die Kids schlecht. Du wirst staunen, wie barmherzig Kinder mit Teens sind. Es ist ein unerklärliches Phänomen, dass sie bei ihnen zuhören.

Nochmal:

Halte es aus.

Lass es das erste Mal in die Hose gehen und dann feedbacke mit ihnen zusammen. Ich erinnere an die W-Fragen, die du HIER nochmal durchgehen kannst. Finde die positiven Sachen, auf die ihr aufbauen könnt. Erörtert, was verbesserungsfähig ist. Und sei zu ihnen nicht strenger, als zu anderen Mitarbeitern.

3. Sei bereit jederzeit zu retten.

Aus dem Nähkästchen:
2 Teens wollten unbedingt die Zachäus-Geschichte zusammen für die Vorschulkids übernehmen. Die Zeit, die sie dabei füllen sollten, waren 20 Minuten. „Na klar können wir das. Kein Problem!“ OK. Der Sonntagvormittag kam. Und die beiden Teens kamen tollverkleidet als Zachäus und als Baum in den Plenumsraum. Ich war begeistert.

Theaterstück

Zachäus:       „Oh, heute ist Jesus in der Stadt.“
Er geht hinter den Baum.
Zachäus:       „Da ist er. Toll, er möchte mit mir kommen.“
Teenie-Junge verlässt den Raum.
Ende.

Ungelogen. Das Theaterstück war kürzer als eine Minute.

Tja, so kann’s gehen. Da heißt es flexibel sein, reinspringen, loslegen, retten halt. Aber ganz ehrlich, bringt es was, die beiden zusammenzustauchen? Oder „nie wieder“ zu sagen? Nein, denn wie herrlich ist es doch darauf aufzubauen.

Natürlich ist das Ganze mit viel mehr Herzklopfen für dich verbunden, da du nicht weißt, was kommen wird. Und da du ihnen ja auch vertrauen möchtest, ist es auch nicht so angebracht, detailliert wissen zu wollen, was sie denn nun genau machen. Nicht jeder schreibt sich Wort für Wort ein Theaterstück auf oder macht einen minutiösen Ablaufplan.

Und: Sage nie, dass du ein Notprogramm in der Tasche hast. Nicht davor und nicht danach. Egal, ob du ihn gebraucht hast oder nicht. Ich persönlich habe das nie. Ich vertraue drauf, dass es klappt, was die Teens machen und vertraue mir, dass ich spontan retten kann.

Für mich hat das etwas mit ebenbürtigem Behandeln zu tun. Wenn sie das Gefühl haben, dass ich eh etwas vorbereite, werden sie nicht 100% geben. Vertraue ihnen und vertraue dir.

 

Die Stufen der AnleitungVerantwortung abgeben

Diese 4 Stufen sind natürlich der Idealfall. Aber was du auf jeden Fall durch diese Arbeitsweise vermittelst ist, dass sie wirklich das tun dürfen, woran sie Spaß haben.

Durch das Feedbacken

  • förderst du ihre Gaben und forderst sie heraus.
  • lässt du sie sehen, worin sie nicht begabt sind.
  • bringst du ihnen bei, Verantwortung für ihr Tun und Handeln zu übernehmen.
  • lässt du sie nicht allein.

Und genau das ist es, wonach sich Teens sehnen:

Selbst entscheiden dürfen in der Sicherheit, dass ein anderer für sie einsteht. Der andere – das bist du.

Das bedeutet natürlich nicht, dass sie schalten und walten dürfen, wie sie wollen. Verbindlichkeit sollte der Maßstab für euch sein. Du musst dich auf sie verlassen können. Wenn man nicht kann, meldet man sich ab. Das gilt für sie und für dich. Überlegt euch zusammen eine Konsequenz, wenn es nicht so läuft. Verbindlichkeit hat nichts mit Alter zu tun, doch es ist das A und O, damit Zusammenarbeit funktioniert.

Die zusammenfassenden Tipps

  1. Unterfordere nicht. Durch Unterforderung entsteht Null-Bock-Mentalität und dann sagen sie „Tschüss!“
  2. Fordere sie heraus – persönlich, konkret, individuell.
  3. Schaffe ein echtes Team.
  4. Schaffe echte Verantwortung.
  5. Tritt zurück und gib ihnen den Vorrang.
  6. Sei nicht neidisch, wenn sie das andere Level erreichen, sondern erkenne dich in ihnen.
  7. Genieße und sei bereit auch von ihnen zu lernen, denn sie sind diejenigen, die an den Kids nah dran sind.

Ich wünsche dir, dass du erfährst, was für ein Geschenk es ist, wenn Teens durch dich zu Mitarbeitern geformt werden. So lebst du weiter in ihnen.

 

Minihelfer sind out – Teens als Mitarbeiter

Minihelfer sind out – Teens als Mitarbeiter

„Wir sind so dankbar für unsere Minihelfer. Sie sind auch so aktiv und motiviert dabei.“

Die Rede ist von den 13-Jährigen, die durch den Konfi zur Kinderkirche dazugestoßen sind oder die Kids, die zu alt geworden sind für den Kindergottesdienst und keinen Bock auf Gottesdienst haben und deswegen als Minihelfer in den Kindergottesdienst gehen.

4 Jahre später.
Die damaligen Mini-Helfer sind nun 17 Jahre alt. Bestes Kindergottesdienst-Mitarbeiter-Alter. Doch keiner der damaligen Mini-Helfer, die doch so aktiv und motiviert waren ist im Kindergottesdienst-Team hängen geblieben und erst recht nicht aktiv und motiviert.

Was ist passiert? Wo ist die Motivation hin?

Natürlich gibt es die 2 ganz logischen Erklärungen.

  1. Der Teenie ist umgezogen und fängt mit Studium oder Ausbildung an.
  2. Der Jugendliche arbeitet in einem anderen Bereich in der Gemeinde aktiv mit, weil er sich damals ausprobiert hat und seine Begabung woanders liegt.

Aber diese 2 Erklärungen sind nicht die Hauptgründe, warum die Teens nicht mehr dabei sind.

Der Grund ist:

Die Teens durften keine Verantwortung übernehmen.

Lass mich das erläutern:

In einem Lexikon würde folgende Worterklärung zu finden sein:

„Der Minihelfer („mini“ von lateinisch minimus „sehr klein“), bezeichnet meist einen Teenie, der die Arbeit des Kindergottesdienst-Mitarbeiter einfacher macht. Der Teenie hat dabei Aufgaben, die dem Kindergottesdienst-Mitarbeiter lästig sind und ihn in der eigentlichen Arbeit am Kind behindern und stören.
Zu den Hauptaufgaben des Minihelfers gehören:

  • Bastelutensilien bereitlegen,
  • Kind beim Schneiden oder Kleben helfen,
  • Kind zur Toilette begleiten,
  • roten Tee ein Drittel voll in Plastikbecher kippen und
  • nach dem Kindergottesdienst aufräumen.Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dem Tisch-Abwischen, dem Fegen des Kindergottesdienst-Raumes und dem Stühle-Ordentlich-Hinstellen.

Fortgeschrittene Minihelfer dürfen manchmal einen Prototypen der Bastelarbeit schon zu Hause vorbasteln.
Profi-Minihelfer dürfen sogar schon den Kids Spiele erklären. Oft aber wird das Spiel anschließend noch ein zweites Mal von den Kindergottesdienst-Mitarbeiter erklärt.“

Ja, ein wenig karikiert. Aber die Wahrheit ist ganz dicht dran. Ich frage dich:

  1. Auf welchen Menschen (nicht nur Teenie) trifft denn diese „Gaben-Beschreibung“ zu?
  2. Wem geht bei dieser (oben stehender) Job-Beschreibung das Herz auf und wer macht es auch das 8. Mal noch gerne und motiviert?

Ich vermute, der Prozentsatz ist super gering.

Ja, es gibt Teens, aber auch andere Menschen, für die das genau das Richtige ist und die genau damit ein Leben lang glücklich sind. Und ich bin hochgradig dankbar für diese Menschen.

  • Aber wie können wir als Gemeinde es wagen, alle unsere Teens nur als Tee-Einschenker oder in der Technik als Kabelaufroller zu gebrauchen?
  • Und wie kann es passieren, dass wir uns dann noch wundern, dass sie nicht 3 Jahre lang motiviert dabei bleiben?
  • Ist das biblisch?
  • Ist das gabenorientiert?
  • Ist das menschenfreundlich? Teeniefreundlich? Mitarbeiterfreundlich?

Ja, für den Kindergottesdienst-Mitarbeiter, der den Minihelfer für kurze Zeit hat, schon. Aber sonst? Ich bitte dich…!

Schaffen wir die Minihelfer ab!

Und lasst uns zu einem gabenorientierten Mitarbeiter-Prozess kommen.

Die 6 Schritte, wie aus Teens motivierte Kindergottesdienst-Mitarbeiter werden

1. Aufgaben-Analyse

Welche Aufgaben gibt es bei euch im Kindergottesdienst?
Bevor ihr nicht wisst, welche Bereiche im Kindergottesdienst da sind und wo ihr die Mitarbeiter einsetzen könnt, könnt ihr nicht Mitarbeiter suchen. Das ist zu unkonkret. Wenn ich wo mitmachen möchte, möchte ich auch genau wissen, was ich erwarten kann.

2. Mitarbeiter-Profil

Wenn ihr nun euren Kindergottesdienst mal analysiert habt, dann legt fest – ruhig schriftlich – was für unterschiedliche Mitarbeiter-Profile ihr denn bieten könnt. Wenn ihr nur 2-8 Kinder habt, könnt ihr dennoch unterschiedliche Profile erstellen, denn ihr dürft nicht davon ausgehen, dass ein neuer Mitarbeiter alles gern macht.

Und, by the way, das ist der Grund, warum oft händeringend Kindergottesdienst-Mitarbeiter gesucht werden: Weil sie alles machen müssen, was nicht gabenorientiert ist.
Das demotiviert total.

Wie geht es dir denn? Machst du alles gern? Oder machst du es, weil du musst? Du merkst schon: Schraube den Anspruch an den Kindergottesdienst-Mitarbeiter – den Allrounder – herunter und ich verspreche dir, dass du Mitarbeiter dazugewinnen wirst.
Die meisten haben Angst vor Überforderung.

Wir sind in Gemeinden ehrenamtlich unterwegs, also müssen wir die Leute auch das machen lassen, was sie gerne machen. Und ja – Teens besonders.

3. Anleitungs-Check

Wer soll den Teenie in die Mitarbeit führen, ihn begleiten? Du weißt schon, Beziehung ist wichtig. Das Fundament. Wer legt das? Bist du das? Macht das echt fest. Das ist eine neue Aufgabe und darf nicht nebenher laufen, sonst laufen sie – und zwar weg. Solltest du es noch nicht getan haben, lies dazu nochmal:

Teens als Kindergottesdienstmitarbeiter – dein Anleitungs-Check

und

Teens als Kindergottesdienstmitarbeiter – Anleitung durch Beziehung.

4. Schnupper-Kindergottesdienst

Je nachdem, wie es bei euch läuft, sprecht einen Teenie an oder eine Teenie-Gruppe von Freunden. Lasst den Teenie, wenn er möchte, 1-2 mal reinschnuppern. Die meisten Teens werden den Kindergottesdienst ja kennen, deswegen braucht es da nicht mehr als 1-2 Mal. Denn es geht hier nur darum, die andere Seite zu sehen: die Seite als Mitarbeiter.
Wenn sie nur zu zweit reinschauen wollen, dann lasst sie. Man muss da nichts trennen.

5. Das erste Feedback-Gespräch

Sogar daraus könnt ihr nun schon ein „Chill-Event“ machen. Die meisten Teens – egal wie cool sie sind – sind im Gespräch mit Erwachsenen nicht sehr kommunikativ. Dein Ziel ist es aber, herauszufinden, was dem Teenie Spaß gemacht hat, was er doof fand. Das wirst du meistens nicht erfahren, wenn der Kindergottesdienst vorbei ist und ihr im Türrahmen steht.

Die Standardfrage „Und wie fandst du’s?“ werden mit „ok“ oder „gut“ erwidert und „War’s ok für dich?“ kann der Teenie ja nur mit „Ja.“ oder „Nein.“ beantworten. Meistens wirst du wohl ein „Joar.“ bekommen. Klar gibt es auch die Strahle-Teens die sagen: „Oh, ganz toll! Die Kleinen sind ja so süß.“ Doch auch mit dieser Antwort kannst du nichts Konkretes anfangen, denn du möchtest ja herausfinden, wie es nun in der Mitarbeit weitergehen kann.

Deswegen kommen wir wieder zu den berühmten „W-Fragen“. Hier ein paar Inspirationen:

  • Was hat dir gefallen? Was am meisten?W-Fragen im Kindergottesdienst
  • Was hat dich gelangweilt?
  • Was ist dir aufgefallen?
  • Wo habe ich dich vielleicht überrascht?
  • Was würdest du vielleicht anders machen? Warum?
  • Was würdest du denn gerne mal ausprobieren?
  • Wann?
  • Wie lange möchtest du gern „nur“ schnuppern? (Zeit merken und dann 2. Feedback-Gespräch führen, nur so nimmst du den Teenie ernst)
  • Wie kann ich dich unterstützen, was wünschst du dir von mir?

Du merkst schon, das geht nicht zwischen Tür und Angel. Das Sofa muss her. Und ’ne Cola :).

6. Gib die Verantwortung ab

Das ist wohl der schwierigste Part für dich.

Schaffst du es loszulassen und das, was dein Teenie gerne machen möchte, ihm zu überlassen?

Wie du das machst und wie du dort einen guten Weg für dich und für deinen Teenie gehen kannst – darum wird es im nächsten Artikel gehen.

Die 6 Schritte, damit aus Teens motivierte Kindergottesdienst-Mitarbeiter werden:

Teens-Motivationsschritte

Teens als Kindergottesdienst-Mitarbeiter – Anleitung durch Beziehung

Teens als Kindergottesdienst-Mitarbeiter – Anleitung durch Beziehung

„Katrin, spielen wir noch ’ne Runde San Juan?“

Teens_Anleiten_Janni21Wie oft ich diesen Satz im Sommer 2011 von Janni gehört habe! Und immer war ich dabei. Brettspiele gehörten in meinem Mitarbeiterteam bei der Strandmission „kibi-Ferientreff“ des Bibellesebundes einfach dazu. Spielen, um sich kennen zu lernen, zum Lachen, zum Kämpfen, zum Entspannen, um Beziehung zu knüpfen.

Janni hab ich 2008 bei einer Kinderbibelwoche kennengelernt, damals war er 15 Jahre alt. Mittlerweile studiert er Mathe auf Lehramt. Gerade letzte Woche hab‘ ich eine Postkarte von ihm bekommen. Er ist wieder am Strand und macht Programm für die Kids.

„Ganz liebe Grüße von der Insel… kann ich wieder alles anwenden, was ich von dir gelernt habe 🙂 😛 … Ich wollt dich immer noch mal besuchen! Wir haben uns ja ewig nicht mehr gesehen 🙁 …“

Anleitung durch Beziehung.

Ich fahre nicht mehr an den Strand, um den Kids die Bibel nahezubringen. Aber Teens, die ich damals in meinem Team hatte, haben gesehen, wie mein Herz dafür schlägt und haben sich viele Sachen abgeschaut. Und nun fahren sie dorthin, auch ohne mich.

Die Geschichte mit Janni und mir ist echt so eine Bilderbuchgeschichte, aber ich glaube, dass genau das der Weg ist, wie es funktionieren kann und sollte.

Teens als Kindergottesdienst-Mitarbeiter anleiten durch Beziehung

Im Artikel „Teens als Kindergottesdienst-Mitarbeiter – dein Anleitungs-Check“ konntest du für dich herausfinden, ob dein Herz für Kids UND für Teens schlägt.

Nun ist die Frage: Wie kannst du Beziehung aufbauen?

Beziehungsbooster im Umgang mit Teens

Booster 1 – Mach’s chillig.

Teamsitzungen auf Stühlen sitzend an Tischen oder gar im Stuhlkreis im Gemeindehaus sind out.Teens_Anleiten_Janni24

  • Teens sind da nicht entspannt.
  • Sie fühlen sich unwohl.
  • Kreativ denken geht da gar nicht.

Wenn du möchtest, dass sie sagen, was sie denken, wenn du ihre Phantasie ankurbeln möchtest, ihre Ideen wissen möchtest, dann mach es chillig.

Triff dich mit ihnen bei dir zu Hause, lass sie auf’m Sofa lümmeln. Wenn nicht zu Hause, dann im Jugendraum auf den Sofas. Bestell Pizza.

Booster 2 – Das Team besteht aus Teenie-Freunden.

Es kann ja ganz nett mit dir sein, aber richtig entspannt und kreativ und frei fühlen sich Teens erst wenn sie ihre Freunde da haben. Die Mädels brauchen wen zum Tuscheln, zum Rumgiggern und zum Bestätigen. Und die Jungs brauchen wen zum Abhängen, zum Übertrumpfen, zum Coolsein. Ganz klar: Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber ich rede hier von den Teens, um die du dich nicht kümmern musst. Sprich die, die nicht allein sind und Anschluss suchen, die du nicht beschäftigen musst.

Freunde - chillig machenEs geht nicht darum EINEN Teenie in euer „altes“ Team zu integrieren. Es geht nicht darum, dass du ein gutes Werk vollbringst. Du und dein Kindergottesdienst-Team, ihr profitiert von den Teens, wenn du es schaffst ihr Potenzial herauszukitzeln.

Wenn du es schaffst einen chilligen Rahmen zu setzen und sich die Teenie-Clique wohlfühlt, dann wirst du mit den Ohren schlackern, was da für Ideen sprudeln. Wie du dann mit den Ideen umgehst, darum wird es im nächsten Artikel gehen. Schritt für Schritt. 😉

Und wenn sie Quatsch machen – genieße es. Schaffst du es mitzumachen, ohne albern zu wirken? Perfekt. Es macht Spaß, den Teenie in sich wieder zu entdecken.

Booster 3 – Sei persönlich.

Nun hängen sie da rum auf deinem Sofa und essen schmatzend Pizza. Vielleicht scheust du dich davor persönlich zu werden? Ich kann dir nichts anderes sagen als:

„Probier es aus!“

Wenn du dich persönlich mit in das Gespräch einbringst, von deinen Schwächen und Pannen im Leben erzählst, machst du dich nahbar. Du brauchst da keine Angst zu haben, denn so wie für die Kids die Teens das sind, was sie werden wollen, so bist du das, was die Teens mal werden wollen – der Erwachsene.

Auch wenn sie es nicht offensichtlich machen: Sie beobachten dich ganz genau. Der Unterschied zwischen Teens und Kindern ist, dass sie für sich abwägen, wie cool sie etwas finden. einer vo ihnenAber ein Wert, den alle Menschen haben, ist Ehrlichkeit. Und wenn du ehrlich bist, kannst du nur gewinnen.

Am Strand habe ich das immer wieder gemerkt. Wenn ich von meinen Schwächen geredet habe – was mir schwerfällt – wurde es ruhig und es war plötzlich ein intensives Zuhören da. Ich machte mich so zu einem von ihnen und stellte mich nicht über sie.

Booster 4 – Sei ein Leiter und nicht der große Macker.

Und genau das ist der Trick bei allem.

Stelle dich nicht über die anderen. Du hast eine Rolle, du bist der Leiter, aber du stehst nicht über ihnen.

Teens_Anleiten_Janni19In dem Kurzschulungs-Video „Was macht einen guten Leiter aus“  habe ich genau darüber gesprochen. Teens wollen Leitung, sie wollen jemanden, der ihnen zeigt, wie es geht. Aber derjenige darf nicht befehlen, bestimmen, der große Macker sein. Dann haben sie ganz schnell keinen Bock mehr.

  • Lass ihre Ideen zu.
  • Sage Ja zu ihren Ideen.
  • Hinterfrage durch „W-Fragen“, wie sie es meinen, um die Ideen besser zu verstehen, bzw. damit sie selbst anfangen ihre Ideen zu optimieren und machbar zu gestalten.

Ein fertiges Konzept von dir engt ein (nicht nur Teens) und schon hast du ihr Potenzial beschnitten.

Wenn du es schaffst ihre Ideen ernst zu nehmen und mit ihnen zusammen Ideen zur Entfaltung und Umsetzung zu bringen, dann entfachst du ihr Herz für den Kindergottesdienst. Denn nur so können sie etwas Eigenes entwickeln.

Beziehung zu Teens aufzubauen kann dein Leben prägen. Für immer. Sie können dich jahrzehntelang begleiten und es ist so ein Segen mitzuerleben, wie das, was du gesät hast, aufblüht. So wie bei Janni. Auch wenn ich mit vielen von „meinen“ Teens nur noch auf Facebook befreundet bin. Ich bin dankbar für die Beziehung, die tief im Inneren da ist und dafür, wie ich meine Spuren in ihrem Leben und in dem, was sie jetzt tun, sehen kann.

  1. Bist du bereit dazu Beziehung zu bauen? Hast du Lust darauf?
  2. Wenn ja, dann überlege dir, welche Teens das sein könnten?
  3. Wer ist miteinander befreundet? Sprich sie an!
  4. Und dann schaffe ein chilliges Umfeld, einfach zum Kennenlernen.

Du hast den Anleitungs-Check für Teens als Kindergottesdienst-Mitarbeiter gelesen?

Du weißt nun, wie wichtig Beziehung ist, um Teens zu gewinnen und kennst dich mit den Beziehungs-Boostern aus.

Viele Gemeinden praktizieren das „Minihelfer für den Kindergottesdienst“-Konzept. Dazu kannst du hier bei deinem Kindergottesdienst-Coach auch etwas lesen. Mini-Helfer sind out – meine Meinung ;):

In diesem nächsten Artikel geht es um dich und die Verantwortung, die du als Anleiter von Teenie-Mitarbeitern hast.

Doch bis dahin sage ich:

Teens als Kindergottesdienstmitarbeiter – dein Anleitungs-Check

Teens als Kindergottesdienstmitarbeiter – dein Anleitungs-Check

Die Musik dröhnt vom Nachbarwohnwagen herüber. In meinen Ohren ist es keine Musik, sondern einfach nur ein Bass, der mit irgendwelchen computeranimierten Geräuschen verhübscht wurde – oder doch eher verhässlicht? Ist bekanntlich Geschmackssache.

Teens im KindergottesdienstSo war das dieses Jahr in der ersten Woche im Sommerurlaub an der Ostsee. Strand, Wasser, Wellen, Dünen, Sonne, Wind, Lesen, Spielen, Grillen – und immer wieder das Dröhnen aus der Boombox des Nachbarwohnwagens, den 2 junge Kerle bewohnten. Den einen kenne ich schon, seit er im Bauch seiner Mutter war. Wir sind Dauercamper und seit 20 Jahren Wohnwagen-Nachbarn.

Hach, was war ich gestresst! Und immer wieder musste ich die Balance finden zwischen „Aushalten“ – schließlich möchte ich keine Meckerziege sein – und „Für mich sorgen“ – schließlich möchte ich auch Urlaub haben.

4 Gründe, warum du nicht auf Teens im Kindergottesdienst-Team verzichten kannst

TeenieMaedelsTeens sind unreflektiert, unzuverlässig, verliebt, albern und außerdem haben sie eine große Klappe (und einen furchtbaren Musikgeschmack). Ganz ehrlich, möchtest du so etwas wirklich im Kindergottesdienst-Team haben? Es schreit ja geradezu nach Stress.

Ich sage „JA“.

1. Teens haben Zeit.

Ich sehe schon: Du bist skeptisch. Und ja, in der heutigen Zeit ist es auch so, dass Teens so viel zu tun haben. Dennoch: Wenn ihnen etwas auf dem Herzen liegt, wenn ihnen etwas wirklich wichtig ist, dann haben sie Zeit dafür.

  • Schau doch mal, wie lange sie ein Spiel zocken können – stundenlang.
  • Schau doch mal, wie lange sie am Telefon quatschen können – stundenlang.
  • Schau doch mal, wie lange sie mit ihrem Smartphone rumdaddeln – stundenlang.
  • Schau doch mal, wie lange sie sich im Shopping-Center aufhalten – stundenlang.

Die Liste kannst du weiterführen: Musik hören, Sport machen, mit Freunden abhängen und und und… Sie haben Zeit für das, was sie lieben.

Nun stell‘ dir vor, sie würden es lieben Kindergottesdienst-Mitarbeiter zu sein! Was für eine Fundgrube!

2. Teens haben bei Kindern was zu melden.

Jeder blickt zum nächsthöheren Stadium, welches er erreichen möchte. Bei den Kids ist das nächste Stadium „Teenie sein“. Da wollen sie hin, so wollen sie sein. Und deswegen haben Teens die höchste Autorität bei Kindern.

  • Was sie cool finden, finden auch die Kids ohne Wenn und Aber cool.
  • Was sie langweilig finden, werden auch die Kids langweilig finden.
  • Wo die Teens mitmachen, dabei sind, da sind auch die Kids dabei.

In meinen Augen eine Riesenchance für die Arbeit mit Kids.

3. Teens sind innerlich an den Kids dran

Du bist keine 10 Jahre mehr alt und es ist sicher auch schon länger her. Und auch wenn du vielleicht ganz gut darin bist, dich in die Welt der Kids hineinzuversetzen: Teens können es besser, denn es liegt noch nicht lange zurück, dass sie selbst auf dem Kinderstuhl gesessen haben.

Deswegen verstehen sie auch besser, warum ein Kind gerade mal austickt oder keinen Bock hat. Und gerade weil Kinder das auch spüren, dass der Teenie-Mitarbeiter sie besser versteht, sind sie die perfekten Ansprechpartner für die Kids.

4. Teens sind auf der Suche nach ihrem Potenzial

Auch wenn manche das hinter einer „Null-Bock-Phase“ verstecken oder einer coolen „Ey-das-weiß-ich-doch-schon-Fassade“ übertünchen: Im Teenie-Alter entwickelt man seine Spezialisierung, für das was man liebt. Und wow – was für Möglichkeiten bietet dort der Kindergottesdienst.

Es werden doch dort so ziemlich alle Begabungen gebraucht. Das bedeutet, dass eine Riesen-Dynamik im Team passieren kann.
Es kommt Bewegung rein, es geschieht Veränderung. Und du als Kindergottesdienst-Mitarbeiter oder Leiter kannst diese Bewegung in eine gute Richtung sensibel und empathisch lenken.

Willst du das?

Ich sage „JA“.

Ich hoffe, diese 4 Gründe motivieren dich. Denn wenn das so ist und du merkst, wie dein Herz jetzt bubbert, dann bist du genau der Richtige für die Anleitung von Teenagern.

Die Welt der Teens

Um Teens gut anzuleiten, ist es wichtig zu wissen, was das Leben von Teens ausmacht. Denn nur so kannst du eine Beziehung zu ihnen aufbauen. Da ticken Teens wie alle Menschen. Es ist egal, was du für ein super Programm machst – wenn die Beziehung nicht stimmt, werden die Leute nicht bleiben.

  • Kinder kommen nicht in den Kindergottesdienst, wenn sie den Mitarbeiter nicht mögen.
  • Teens kommen nicht in den Teenkreis, wenn sie dort keine Freunde haben.
  • Erwachsene gehören zu einer Bowling-Gruppe, wo man danach auch sein Bierchen trinkt nicht wegen des Biers, sondern wegen der Gemeinschaft. Jedenfalls sagt man das so. Ich gehöre zu keiner Bowling-Gruppe.

Das heißt für dich:

Ein bisschen Ahnung von deinen Teens ist echt angebracht.

Die 3 Eckpfeiler im Leben eines Teens sind:

1. Schule

Das heißt natürlich nicht, dass du jedes Mal fragen sollst: „Und, wie läuft es in der Schule?“ Schule ist meist ein notwendiges Übel, aber ein sehr zeitfressendes. Auch wenn Teens gern zur Schule gehen, redet man nicht wirklich darüber. Kannst ja mal Eltern fragen, was ihre Söhne und Töchter so von der Schule erzählen, wenn sie gefragt werden, wie es denn heute war. Meist bekommt man ein „Grmpf.“ oder „Wie immer.“ Total aussagekräftig auf jeden Fall.

Immer mehr geht es in der Schule darum, der Beste zu sein. Viele laufen mit Masken rum. Es gilt: Wenn du einmal unten durch bist, dann ist es sauschwer, da wieder herauszukommen.

Es geht darum „in“ zu sein. Das neueste Smartphone zu besitzen. Eine Freundin zu haben. Sex, Sex, Sex. Die richtigen Marken zu tragen.

2. Familie

Das Gleiche gilt auch für Familie. Manche Teens haben es echt schwer. Gefühlt stehen die Eltern nur mit erhobenen Zeigefinger da, wollen irgendetwas und haben wieder an zig Sachen rumzumeckern. Vielleicht erinnerst du dich. 😉

Als Teenie geht es darum eigene Entscheidungen zu treffen, eigene Fehler machen zu dürfen, mal „die Sau rauslassen zu dürfen“.

Sie durchleben Stimmungsschwankungen, sind unglücklich und dann auf einmal wieder sowas von happy. Und da sollst du dann auch noch als Eltern durchsteigen, wenn sie kaum etwas erzählen. Was gestern noch obercool war, ist heute sowas von out. Aha.

Manche Eltern kommen außerdem gar nicht klar mit dem Loslassen. Ja, ihr kleines Baby ist groß geworden und hat nun Pickel und Busen. Nennen wir es doch mal beim Namen. Spätestens jetzt müssen Eltern begreifen, dass sie ihr Kind nicht vor allem bewahren können und auch du kannst das nicht.

Du möchtest mehr dazu wissen? Dann kannst du hier einen Artikel von Mirke Mühlan lesen.

Was kannst du da tun?

Verständnis kommt da immer ganz gut an. Bitte keine Lösungen! Die bieten die Eltern doch schon an und dein Ziel ist nicht, noch ein erhobener Zeigefinger zu sein.

3. Freizeit

Kommen wir zum dritten Eckpfeiler im Leben eines Teenies – die Freizeit. Wenn du da „mitlebst“, weiß, wo ihr Herz schlägt, vielleicht sogar mitreden kannst: super! Teens sehnen sich danach, in der Freizeit die zu sein, die sie sind oder die sie mal sein wollen. Vielleicht spielen sie deswegen gern Computerspiele – dort sind sie der Held. In der Freizeit können sie das leben, was sie lieben und das tut doch jeder von uns gern.

Somit ist das Fundament, um Teens anzuleiten und sie als Mitarbeiter für den Kindergottesdienst zu gewinnen, ihr Herz zu gewinnen. Und da geht es nicht darum, sie vom Kindergottesdienst zu begeistern, sondern es ist wichtig, dass du eine Beziehung zu ihnen aufbaust. Beziehung bedeutet, dass du deine Komfortzone vielleicht aufgeben musst. Mehr dazu kannst du auch bezüglich Kindergottesdienst in dem Artikel „Kontrollverlust im Kindergottesdienst – die beste Wertschätzung“ lesen.

Du kannst nicht erwarten, dass Teens Kindergottesdienst machen, weil es ihr „Dienst“ ist. Auch dich möchte ich hinterfragen: Ist es dein Dienst? Oder ist das Zusammensein am Sonntagvormittag mit den Kids DEINE Herzenssache.

Wenn nicht, liegt folgender Prozess auf der Hand:

Teens_Anleitungs-Check Ohne Herz

Das sieht jetzt echt knallhart aus, aber es ist die Realität.

Bevor du also weiter über die Anleitung von Teens im Kindergottesdienst nachdenkst, frage dich:

  1. Schlägt mein Herz für den Kindergottesdienst?
  2. Liebe ich es, trotz Zeitstress und manchen Nervereien, genau dort meine Gaben einzusetzen?

Wenn ja, ist das schon mal die erste Voraussetzung, um Teens in die Mitarbeit zu führen.

Über die 2. Voraussetzung hatten wir am Anfang gesprochen: Ob dein Herz dabei bubbert, wenn es um die Gründe geht, warum Teens unverzichtbar im Kindergottesdienst sind.

Egal ob beim Bubbern auch ein wenig Angst mitvibriert:

Um Teens anzuleiten, reicht nicht nur ein Herz für Kids. Du brauchst ein Herz für Teens.

In diesem Artikel hast du einen Check durchlebt, ob du ein Herz für Teens hast. Nämlich dann, wenn du eine Beziehung zu ihnen aufbauen möchtest.

Du bist bereit dazu? Dann geht es hier im nächsten Artikel um konkrete Schritte, wie du Teens durch Beziehung anleiten kannst, zu richtig coolen Kindergottesdienst-Mitarbeitern zu werden, so wie du einer bist.